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SENDETERMIN Do, 19.4.2018 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen RP

Wandercheck Vitaltour Wildgrafenweg

Kulturlandschaft, Geschichte und Nervenkitzel: Das ist der Wildgrafenweg bei Hochstetten-Dhaun im Hunsrück. Er führt vorbei am Schloss Dhaun, Burg Brunkenstein und dem Nahe-Skywalk. Somit ist er nur was für Schwindelfreie, die aber mit einem tollen Ausblick belohnt werden. Unsere Wander-Checker sind vier rüstige Hunsrücker Rentner.

Wander-Checker Gerhard, Jürgen, Kurt und Bernd kommen alle aus der Nähe von Kirn und sind erfahrene Wanderer. Für uns testen sie den "Wildgrafenweg" im Hunsrück. Benannt nach einem Adelsgeschlecht, das hier vor 800 Jahren seine Spuren hinterlassen hat.
 

Jede Menge Abwechslung

Der "Wildgrafenweg" ist eine Rundstrecke von gut 13 Kilometern. Geübte Wanderer schaffen die mittelschwere Tour locker in viereinhalb Stunden. Die Wanderung bietet jede Menge Abwechslung: Mal geht es durch dichte Wälder, mal durch Wiesen und Felder. Vorbei an kleinen Dörfern und Bauernhöfen. Nach einem steileren Stück entschädigt der beeindruckende Fernblick.

"Wenn man den steilen Weg raufgegangen ist und dann dieses Panorama hier sieht - der Blick ins Nahetal - das ist wirklich ganz, ganz herrlich", sagt Bernd.


Faszinierende Geschichte

Neben der einzigartigen Landschaft und den tollen Ausblicken gibt es entlang des Wildgrafenweges auch viel Geschichte zu entdecken: Die Burg Brunkenstein zählt zu den Sehenswürdigkeiten entlang des Weges. Hier hat sich Mitte des 14. Jahrhunderts die "Dhauner Fehde" zugetragen – ein heftiger Streit zwischen dem Trierer Erzbischof Balduin und dem Wildgrafen Johann von Dhaun. Gewonnen hat am Ende der Trierer Erzbischof. Zerstört wurde Burg Brunkenstein jedoch erst später – nur noch die Ruine des Bergfrieds ist erhalten.

 Schloss mit herrlichem Fernblick

Schloss Dhaun ist klar das Highlight der Strecke. Die Burganlage wurde im 12. Jahrhundert von den Wildgrafen erbaut. Immer wieder wechselte sie im Laufe der Jahrhunderte den Besitzer. Seit den 1950er Jahren wird Schloss Dhaun als Tagungszentrum genutzt. Direkt daneben steht die Prometheus-Statue - von hier hat man einen herrlichen Fernblick ins Nahetal.

Beeindruckende Aussichten für Mutige 

Der Wildgrafenweg hat auch Nervenkitzel zu bieten: Wer den Nahe-Skywalk in St. Johannisberg betreten will, muss in jedem Fall schwindelfrei sein. Die 65 Quadratmeter große Aussichtsplattform ragt sieben Meter über die Klippe eines ehemaligen Steinbruchs hinaus. Wer sich bis vorne hin traut, wird mit einer tollen Aussicht belohnt. Für Gerhard bedeutet dies Überwindung: "Aber wenn man es geschafft hat, wird man entschädigt."
 
In jedem Fall bleibt die Wanderung ein unvergessliches Erlebnis. Bernd sagt: "Der Wildgrafenweg ist eine sehr anspruchsvolle Strecke, aber sie hat unheimlich viele Sehenswürdigkeiten, sie bietet eigentlich alles: Ausblicke, Weitblicke, Burgen, Geschichte – wirklich klasse."

Auch der rüstige Rentner Kurt schwärmt: "Ausnahmslos schönes Wetter, das war mein Highlight vom Tag. Und die Region ist ja auch sehenswert."

Jürgen freut sich über viel Abwechslung: "Man hat alle hundert Meter was anderes gesehen. Es war nicht immer nur eine Richtung, sondern man konnte rumgucken und hatte dann öfter mal auch andere Blickwinkel."


Geschichte und Wanderabenteuer in Einem

Der Wildgrafenweg im Hunsrück: Wer sich für mittelalterliche Geschichte interessiert und eine abwechslungsreiche Landschaft erleben will, kommt hier in jedem Fall auf seine Kosten.