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Herausforderung Organspende

SENDETERMIN Do, 7.3.2019 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen RP

Mehr Leben retten mit größerer Spendenbereitschaft Herausforderung Organspende

Erstmals seit Jahren ist 2018 die Zahl der Organspenden bundesweit gestiegen aus. Allerdings nicht in Rheinland-Pfalz. Mit Aufklärungskampagnen versuchen Politik und Kliniken die Ängste zu nehmen.

Gerade nach diversen Skandalen bei den Wartelisten für eine Organtransplantation in den Jahren 2010/2011 war das Vertrauen in dieses Thema auch tief erschüttert. Seitdem hat sich aber einiges getan. Erst kürzlich beschloss der Bundestag ein neues Transplantationsgesetz, um Kliniken zu unterstützen.

Warum gibt es so wenige Organspender?

Die meisten Menschen wollen sich mit dem Thema zu Lebzeiten nicht beschäftigen.

Dann müssen das am Ende die Angehörigen entscheiden. Die sind aber oftmals schon mit dem Verlust des geliebten Angehörigen überlastet und müssen dann noch so eine Entscheidung treffen. Hinzu kommen auch strukturelle Probleme in den Kliniken.

Eine Organentnahme ist oftmals kompliziert und wird auch schlecht vergütet. Außerdem gibt es nur ein kurzes Zeitfenster: Die Organe des hirntoten Patienten werden künstlich am Leben erhalten, mit Sauerstoff versorgt, um sie im Falle einer Zustimmung zu entnehmen. Ein Wettlauf mit der Zeit.

Kommt die sogenannte Widerspruchslösung? Wer nicht aktiv gegen Organentnahme stimmt, käme automatisch als Organ-Spender in Frage.

Kommt die sogenannte Widerspruchslösung? Wer nicht aktiv gegen Organentnahme stimmt, käme automatisch als Organ-Spender in Frage.

Was wird sich in Zukunft ändern?

Das neue Transplantationsgesetz bringt vor allem Kliniken eine Entlastung.

Die Krankenhäuser sollen in Zukunft mehr Geld und Zeit bekommen, um sich intensiver um potentielle Spender zu kümmern.

Im Moment läuft das eher nebenher, zusätzlich zum normalen Klinikalltag.

  • Die Organentnahme soll künftig auch besser vergütet werden.
  • Die Stellung des Transplantationsbeauftragten soll gestärkt werden. Er ist eine Art Schnittstelle zwischen Patienten, deren Familienangehörigen und den Krankenhäusern.
  • Für jede Intensivstation soll ein eigener Beauftragter bestellt und für seine Aufgaben freigestellt werden. Dafür gibt es verbindliche Vorgaben.
  • Der finanzielle Aufwand wird den Kliniken vollständig erstattet.

Welche Voraussetzungen gibt es für die Organspende?

Die erste Voraussetzung ist ein Organspendeausweis: Darin erklärt man sich bereit, im Falle des Hirntodes seine Organe zu spenden.

Mit einer Patientenverfügung kann man entscheidende Fragen zur Organspende klären.

Mit einer Patientenverfügung kann man entscheidende Fragen zur Organspende beantworten.

Man kann auch angeben, welche Organe entnommen werden dürfen und welche nicht. Auch in einer Patientenverfügung kann man diese Frage klären. Wenn nichts geklärt ist, müssen Angehörige entscheiden.

Aktuell streitet die Politik auch über die sogenannte Widerspruchslösung. Wer nicht aktiv dagegen stimmt, kommt demnach automatisch als Organ-Spender in Frage. Es ist eine umstrittene Idee, deren Gegner befürchten, dass das Selbstbestimmungsrecht damit ausgehebelt werden könnte. Aber in 17 europäischen Ländern wird diese Widerspruchslösung bereits praktiziert.

Zum Beispiel sind in Ländern wie Frankreich und Spanien auch deshalb immer genug Spenderorgane vorhanden. Der Bundestag hat diese Frage für Deutschland noch nicht abschließend geklärt. Im neuen Transplantationsgesetz hat man sie rausgenommen. Darüber soll gesondert abgestimmt werden.

Fazit

Das neue Transplantationsgesetz schafft zumindest für die Kliniken günstige Rahmenbedingungen, um Organentnahmen zu ermöglichen. So sollen mehr Zeit und mehr Geld dafür zur Verfügung stehen. Auch die Vergütung von Organentnahmen soll verbessert werden. Die Widerspruchslösung dagegen, die die Zahl der Organspenden tatsächlich erhöhen würde, ist noch nicht abschließen geklärt.