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Riskante Schatzsuche auf dem Grund des Rheins

SENDETERMIN Mi, 7.11.2018 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen RP

Das Niedrigwasser macht´s möglich Riskante Schatzsuche im Rhein

Dank des Niedrigwasser lässt sich der Grund des Rheins plötzlich trockenen Fußes erkunden. Das hat viele Hobbyarchäologen – so genannte Sondengänger – angelockt. Doch diese Schatzsuche á la Indiana Jones ist nicht nur illegal, sondern auch gefährlich.

Wann darf ich auf Schatzsuche gehen?

Die Suche nach historischen Fundstücken – egal aus welcher Epoche – unterliegt dem Denkmalschutzgesetz und ist erst einmal grundsätzlich verboten.

Allerdings kann bei den unteren Denkmalschutzbehörden eine Nachforschungsgenehmigung beantragt werden. Die Behörden prüfen zum einen die persönliche und die fachliche Eignung des Antragsstellers, zum anderen, ob das gewünschte Suchareal nicht in einem Natur- oder Grabungsschutzgebiet liegt.

Aber auch mit Genehmigung gilt: der Pflughorizont, das heißt eine Tiefe von 15 Zentimeter, darf nicht überschritten werden.

Grundsätzlich ist für Archäologen auch die Erhaltung der Fundsituation wichtig, da diese oft mehr wissenschaftliche Informationen verrät als das Fundstück alleine. Im Zweifel also alles dokumentieren, die Fundstelle markieren und den Behörden melden.

Warum ist die Schatzsuche gefährlich?

Insbesondere im Rhein wurden zum Kriegsende große Mengen Munition versenkt. Davon ist viel in einem sehr schlechten Zustand und oft auch gar nicht als solche zu erkennen.

Insbesondere im Rhein wurden zum Kriegsende große Mengen Munition versenkt. Davon ist viel in einem sehr schlechten Zustand und oft auch gar nicht als solche zu erkennen.

Manche Phosphorgranate ist von einem Rohr kaum zu unterscheiden, oder ein Nebelfass, das mit Säure gefüllt ist, sieht auf den ersten Blick wie eine Öl-Tonne aus.

Im Zweifel sollte immer der Kampfmittelräumdienst oder die nächste Polizeidienststelle über solche Funde informiert werden.

Welche Strafen drohen?

Das illegale Suchen und Ausgraben von historischen Fundstücken ist in Rheinland-Pfalz eine Ordnungswidrigkeit, die im Wiederholungsfall mit Geldstrafe bis zu 250.000 Euro belegt werden kann.

  • Verheimlich man einen Fund, macht man sich der Unterschlagung schuldig.
  • Das ist eine Straftat, die mit Geld- oder Haftstrafe belegt wird.
  • Verkauft man illegale Funde, handelt es sich zusätzlich um Hehlerei, das ist eine schwerwiegende Straftat.

Auch wenn der Kauf und der Besitz von Metalldetektoren legal ist, die Benutzung ist in Deutschland ohne Genehmigung verboten.

Wem gehören die Funde?

Zunächst einmal gehören alle Funde dem Land. Die Landesarchäologie untersucht sie auf ihre wissenschaftliche Bedeutung. Manchmal kann nämlich eine banale Scherbe wertvoller sein als ein Goldfund.

Zunächst einmal gehören alle Funde dem Land. Die Landesarchäologie untersucht sie auf ihre wissenschaftliche Bedeutung. Manchmal kann nämlich eine banale Scherbe wertvoller sein als ein Goldfund.

  • Ist der Fund von besonderem wissenschaftlichen Interesse, bleibt er im Besitz des Landes. Der Finder erhält dann eine Belohnung.
  • Ansonsten erhält der Finder alle Dinge wieder zurück, nachdem es dokumentiert worden ist.
  • In beiden Fällen müssen sich der Finder und der Eigentümer des Fundgrundstückes Belohnung beziehungsweise Wert des Fundes teilen.

Sollte man auf menschliche Überreste stoßen, ist auf jeden Fall die Polizei zu alarmieren, da es sich auch um ein Verbrechen handeln könnte.

Wie kann ich legal suchen?

Die Denkmalschutzbehörden suchen seit einiger Zeit gezielt die Zusammenarbeit mit den Hobbyarchäologen. Sie bieten auch Kurse an, in denen wichtige Grundlagen der Funddokumentation und Sicherung erklärt werden. Termine lassen sich über die Außenstellen der Landesarchäologie in Mainz, Koblenz, Speyer und Trier finden.

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