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SENDETERMIN Fr, 11.1.2019 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen BW

Weniger Allergene, mehr Polyphenole Alte Apfelsorten sind gut für Allergiker

Allergisch gegen Äpfel und trotzdem Äpfel genießen? Das geht! Die Lösung: Entweder man setzt auf alte Sorten oder man kocht das Obst. Hier alles Wichtige.

Alte Apfelsorten mit exotisch klingenden Namen wie "Berlepsch", "Goldparmäne" oder "Edelapfel" haben bis heute den Ruf, einfach lecker zu schmecken. Und sie werden von vielen Menschen, die ansonsten allergisch auf Äpfel reagieren, gut vertragen. Zu diesem Schluss kommt eine Beobachtungsstudie der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) an der Berliner Charité. Der Verzehr einiger alter Sorten kann sogar eine bestehende Allergie deutlich reduzieren.

Polypenole sind gut, Eiweißproteine sind schlecht

Laut der Studie liegt die bessere Verträglichkeit alter Sorten für Allergiker daran, dass sie sogenannte Polyphenole enthalten. Diese sekundären Pflanzenstoffe gelten als sehr gesund. Sie geben den Äpfeln Geschmack und Säure. Und sie helfen dem Apfel auch, sich gegen Fraßfeinde oder Schimmelpilze zur Wehr zu setzen.

Im Laufe der Zeit sind die Züchter jedoch dazu übergegangen, Polyphenole herauszuzüchten, um die Äpfel zum Beispiel süßer zu machen. Die Verringern oder der komplette Wegfall dieser Sekundärstoffe hat jedoch zur Folge, dass der Apfel versucht, sich anders gegen seine Feinde zu wehren. Er produziert vermehrt Abwehrproteine, sogenannte Allergene. Diese Allergene können auch dem Menschen schaden.

Pollenallergiker häufig betroffen

Moderne Apfelsorten sind für viele Allergiker kaum genießbar. Dabei reagieren vor allem Menschen auf die neueren Apfelsorten, die bereits eine Allergie haben, z. B. gegen die Pollen von Birke, Haselnuss oder Erle.

Schuld daran ist laut Mediziner die Ähnlichkeit der Proteinstruktur der Pollen mit denen neuer Apfelsorten. Juckreiz oder eine Schwellung der Mundschleimhaut, der Zunge oder der Lippen können die Folge sein. Manche der Betroffenen leiden auch unter Augen-, Nasen-, Haut- oder Atembeschwerden. Die Symptome setzen oft wenige Minuten nach dem Essen ein und dauern in der Regel rund zwanzig Minuten.

Wo kann man alte Sorten kaufen?

Alte Apfelsorten sind selten und werden oft nicht im Supermarkt angeboten. Fündig werden kann man auf dem Wochenmarkt oder beim Apfelbauern. Wer einen Garten hat, kann auch selbst einen Apfelbaum einer entsprechenden Sorte pflanzen.

Übrigens: Auf Apfelmus, Bratapfel oder Apfelkuchen müssen Allergiker in der Regel nicht verzichten! Durch Hitze werden die Allergene nämlich zerstört.

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