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Nach 15 Jahren aufgeklärt Die Hintergründe zum Mordfall Pursche

Vor 15 Jahren wurde Heidrun Pursche ermordet. Den Täter konnte man nicht finden - bis jetzt. Der Chef-Ermittler und der Spurenleser von damals erinnern sich an die nervenaufreibende Suche nach dem Täter.

Altes Foto von Heidrun Pursche

Aufnahme von Heidrun Pursche

Mord verjährt nicht. Mehr als fünfzehn Jahre nach dem Tötungsdelikt an Heidrun Pursche in Bad Krozingen haben Polizei und
Staatsanwaltschaft jetzt einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handelt sich um einen 54-jährigen Mann aus der Umgebung von Freiburg. Laut Staatsanwaltschaft hat der Mann die Tat gestanden und auch eine Speichelprobe abgegeben. Deren Abgleich mit früheren DNA-Spuren aus dem Tatzeitraum hätten übereingestimmt.

Der Chefermittler erinnert sich

Hans-Jörg Renkert war damals Chef der "Soko Polo", die den Mord an Heidrun Pursche aufklären sollte. Wie war das damals für ihn? Und wie reagiert er nun auf die Festnahme des mutmaßlichen Täters?


Auf einem Waldweg erinnert er sich: "Hier haben wir ihre Leiche gefunden, hier wurde aus unserer schlimmsten Befürchtung traurige Gewissheit." Wochenlang haben damals Hundertschaften der Polizei nach der entführten Frau gesucht. Trotz des ersten Massengentest in der deutschen Kriminalgeschichte konnte der Täter nicht gefasst werden. Auch die Ausstrahlung bei "Aktenzeichen XY" brachte keine entscheidenden Hinweise. 15 Jahre lang blieb der Mordfall Pursche ungelöst, zu den Akten gelegt wurde er allerdings nie.

Der Spurenleser erinnert sich

Vor seinem Ruhestand war Eckart Gysler Sachbearbeiter innerhalb der "Soko Polo". Akribisch trug er alle Erkenntnisse zusammengetragen, versuchte, Zusammenhänge zu finden und Spuren zu lesen. "Es war der einzige ungelöste Fall in meiner Laufbahn", erinnert er sich.


Der Täter wird gefasst

Im Juni 2018 wurde die Polizei nach dem Hinweis eines Anrufers erneut aktiv. Bis zu 35 Ermittler haben daraufhin zeitweise rund um die Uhr gearbeitet. Am Ende stand das Geständnis eines 54-jährigen Mannes. "Er schien regelrecht erleichtert", erzählt Boris Ludwig. Er ist der neue Sachbearbeiter im Mordfall Pursche und hat dem mutmaßlichen Täter beim Verhör gegenüber gesessen. Und auch Andreas Nussbaumer, Chef der Ermittlungsgruppe, die nach 15 Jahren den mutmaßlichen Täter präsentieren konnte, spricht voller Respekt von der Leistung seiner Kollegen damals wie heute.