Bitte warten...

SENDETERMIN Mi, 27.6.2018 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen BW

Heuernte bei Stockach Rehkitzrettung per Drohne

Etwa 100.000 Rehkitze werden jedes Jahr beim Mähen getötet oder grausam verletzt. Damit soll jetzt Schluss sein. Mit modernster Technik versucht man, die Tiere aufzuspüren. Und einen solchen Einsatz vergisst man so schnell nicht wieder.

Es ist Heuernte. Mähzeit also. Für Rehkitze eine gefährliche Zeit. Von April bis Juli setzen Rehe ihre Kitze bevorzugt im hohen Gras ab. Dort sind die gut getarnt und vor ihren Fressfeinden geschützt.

Nicht aber vor den modernen Mähmaschinen. Große Tiere können den schnellen Traktoren vielleicht noch entfliehen. Kitze dagegen kaum. Sie laufen bei Gefahr nicht weg, sondern ducken sich und bleiben oft bis zum letzten Moment in Deckung. So geraten sie unter die Messer der landwirtschaftlichen Mähmaschinen.

Das erste Kitz vergisst man nicht

Rehkitz in Wiese

Bei Gefahr ducken sich Rehkitze ins Gras

Dem will der Verein "Rehrettung Hegau-Bodensee" ein Ende setzen. Mit Hilfe einer Drohne, an der eine Wärmebildkamera hängt, sollen die Rehkitze aufgespürt werden. 12.000 Euro hat das Equipment gekostet. Eine Investition, die sich laut Mitbegründerin Barbara Schmidle, gelohnt hat.

Denn das erste Kitz, das vergisst man nicht. "Wenn Sie selbst das erste Kitz aus der Wiese getragen haben, dann lässt Sie das nie mehr los. Dann wissen Sie, wofür Sie das gemacht haben."

Und so machen sich die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins frühmorgens auf die Suche nach Rehkitzen, bevor die Sonne das Aufspüren der Tiere erschwert. Während der Mähsaison haben sie damit genug zu tun.