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Weinberge in Stuttgart

SENDETERMIN Fr, 28.9.2018 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen BW

Das große Sommerfinale Was der Altweibersommer mit Spinnweben zu tun hat

Mit großer Zuverlässigkeit bringt uns der Altweibersommer Sonnenschein und milde Temperaturen. Zeit, um noch einmal Wärme zu tanken. Den Namen verdankt er nicht alten Weibern, sondern wohl einer kleinen Spinne.

"Der Sommer auf den Verlass ist"

Meteorologisch betrachtet ist der Altweibersommer ein sogenannter "Witterungsregelfall": Ein starkes und zuverlässiges Hoch, das Tiefdruck und Kälte blockiert, mit Temperaturen von 20 Grad und mehr. So etwas wie die Hundstage, die Eisheiligen oder die Schafskälte. Der Altweibersommer ist seit Jahrhunderten nachweisbar und mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent eine der zuverlässigsten Wetterregeln im Jahresverlauf. Deshalb nennt man ihn auch den "Sommer, auf den Verlass ist".

Bärenseen

Die Bäume rund um die Stuttgarter Bärenseen sind im Herbst bunt verfärbt, der See wirkt mystisch.

Ein kurioser Fall

1988 hat eine Rentnerin gegen die Bundesrepublik und den Deutschen Wetterdienst geklagt. Sie bezeichnete den Begriff "Altweibersommer" als diskriminierend und frauenfeindlich. Ihre Klage wurde abgewiesen.

Was hat es mit dem Namen auf sich?

"Weiben" – althochdeutsch – hieß damals so viel wie "weben" oder auch Spinnenweben knüpfen. Es sind vermutlich die Flugfäden der Baldachinspinne, die dem "Altweibersommer" seinen Namen gegeben haben. Im Gegenlicht erinnerten sie so manch einen an die Haare älterer Damen, andere sahen darin Lebensfäden, gesponnen von weißhaarigen Göttinnen, die Glück bringen sollten.

Spinnenweben

Durch sie hat der Altweibersommer seinen Namen: Spinnenweben.

Der Altweibersommer ist das spektakuläre Finale des Sommers: eine Zeit, um noch einmal richtig Sonne zu tanken.