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SENDETERMIN Do, 13.9.2018 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen BW

Werbegeschenk oder Diebstahl? Das dürfen Sie aus dem Hotel mitnehmen

Shampoos, Bademantel, Kugelschreiber - viele Hotels bieten ihren Gästen einen Rundumservice. Viele Dinge darf man während des Aufenthalts zwar verwenden, mitnehmen darf man aber nur ganz wenig.

In Hotelbadezimmern wimmelt es von scheinbar kostenlosen Utensilien mit Werbeaufdruck. Die meisten Gäste nehmen angebrochene Duschgelflaschen, Seife und Nähsets mit, ohne darüber nachzudenken. Das ist quasi schon normal. Andere stecken auch Bademäntel, Handtücher oder Kleiderbügel ein. Letzteres ist Diebstahl und verursacht bei den Hoteliers enorme Schäden. Aber auch die kleinen Duschgelfläschchen darf der Gast streng genommen nicht mitnehmen, sofern sie noch ungeöffnet sind. Sie sind einzig für den Gebrauch während des Aufenthalts bestimmt. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die wirklich als Geschenk für den Gast gedacht sind.

Das dürfen Sie mitnehmen:

  • Gebrauchsgegenstände, die aus hygienischen Gründen nicht wiederverwendet werden dürfen (z.B. Hausschuhe, die sich nicht heiß waschen lassen).
  • Auch das süße Betthupferl auf dem Kopfkissen darf der Gast einstecken.
  • Postkarten, die im Schreibset im Hotelzimmer liegen.
  • Getränke, die als Geschenk an den Gast gekennzeichnet sind (z.B. Mineralwasser in Wellness-Hotels).

Im Zweifelsfall nachfragen

Christopher Lück vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) rät den Hotelgästen an der Rezeption nachzufragen, ob sie kleine Badeutensilien, wie Shampoo, Seife oder Duschhauben mitnehmen dürfen. In der Regel gestatten das die Hotels.

Es gibt kaum Anzeigen

Obwohl ständig etwas aus den Hotelzimmern geklaut wird, hört man fast nie von Anzeigen. Das liegt zum einen daran, dass die Hotels nur schwer beweisen können, wer die Sachen geklaut hat. Viele Gäste lassen bei der Abreise ihr Zimmer unabgeschlossen oder sogar mit offener Tür zurück, so dass theoretisch jeder das Zimmer betreten könnte. Auf der anderen Seite wollen die Hotels zufriedene Kunden und scheuen deshalb vor einer Anzeige zurück. Bei wertvolleren Sachen, wie beispielsweise einem Bademantel, schreiben sie häufig den Gast direkt an und bitten darum, den "irrtümlich" mitgenommenen Gegenstand zurückzuschicken.

Schaden in Millionenhöhe

Laut Daniel Ohl vom Hotel- und Gaststättenverband Baden-Württemberg wird geklaut "was nicht niet- und nagelfest ist". Besonders beliebt sind große Handtücher, Bademäntel, Kleiderbügel und Kunstgegenstände. Es werden aber auch immer wieder Fernseher und Badarmaturen geklaut. Ferdinand Thoma, Chef des Hotels "Auerhahn" am Schluchsee schätzt, dass die Mehrheit der Hotels zum Ausgleich von Diebstahlschäden ein bis zwei Euro auf den Übernachtungspreis aufschlägt.

aus der Sendung vom

Do, 13.9.2018 | 18:45 Uhr

SWR Fernsehen BW

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