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Auffahrunfall

SENDETERMIN Fr, 4.1.2019 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen BW

Autounfall So verhalten Sie sich richtig bei Verkehrsunfällen

Alle paar Sekunden kracht es auf deutschen Straßen. Einen Moment nicht aufgepasst und schon ist es geschehen. Für Verunglückte und Ersthelfer gilt: Eigensicherung hat bei einem Autounfall immer Vorrang.

Erste Maßnahmen am Unfallort

  • Unfallstelle absichern: Warnblinker einschalten, Warnweste anziehen, vorsichtig aussteigen, möglichst hinter den Leitplanken laufen und das Warndreieck mindestens 100 Meter, auf der Autobahn 150 Meter, vor der Unfallstelle aufstellen.
  • Sollte man Zeuge eines Unfall geworden sein, sofort die Warnblinkanlage einschalten und in sicherem Abstand zur Unfallstelle auf dem Standstreifen anhalten.

Was tun, wenn jemand verletzt wurde?

  • Rechtlich ist man dazu verpflichtet, Hilfe zu leisten. Aber auch hier hat die eigene Sicherheit Vorrang. Also erst absichern.
  • So schnell wie möglich den Notruf 112 anrufen, danach Erste Hilfe leisten.
  • W-Fragen für den Notruf: Wer ruft an? Wo ist der Unfall passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Verletzungen haben die Betroffenen? Warten auf Rückfragen!

Wann muss die Polizei gerufen werden?

  • Bei Verletzten und Toten
  • Bei hohem Sachschaden
  • Bei Verdacht einer Straftat (Drogen, Alkohol, kein Führerschein)
  • Bei ausländischem Unfallgegner

Fotos machen und Unfall dokumentieren

  • Beweise sichern! Gibt es Zeugen? Fotos machen von allen beteiligten Fahrzeugen.
  • Unfallbericht ausfüllen (Link: Vordrucke hält der ADAC bereit)
  • Ansonsten alle Daten notieren: Wichtig sind Kennzeichen, Personalien und Versicherung des Gegners sowie Ort und Zeitpunkt des Unfalls.
  • Lassen Sie sich Ausweis/Führerschein zeigen.
  • Machen Sie vor Ort kein Schuldbekenntnis!
  • Auch gegenüber der Polizei muss man keine Stellungnahme abgeben. Eine genaue Schilderung bekommt die KFZ-Versicherung.
  • Ist die Schuldfrage völlig klar, dann muss der Geschädigte seiner eigenen Versicherung wiederum nichts melden.

Wann ist ein Sachverständiger nötig?

  • Das entscheidet in der Regel die Kfz-Versicherung des Schuldigen, und entsendet gerne den eigenen Gutachter.
  • Vor allem als Geschädigter sollte man aber unbedingt auf einen freien Sachverständigen bestehen. Da kann man sicher sein, dass dessen Einschätzung auch alle eventuellen Folgekosten abdeckt.

Was tun bei Fahrerflucht?

  • Einen Zettel ans geschädigte Fahrzeug hängen reicht nicht!
    Der könnte davon flattern. Der "Täter" ist in der gesetzlichen Pflicht, den Geschädigten ausfindig zu machen.
  • Mindestens 30 Minuten am Unfallort warten, ob der Geschädigte auftaucht.
  • Wenn nicht, dann den Unfall der Polizei melden oder das Kennzeichen notieren und über den Zentralruf der Autoversicherer (Telefon: 0800/2502600) die gegnerische Versicherung ermitteln.
  • Als Geschädigter das Ganze unbedingt anzeigen (wenn der Verursacher nicht aufgetaucht ist).

Fahrerflucht ist eine Straftat, egal wie klein der Schaden erscheinen mag! Die Folgen sind Punkte in Flensburg, Bußgeld und Führerscheinentzug. Im schlimmsten Fall drohen bis zu drei Jahre Gefängnis.