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SENDETERMIN Do, 24.5.2018 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

Kinostart "Sympathisanten - Unser Deutscher Herbst" von Felix Moeller Familiengeschichte und Gesellschaftsporträt

Zum Kinostart seines Dokumentarfilms "Sympathisanten" erzählt Regisseur Felix Moeller ganz persönlich vom Deutschen Herbst!

Ende der 1970er-Jahre in Deutschland - eine aufgeladene Epoche. Der Staat im Krieg mit einer sich zunehmend radikalisierenden RAF. Die Stimmung ist aggressiv und hochgradig polarisiert - wer sich nicht deutlich distanziert, Empathie mit den RAF-Mitgliedern zeigt oder sogar nur die falsche Frisur trägt wird schnell zum Sympathisanten.



Sympathisanten

Margarethe von Trotta und Felix Moeller

Der Historiker Felix Moeller beschäftigt sich in seinem Dokumentarfilm "Sympathisanten" mit dieser Zeit. Die wichtigsten Zeitzeugen sind seine eigenen Eltern - seine Mutter Margarethe von Trotta und sein Ziehvater Volker Schlöndorff. Beide galten damals als Mitglieder der Sympathisantenszene, wurden öffentlich diffamiert und angeprangert. Beide haben sich in Filmen wie "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" oder "Die bleierne Zeit" intensiv mit der damaligen Stimmung auseinandergesetzt.

Der Film ist eine emotionale Reise in diese Zeit, zwischen Privatheit und Politik. Zu Wort kommen - neben den Eltern des Regisseurs, die im Zentrum des Films stehen: Daniel Cohn-Bendit, Peter Schneider, René Böll, Christof Wackernagel, Marius Müller-Westernhagen, Karl-Heinz Dellwo und weitere Weggefährten.


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Kinostart 24.5.

SYMPATHISANTEN- Unser Deutscher Herbst von Felix Moeller

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Regisseur Felix Moeller versucht mit zeitgenössischen Dokumenten und intensiven Gesprächen mit Zeitzeugen die Frage zu beantworten, wie es zu so einer polarisierenden und aggressiven Stimmung in der Bundesrepublik der 1970er Jahre kommen konnte.

Regisseur Felix Moeller versucht mit zeitgenössischen Dokumenten und intensiven Gesprächen mit Zeitzeugen die Frage zu beantworten, wie es zu so einer polarisierenden und aggressiven Stimmung in der Bundesrepublik der 1970er Jahre kommen konnte.

Auch die Eltern von Regisseur Felix Moeller, seine Mutter Margarethe von Trotta und sein Stiefvater Volker Schlöndorff, wurden zu den Sympathisanten gezählt. Schlöndorff, der seinen Pass verloren hatte, wurde gar verdächtigt, ihn weitergegeben zu haben.

Der Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll beklagte ein Klima des Denunziantentums und der Hexenjagd, in dem kein Intellektueller mehr arbeiten könne.

Margarethe von Trotta besuchte sogenannte politische Häftlinge, die sonst keinen Besuch erhielten.

Schlöndorff und Von Trotta haben sich in ihren Filmen intensiv mit dem Thema Terrorismus und den Motiven von Radikalisierung und Gewalt der Protestgeneration auseinandergesetzt. Viele ihrer Arbeiten gelten heute national wie auch international als Hauptwerke des politischen Kinos in Deutschland.

Neben Margarethe von Trotta und Volker Schlöndorff kommen in "SYMPATHISANTEN – Unser Deutscher Herbst" Heinrich Bölls Sohn René Böll ...

... außerdem Weggefährten wie Marius Müller-Westernhagen ...

... Christof Wackernagel ...

... und Daniel Cohn-Bendit zu Wort.

Margarethe von Trottas Tagebücher, von ihr selbst gelesen, ziehen sich als roter Faden durch den Film und entfalteten eine emotionale Geschichte zwischen Privatheit und Politik vor einem größeren zeitgeschichtlichen Hintergrund.