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SENDETERMIN Do, 4.4.2019 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

Kunst Der Isenheimer Altar in Colmar erstrahlt in neuem Glanz

Der Isenheimer Altar im Unterlindenmuseum Colmar mit den wunderbaren Bildtafeln von Matthias Grünewald erstrahlt wieder in seinen ursprünglichen Farben. Hochspezialisierte Restauratoren aus Paris haben umfangreiche Reinigungs- und Reparaturarbeiten vorgenommen. Das Jesuskind hat wieder eine zartrosa Hautfarbe und sogar der Heiligenschein ist wieder zu sehen. Die Strahlkraft und feine Abstimmung der Farben ist überwältigend.

Die Bildtafeln des 500 Jahre alten Isenheimer Altars von Matthias Grünewald waren stark vergilbt. Um die Strahlkraft der Farben wiederherzustellen, wurde der Schutzanstrich auf den Gemälden, der Firnis, zum Teil abgetragen. Die Holzskulpturen werden noch entstaubt, die Bemalung fixiert. Vier Jahre sollen die Arbeiten insgesamt dauern. Da ist es gut, dass das meiste im Museum unter den Augen der Besucher und bei laufendem Museumsbetrieb stattfindet. Es bietet außerdem eine schöne Gelegenheit, Einblicke in die Arbeit von Restauratoren zu bekommen.

3:06 min | Do, 18.4.2019 | 12:33 Uhr | SWR2 Journal am Mittag | SWR2

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Kunst

Isenheimer Altar erstrahlt in neuem Glanz

Marie-Dominique Wetzel

Der Isenheimer Altar im Unterlindenmuseum Colmar mit den wunderbaren Bildtafeln von Matthias Grünewald erstrahlt wieder in seinen ursprünglichen Farben. Hochspezialisierte Restauratoren aus Paris haben umfangreiche Reinigungs- und Reparaturarbeiten vorgenommen. Das Jesuskind hat wieder eine zartrosa Hautfarbe und sogar der Heiligenschein ist wieder zu sehen. Die Strahlkraft und feine Abstimmung der Farben ist überwältigend.

Farben in ursprünglicher Leuchtkraft

Das Jesuskind hat endlich wieder eine zartrosa Hautfarbe und schimmert nicht mehr gelblich wie unter dem alten Firnis. Und sogar den Heiligenschein sieht man nun wieder. Die Strahlkraft der Farben, ihre feine Abstimmung und naturalistische Genauigkeit ist einfach überwältigend: zum Beispiel hat Grünewald Marias Finger, die das Köpfchen des Jesuskinds stützen, also Druck aushalten müssen, etwas roter gemalt als die restliche Hand. Diese Detailgenauigkeit ist erst jetzt wieder zu sehen, sagt die Chefkonservatorin Pantixta de Pape:

„Die Restauratoren waren wie hypnotisiert, das war faszinierend mitanzusehen, sie saßen da mit ihren Wattestäbchen und murmelten immer wieder vor sich hin: das ist wunderbar! Einfach fantastisch! Obwohl wir natürlich wissen, dass Grünewald ein hervorragender Kolorist war. Aber die Experten haben bei jedem Quadratzentimeter gestaunt. Diese Transparenz der Farben, dieses Farbenspektrum!“ Chefkonservatorin Pantixta de Pape

Bilder geröntgt und mit 3D-Mikroskopen untersucht

Der heiklen Restaurierung des Meisterwerks gingen umfangreiche Studien voraus: Die Bilder wurden geröntgt und mit 3D-Mikroskopen untersucht, Pigmentproben wurden entnommen. Ein Experten-Komitee begleitet jeden Schritt, um zu verhindern, dass die Original-Malschicht Schaden nimmt.

Holzschnitzfiguren von Niklaus von Hagenau werden in Spezialwerkstätten restauriert

Bei der Reinigung der Altarbilder hat es sich um eine ästhetische Restaurierung gehandelt. Jetzt fehlt nur noch ein abschließender Schutz-Firnis. Die Restaurierung des Altars geht aber weiter. Die Holzschnitzfiguren des Altars von Niklaus von Hagenau wurden extra in Spezialwerkstätten nach Paris transportiert. Dort müssen sie zunächst einmal gründlich von Staub befreit werden und dann soll auch ihre Farbigkeit bald wieder erstrahlen. Und dann sollen auch die Holzrahmen der Altarbilder behutsam restauriert werden – um sie hatte man sich bisher kaum gekümmert. Vom 3. Juni – 10.7. werden dazu die Altartafeln auf Tische gelegt. Die Restauratoren arbeiten vor den Augen der Besucher im Museum. Eine einmalige Chance, die berühmten Gemälde von Matthias Grünewald ganz aus der Nähe zu betrachten!



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Do, 4.4.2019 | 22:45 Uhr

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