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SENDETERMIN Do, 25.10.2018 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

Markus Mauthe und sein Projekt "An den Rändern der Welt" Bedrohte Vielfalt

Markus Mauthe ist für den Fotoband "Lost" um die Welt gereist, um Menschen in entlegenen Gebieten der Welt zu porträtieren. Ein Kamerateam war auch dabei. Der Film kommt am 1.11. ins Kino.

Jahrelang hat Naturfotograf und Greenpeace-Aktivist Markus Mauthe an seinem neuesten Großprojekt "Lost - Menschen an den Rändern der Welt" gearbeitet. Über 20 indigene Gruppen hat er auf der gesamten Erde aufgespürt und fotografiert, vom Südsudan über Äthiopien bis hin zu den Seenomaden in Malaysia.

Entstanden sind Bilder, die berühren und aufrütteln sollen. Ein Appell für den Erhalt der indigenen Lebenswelten, die ohne das Umdenken in der westlichen Welt nicht mehr lange existieren werden. Seine Fotos sind jetzt im Bildband "Lost - Menschen an den Rändern der Welt" im Knesebeck Verlag erschienen.

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Menschen an den Rändern der Welt

"LOST" | Bildband von Markus Mauthe

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Naturfotograf Markus Mauthe ist in entlegenste Gebiete gereist, um Menschen zu treffen, die an den Rändern unserer modernen, westlich geprägten Welt leben. "Lost" heißt sein Bildband.

Myanmar, Padaung
Die ungewöhnliche Halsbereifung der Padaung hat auch Markus Mauthe fasziniert. Was für ein großes Maß an Disziplin gehört dazu, sich zeitlebens diese Last auf die Schultern zu laden? Umso erstaunlicher ist es, dass diese Tradition freiwillig weitergeführt wird, während durch die Globalisierung überall auf der Welt kulturelle Eigenheiten verschwinden.
© Markus Mauthe/Knesebeck Verlag

Naturfotograf Markus Mauthe ist in entlegenste Gebiete gereist, um Menschen zu treffen, die an den Rändern unserer modernen, westlich geprägten Welt leben. "Lost" heißt sein Bildband.

Myanmar, Padaung
Die ungewöhnliche Halsbereifung der Padaung hat auch Markus Mauthe fasziniert. Was für ein großes Maß an Disziplin gehört dazu, sich zeitlebens diese Last auf die Schultern zu laden? Umso erstaunlicher ist es, dass diese Tradition freiwillig weitergeführt wird, während durch die Globalisierung überall auf der Welt kulturelle Eigenheiten verschwinden.
© Markus Mauthe/Knesebeck Verlag

West Papua, Korowai
Den Korowai folgte Markus Mauthe auf einem langen Fußmarsch durch einen überfluteten Sumpfwald und durfte an ihrem Alltag teilhaben. Ihre Naturverbundenheit hat den Fotografen beeindruckt.
© Markus Mauthe/Knesebeck Verlag

Brasilien, Amazonas, Awá
Nichts, was Mauthe bei den Awá fotografierte, war Folklore. Sie praktizieren ihre rituellen Tänze, tragen traditionelle Kleidung. Pfeil und Bogen sind Jagdwaffen und keine Dekoration. Kaum zu glauben, dass nicht weit entfernt von ihrem Dorf täglich Hunderte Eisenbahnwaggons vorbeidonnern. Deren Streckenbau hat den Niedergang der Natur in diesem Teil des Amazonas eingeleitet.
© Markus Mauthe/Knesebeck Verlag

Südsudan, Suri
Das Boma-Plateau ist ein kleiner Bergzug im östlichen Südsudan. Umgeben von Trockensavanne hat sich vor ca. zehn Jahren eine kleine Gruppe Suri vor den Unruhen im Land hierher geflüchtet. Durch die erhöhte Feuchtigkeit existiert hier eine Art tropischer Regenwald. Doch Wasser ist knapp und um überleben zu können, wurden für Viehzucht und Ackerbau schon viele der uralten Bäume gefällt.
© Markus Mauthe/Knesebeck Verlag

Südsudan, Mundari
Das Schicksal der Mundari ist erstaunlich. Obwohl ihr Lebensraum nur wenige Autostunden von der südsudanesischen Hauptstadt Juba entfernt liegt, scheinen Jahrzehnte des Bürgerkriegs der Identität dieser Gruppe kaum geschadet zu haben. Nur wenig hat sich das Leben in den Rinder-Lagern verändert. Nach wie vor sind es die jungen Männer und Frauen, die hier für die imposanten Tiere mit den riesigen Hörnern sorgen. Die Pflege der Tiere ist eine der wichtigsten Tätigkeiten in den Lagern der Mundari. Jedes Rind hat einen genauen Platz, an dem es an einen Pflock gebunden die Nacht verbringt.
© Markus Mauthe/Knesebeck Verlag

Südsudan, Mundari
Die Rinder werden morgens und abends mit Asche aus den abgebrannten Feuern abgerieben. Der Qualm der Feuer hält die Stechmücken fern. Das Einreiben mit Asche oder Lehm schützt auch die Mundari vor Plagegeistern.
© Markus Mauthe/Knesebeck Verlag

Fotograf Markus Mauthe
© Simon Straetker

Russland, Tschuktschen
Überall auf der Welt hat Markus Mauthe gesehen, wie moderne Errungenschaften traditionelle Werkzeuge und Gewohnheiten verdrängen, doch kein noch so innovatives Material kann die genialen Funktionen des Rentierfells ersetzten. Im Winter treiben Schneestürme die Temperaturen bis unter 50 Grad Celsius. Bis heute sind es die doppelt gelegten Häute der Tiere, die als Kleidung oder Behausung für die Tschuktschen dienen.
© Markus Mauthe/Knesebeck Verlag

Indonesien, Bajau
Seenomaden, die bis heute auf kleinen Booten im Wasser leben, waren schwer zu finden. Die meisten leben auf Stelzenhäusern im Gezeitenbereich zwischen den Inseln. An einer kleinen, vorgelagerten Insel am südöstlichen Ende Borneos ist Mauthe fündig geworden: Sieben Boote lagen dort vor Anker.
© Markus Mauthe/Knesebeck Verlag

Äthiopien, Hamar
"Von allen fünf Volksgruppen, die ich im Omo-Tal besuchen durfte, scheinen mir die Hamar diejenigen zu sein, deren Alltag noch am unbehelligtsten von negativen Einflüssen von außen ist“, so Markus Mauthe. Eine Hochzeit stand während des Besuchs bevor. Die Frauen richteten sich die Haare und machten sich die Haut frisch. Sie tragen viele dünne Zöpfe. Die Erstfrau hat zudem das Recht, einen dicken Halsreif zu tragen.
© Markus Mauthe/Knesebeck Verlag

Äthiopien, Kara
„Beim Gedanken an das Schicksal der Kara bin ich traurig. Die Menschen, die sich mit Blumen schmücken, werden verlieren“, schätzt der Fotograf die Situation der Volksgruppe ein. Ihr Lebensraum ist dem Omo-Fluss sehr nahe. Neben ihren Dörfern wurde zum Zeitpunkt von Mauthes Besuch Landraub im großen Stil praktiziert. Hier entstehen riesige Flächen, auf denen in der sengenden Hitze der afrikanischen Savanne Baumwolle angebaut werden soll.
© Markus Mauthe/Knesebeck Verlag

Südsudan | Markus Mauthe bei den Jiye
© Simon Straetker

LOST
Menschen an den Rändern der Welt
von Markus Mauthe, Florens Eckert
Gebunden mit Schutzumschlag, 320 Seiten, mit 250 farbigen Abbildungen
Knesebeck Verlag, 2018
ISBN 978-3-95728-138-8
Euro 50,--

Erstmals wurde Markus Mauthe bei seiner Arbeit von einem Filmteam begleitet. Der Kinofilm "An den Rändern der Welt" läuft ab 1.11. im Kino.

Kinotrailer "An den Rändern der Welt"

Seine Vortragsreihe zum Thema, bei der man Markus Mauthe live erleben kann, startet ebenfalls im November.

Kunscht! hat den 49-Jährigen in seiner Heimat am Bodensee getroffen. Wir wollten wissen, wie authentisch sind seine Bilder? Will und kann er damit wirklich die Welt retten?

Bildband
LOST - Menschen an den Rändern der Welt
Von Markus Mauthe und Florens Eckert
Gebunden mit Schutzumschlag, 320 Seiten, mit 250 farbigen Abbildungen
Knesebeck Verlag, 2018
ISBN 978-3-95728-138-8
Euro 50,-