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SENDETERMIN Do, 31.1.2019 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

Electroclash-Sängerin Peaches in "Die sieben Todsünden" in Stuttgart Schauspiel, Oper, Ballett und ein Star der Szene

Der Mensch - das Opfer des Kapitalismus. Das Thema ist nicht neu, wer denkt da nicht zunächst einmal an die Gesellschaftskritik von Bertolt Brecht. Das Staatstheater Stuttgart hat sich jetzt "Die sieben Todsünden" von Bertolt Brecht und Kurt Weill vorgenommen und daraus eine Großproduktion gemacht.

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„Die sieben Todsünden“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht

Elektroclash-Sängerin Peaches mischt das Staatstheater Stuttgart auf

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„Die sieben Todsünden“ ist ein satirisches Ballett mit Texten von Bertolt Brecht und Gesang von Kurt Weill. In der Inszenierung des Staatstheater Stuttgarts steht auch Peaches mit auf der Bühne. Die kanadische Elektroclash-Sängerin und Aktivistin ist bekannt für ihre provokanten Aufritte und ihr Engagement für Gleichberechtigung und sexuelle Freiheit. Premiere war am 2. Februar.

Im Bild: Josephine Köhler, Peaches

„Die sieben Todsünden“ ist ein satirisches Ballett mit Texten von Bertolt Brecht und Gesang von Kurt Weill. In der Inszenierung des Staatstheater Stuttgarts steht auch Peaches mit auf der Bühne. Die kanadische Elektroclash-Sängerin und Aktivistin ist bekannt für ihre provokanten Aufritte und ihr Engagement für Gleichberechtigung und sexuelle Freiheit. Premiere war am 2. Februar.

Im Bild: Josephine Köhler, Peaches

Mit Zynismus und Humor erzählt Bertolt Brecht die Geschichte von Anna, die Opfer des kapitalistischen Systems geworden ist. Anna wird von ihrer Familie zur Prostitution gezwungen, damit endlich Geld für das Eigenheim in die Kasse kommt.
„Die Sieben Todsünden“ sei aktueller denn je, sagt Peaches in SWR2. Die heutige Gesellschaft sei getrieben vom Hyperkapitalismus.

Im Bild: Christopher Sokolowski, Gergely Németi, Louis Stiens, Florian Spiess, Elliot Carlton Hines, Peaches, Staatsorchester Stuttgart

Zum ersten Mal seit 23 Jahren arbeiten die Sparten Schaupiel, Ballett und Oper des Staatstheater Stuttgart in der Inszenierung zusammen. Die Familie von Anna wird gespielt von Sängerinnen und Sängern der Staatsoper Stuttgart. Die Rolle der Anna ist gleich mehrfach besetzt. Sie wird verkörpert von Schauspielerin Josephine Köhler und dem Tänzer und Choreographen Louis Stiens. Peaches spielt die ältere Anna, die als Erzählerin ihre eigene Geschichte rückblickend kommentiert.

Im Bild: Melinda Witham (hinten), Louis Stiens, Peaches, Josephine Köhler

Regisseurin Anna-Sophie Mahler hat für die Ausbeutung des Individuums ein Symbol gefunden: Den Boxkampf. Er versinnbildlicht, wie Menschen sich vom System benutzen lassen und sich dabei selbst zerstören. Zu der Vorlage von Brecht und Weill hat die Regisseurin im zweiten Teil neue Texte hinzugefügt.

Im Bild: Josephine Köhler, Louis Stiens

Hier gerät die Inszenierung zu einer Peaches-Performance. Die Künstlerin beeindruckt mit Stimme und Spiel - ein Spektakel für Auge und Ohr. langweilig ist das Stück jedenfalls nicht. Das Staatstheater Stuttgart zeigt „Die Sieben Todsünden“ noch bis zum 30. März. Alle Vorstellungen sind ausverkauft.

Im Bild: Josephine Köhler, Peaches, Louis Stiens

Es ist das erste Mal seit 23 Jahren, dass Schauspiel, Ballett und Oper wieder an einer Aufführung gemeinsam arbeiten. Aber was für eine Bedeutung haben Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Unzucht, Habsucht und Neid als Todsünden noch für uns heute? Die kanadische Electroclash-Sängerin Peaches gehört zu den Rebellen der Musikszene. Sie kämpft für sexuelle Freiheit und ist Teil der Inszenierung. Mit ihrer Hilfe soll das Stück entstaubt und für uns heute begreifbar werden. Genialer Coup? Funktioniert das? Kunscht! war bei einer der letzten Proben dabei.