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SENDETERMIN Do, 21.3.2019 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

Ausstellung Otto Piene im Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Mit Licht malen oder den Himmel auf die Erde holen – wie soll das gehen? Otto Piene (1928-2014) wollte etwas Neues in der Kunst schaffen und hat experimentiert.
1958 gründen Otto Piene und Heinz Mack die Bewegung "Zero", das heißt so viel wie: Stunde Null. 13 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs soll es ein Neuanfang sein, der von Optimismus geprägt ist. Piene will mit "Lichtballetten leuchtfarbener Luftballons" ästhetisch schöne Bilder schaffen, aber er setzt auch lackierte Bilder in Brand. Es entstehen schwarze Kreise auf leuchtendem Orange. Sonne, Mond, Planeten oder der Urknall - Otto Piene schafft sich einen eigenen Kosmos.

Im Arp Museum Bahnhof Rolandseck sind jetzt 53 Werke von Otto Piene zu sehen.

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Kunst

Bilder zur Ausstellung "Otto Piene" im Arp Museum

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Goldglänzende Keramikobjekte, rot-schwarz glühende Reliefs wie Vulkane und kinetische Objekte mit Lochungen, die in unregelmäßiger Abfolge Lichtsterne aufleuchten lassen – Otto Piene ist ohne Zweifel ein Künstler, der sein eigenes Credo verwirklicht hat, denn er sagte einmal: „Das Licht ist da und dringt überall hin, und nicht ich male, sondern das Licht.“

Auf dem Bild: Otto Piene, Bausch, 1998. More Sky Collection.

Goldglänzende Keramikobjekte, rot-schwarz glühende Reliefs wie Vulkane und kinetische Objekte mit Lochungen, die in unregelmäßiger Abfolge Lichtsterne aufleuchten lassen – Otto Piene ist ohne Zweifel ein Künstler, der sein eigenes Credo verwirklicht hat, denn er sagte einmal: „Das Licht ist da und dringt überall hin, und nicht ich male, sondern das Licht.“

Auf dem Bild: Otto Piene, Bausch, 1998. More Sky Collection.

Waren 1957 die Arbeiten noch von der Leinwand und dem Farbauftrag bestimmt, indem Piene durch Siebe Ölfarbe drückte und dadurch Linien von Punkten erscheinen ließ, ging er in den 1960er Jahren dazu über, seine Bilder mit Lackfarbe zu besprühen. Diese wurde dann angezündet, und es bildeten sich dicke schwarze Blasen und aufgerissene Häute, die gelbrote Schichten freigaben.

Auf dem Bild: Otto Piene, Die Geburt des Regenbogens, 1973. More Sky Collection.

Später perforierte der Zero-Künstler die Oberflächen aus Metall oder Keramik und brachte direkte Lichtquellen ein. So etwa in einer Rauminstallation von Jena von 2007, die jetzt im Arpmuseum nachgebildet wurde. Die Lichtbahnen wirken wie Kometenschweife oder Umlaufbahnen von Planeten.

Auf dem Bild: Otto Piene, Lichtraum Jena (Installationsansicht), 2007.

Otto Piene hat sich so Kuratorin Jutta Mattern seinen eigenen Kosmos erschaffen: „Piene will einen Raum entdecken, Weite entdecken, den Himmel erobern. Hier übertragen sich die 60er Jahre mit der bemannten Raumfahrt, als Bilder übermittelt wurden von den Oberflächen der Planeten, der Gestirne – das alles zeigt sich bereits in seinen Arbeiten.“

Auf dem Bild: Otto Piene, Komet, 1973. More Sky Collection.

Der Kreis spielt eine große Rolle, begegnet uns in vielen Werken – mal als gebogene Lichtbahn, mal als eine Ansammlung von Keramikkugeln, die mit Gold besprüht und glasiert wurden. Gerade hier gibt es Bezüge zu den Werken von Hans und Sophie Taeuber-Arp, den Namenspatronen des Museums. Beide haben wie Otto Piene mit Licht und Kreis gearbeitet.

Auf dem Bild: Otto Piene, Hemisphäre Platin, 2007. More Sky Collection.

In der Ausstellung werden sechs Arbeiten von Fontana jenen von Otto Piene gegenüber gestellt. Fontana erschuf einen 200 Kilo schweren Bronzemeteor mit einem tiefen Loch. Die Themen ähneln sich – weg von der realen Welt hin zu einem Kosmos der Träume. Die Ausstellung im Arpmuseum in Rolandseck lässt uns einen wichtigen Nachkriegskünstler in all seinen Facetten und Bezügen wiederentdecken – und nicht nur ihn, sondern auch den damaligen Zeitgeist, den Aufbruch nach dem Zweiten Weltkrieg in ein neues, besseres Universum.

Auf dem Bild: Lucio Fontana, Spheres, 1957.