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SENDETERMIN Do, 16.5.2019 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

Aus dem Kunstmuseum Stuttgart Kunscht! vom 16.5. mit Ariane Binder

• Musikspektakel auf heiklem Terrain - mit Fans aus dem Südwesten beim "Eurovision Song Contest" in Tel Aviv!
• Kunstspektakel in der Lagunenstadt - mit der Mainzer Galeristin Dorothea van der Koelen auf der "Biennale" in Venedig!
• Gold aus Pharaonengräbern - seltener Einblick in 3.000 Jahre altägyptische Hochkultur in der "Völklinger Hütte"!
• Liebesdrama voll düsterer Opulenz - "Mayerling" am Stuttgarter Ballett mit Bühnenbild und Kostümen von Theaterlegende Jürgen Rose!
• Denkanstoß im Schlossgarten - Bildhauer Tobias Rehberger und seine große Kunstinstallation zur Stuttgarter Stadtplanung!
• Kulturtipps

Die Themen im Einzelnen

Mit Fans aus dem Südwesten beim "Eurovision Song Contest" in Tel Aviv!

4:43 min | Do, 16.5.2019 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

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Eurovision Song Contest 2019

Mit Fans aus dem Südwesten beim ESC in Tel Aviv

Am 18.5. findet das Finale des Eurovision Song Contests (ESC) in Israel statt. Kunscht! begleitet Fans aus dem Südwesten nach Tel Aviv und geht der Frage nach, wie unpolitisch der ESC im Nahen Osten sein kann.

Es ist wieder soweit. Es ist ESC-Time. Doch dieses Jahr fahren viele Fans aus dem Südwesten mit gemischten Gefühlen zum Eurovision Song Contest nach Israel. Daran sind nicht nur die Ticketpreise Schuld, die sich verdoppelt bis verdreifacht haben, sondern in erster Linie die angespannte politische Lage.

Wie erleben Fans den ESC in Tel Aviv? Eigentlich sollte der Musikwettbewerb unpolitisch sein, aber ist er das heutzutage noch? Kunscht! ist in Tel Aviv dabei.

Mit der Mainzer Galeristin Dorothea van der Koelen auf der "Biennale" in Venedig!

Die Galerie van der Koelen hat den Stammsitz in Mainz, aber eine Filiale in Venedig. Bei der Biennale ist das natürlich ein Riesenvorteil: Da wird die Galerie zu einem der Zentren der deutschen Kunstszene. Die Spezialgalerie für Konzeptkunst genießt weltweit Anerkennung.

4:22 min | Do, 16.5.2019 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

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Biennale Venedig 2019

Mit Galeristin Dorothea van der Koelen in Venedig

Die Mainzer Galerie van der Koelen hat auch eine Filiale in Venedig. Kunscht! nimmt die 58. Biennale zum Anlass, Galeristin Dorothea van der Koelen vor Ort zu treffen!

Auf der Biennale gibt es gleich zwei Ausstellungen: Die 83-jährige Künstlerin Lore Bert stellt eine Papierinstallation direkt am Palazzo Grassi vor, und in der Galerie van der Koelen gibt es eine Überblicksschau der wichtigsten Künstler der Galerie. Kunscht! war mit Fabrizio Plessi, Joseph Kosuth und Lore Bert bei den Ausstellungseröffnungen und hat eine idyllische Bootsfahrt mit Galeristin Dorothea van der Koelen unternommen.


Ausstellung "PharaonenGold" in Völklingen

3:57 min | Do, 16.5.2019 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

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Ausstellung

"PharaonenGold" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Die Ausstellung "PharaonenGold" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte gibt einen seltenen Einblick in 3.000 Jahre altägyptische Hochkultur!


"Mayerling" am Stuttgarter Ballett mit Bühnenbild und Kostümen von Theaterlegende Jürgen Rose!

4:52 min | Do, 16.5.2019 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

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Ballett

"Mayerling" am Staatstheater Stuttgart

Es ist ein Liebesdrama voll düsterer Opulenz: Am 18.5. feiert "Mayerling" am Stuttgarter Ballett Premiere, mit Bühnenbild und Kostümen von Theaterlegende Jürgen Rose!


Stadtentwicklung - Tobias Rehbergers "Probegrube" für Stuttgart 21

4:31 min | Do, 16.5.2019 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

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Stadtentwicklung

Tobias Rehbergers "Probegrube" für Stuttgart 21

Denkanstoß im Schlossgarten - Bildhauer Tobias Rehberger und seine große Kunstinstallation "Probegrube" zur Stuttgarter Stadtplanung!


Kulturtipps

3:04 min | Do, 16.5.2019 | 22:45 Uhr | SWR Fernsehen

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Veranstaltungstipps

Tango-Nächte und der Sparda-Kunstpreis 2019

Tango-Nächte mit "El Afronte", Emile Parisien und Vincent Peirani und der Kubus. Sparda-Kunstpreis 2019 im Kunstmuseum Stuttgart!


Tango Nights - das argentinische Orquestra Tipica "El Afronte" trifft auf die Jazz-Stars Émile Parisien & Vincent Peirani

"El Afronte" machen Tango, und eigentlich ist der rund 100 Jahre alt. Aber diese zehn Musiker aus Buenos Aires spielen Tango von heute. Nostalgiefrei, überraschend, aufregend. Und damit nicht genug. Vincent Peirani und Émile Parisien sind mit von der Partie. Junge Franzosen, Zukunft des Jazz. Auch der schon über 100 Jahre alt. Bei ihnen taufrisch. Fest steht: Es wird sensationell.

"Tango Nights"
Das argentinische Orquestra Tipica "El Afronte" meets Emile Parisien & Vincent Peirani
27.5., Berlin, Philharmonie
31.5., Stuttgart, Theaterhaus
01.6., Baden-Baden Festspielhaus
05.6., CH-Basel, St. Martinskirche
06.6., Hamburg, Elbphilharmonie

Der Kubus. Sparda-Kunstpreis 2019 im Kunstmuseum Stuttgart

15 wurden vorgeschlagen. Vier sind nominiert für den Kubus. Sparda-Kunstpreis. Der würdigt alle vier Jahre herausragende Leistungen im Bereich der Bildenden Kunst in Baden Württemberg. Die Finalisten sind Sinje Dillenkofer, Peter Granser, Annette Kelm und Armin Linke. Ihre Werke sind zu sehen im Kunstmuseum Stuttgart. Am 21. Mai ist Preisvergabe.

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Kunstmuseum Stuttgart

Bilder zur Ausstellung "Sparda-Kunstpreis 2019"

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„Heaven in Clouds“ heißt eine Gated Community in einer chinesischen Megacity, vor der Peter Granser eines Tages stand – und wusste, dass er seinen neuen Werkkomplex eben so betiteln würde. „Heaven in Clouds“ ist ein vieldeutiger Titel. Er passt auch zum Smog, der die Stadt fast jeden Tag vernebelt. Den Namen dieser Megacity nennt Granser nicht. Es geht ihm um die Auswirkung von Urbanisierungsprozessen, die sich weltweit in vielen Städten zeigen, in China freilich sehr extrem.

Auf dem Bild: Peter Granser - Stage, aus „Heaven in Clouds“, 2009–2012. Archival Pigment Print, 75 x 100 cm.

„Heaven in Clouds“ heißt eine Gated Community in einer chinesischen Megacity, vor der Peter Granser eines Tages stand – und wusste, dass er seinen neuen Werkkomplex eben so betiteln würde. „Heaven in Clouds“ ist ein vieldeutiger Titel. Er passt auch zum Smog, der die Stadt fast jeden Tag vernebelt. Den Namen dieser Megacity nennt Granser nicht. Es geht ihm um die Auswirkung von Urbanisierungsprozessen, die sich weltweit in vielen Städten zeigen, in China freilich sehr extrem.

Auf dem Bild: Peter Granser - Stage, aus „Heaven in Clouds“, 2009–2012. Archival Pigment Print, 75 x 100 cm.

Granser kombiniert seine dokumentarischen Fotografien mit poetischen abstrakten Bildern, die er „Night Sky“ („Nächtlicher Himmel“) nennt. „Es sind Langzeitbelichtungen des Himmels über der Stadt, die nachts aufgenommen wurden: riesige LED- und Neonleuchtreklamen, die den Himmel erhellt haben. Die fotografische Technik gibt mir die Möglichkeit, die Lichtpartikel mit Langzeitbeleuchtung in dem starken Smog der Stadt einzufangen.“

Auf dem Bild: Peter Granser - Night Sky 015364, aus „Heaven in Clouds“, 2009–2012. Archival Pigment Print. 170 x 127,5 cm.

Es sind verlockend schöne Bilder, die in ihrer Unschärfe die hässliche Realität verbergen. Und definitiv solche, die im Gedächtnis bleiben.

Auf dem Bild: Peter Granser - Paradajs 4, aus „I Walked Into a Cave and Up To Paradajs“, 2016. Archival Pigment Print, 135 x 90 cm.

Peter Granser macht seit 15 Jahren von Stuttgart aus international Furore. Seine Fotoserie aus China füllt den ersten Raum der Ausstellung zum Sparda-Kunstpreis, den die Besucher sehen.

Armin Linke, der als Professor an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung wirkte, zeigt sein neues Projekt „Image Capital“. Es ist ästhetisch der absolute Gegenpol zu Peter Granser, eine intellektuelle Untersuchung über das Wesen und die Bedeutung der Fotografie, etwa als Medium der Erinnerung oder der Sicherung von Daten.

Auf dem Bild: Armin Linke - Iron Mountain Preservation Facility, Boyers (Pennsylvania) USA, 2018

Theoriefaktor hoch. Mit dem klassischen Kunstbegriff hat das nicht mehr viel zu tun.

Auf dem Bild: Armin Linke - Photo Library, The Kunsthistorisches Institut in Florenz, Max Planck-Institute, 2018.

„Ich denke, dass Kunst hier anfängt“, so Armin Linke, „indem man richtige Fragen über unsere Geschichte stellt – auch die Zukunft unserer Geschichte.“

Fragen wirft auch die Stuttgarter Fotografin Sinje Dillenkofer auf. Da geht es etwa um Geschlechterstrukturen in der Hierarchie oder um die menschliche Hybris, Lebewesen wie ein Schöpfer selbst zu formen.

Auf dem Bild: Sinje Dillenkofer - Disjunktion 3, aus „Disjunktionen paralleler Konstrukte“, 2019, Handabzug Barytpapier, 51 x 61 cm (Rahmenmaß).

Dem spürt Dillenkofer nach in ihren Tierporträts, etwa von Walliser Schwarzhals-Ziegen, die sie direkt im Stall auf der Schwäbischen Alb in einem eigens gebauten Fotostudio porträtierte. „Ich fand es so prägnant, dass man so eine radikale Züchtung überhaupt hinkriegt und natürlich das große Streben danach hat, diese Linie, die den Körper exakt zwischen schwarz und weiß halbiert, zu perfektionieren.“

Auf dem Bild: Sinje Dillenkofer - Ziege 1, 2010. C-Print, 180 x 180 cm.

Sinje Dillenkofer

Annette Kelm wird unter anderem durch die renommierte König Galerie vertreten. In ihren zugleich klaren und sehr rätselhaften Fotografien orientiert sie sich an klassischen Sujets wie Porträt und Stillleben.

Auf dem Bild: Annette Kelm - Judith, Old Masters, 2014. C-Print, 66,5 x 53,5 cm (Rahmenmaß).

Grüne Äpfel auf kariertem Stoff, ein Pizzakarton mit einem Stück Borke, Schilfhalme, unter denen Dollar-Noten liegen, und immer wieder Blumen, merkwürdig arrangiert. Die Motive von Annette Kelm irritieren und faszinieren zugleich.

Auf dem Bild: Annette Kelm - Still Life with Spring, 2017. Archival Pigment Print, 120 x 90 cm.

„Ich möchte jetzt niemandem vorschreiben, wie er das Bild zu lesen hat. Das soll für sich stehen“, sagt Annette Kelm und ist darin künstlerisch absolut überzeugend.

Auf dem Bild: Annette Kelm - Vitrine zur Geschichte der Frauenbewegung in Baden-Württemberg, Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Stuttgart, 2013. C-Print, 78 x 62,5 cm.

Kelm lebt heute in Berlin, doch die Erinnerungen daran, wie Stuttgart sie in ihrer Jugend prägte, sind noch immer wach: der Kunstlehrer am Katharinenstift, das Werkstatthaus Ost, die ifa-Galerie und nicht zu vergessen 1993: die Jeff-Koons-Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart. Schön, dass Annette Kelm nun für die Ausstellung zum Sparda-Kunstpreis Kubus zurück gekommen ist.

Bei den früheren Ausstellungen im Kubus des Kunstmuseums Stuttgart wurden die Positionen auf die drei Etagen verteilt. In diesem Jahr müssen sich nun vier nominierte Künstler die Etagen teilen, was die Struktur der Ausstellung erheblich stört. Immerhin, sie stellt ein breites Spektrum fotografischer Positionen vor.