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Eine Frau spritzt sich Wasser ins Gesicht.

SENDETERMIN Mi, 12.2.2020 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Zart und geschmeidig So pflegen Sie Haut und Haar im Winter

Gerade im Winter ist unsere Haut oft trocken und schuppig. Die trockene Heizungsluft saugt der Haut den letzten Rest Feuchtugkeit aus den Poren. Wir geben Tipps, wie Ihre Haut wieder streichelzart wird.

Was auf und unter die Haut geht

Wenn´s draußen kalt, nass und trüb ist und drinnen kuschelig warm und trocken, reagiert die Haut: Sie sieht trocken aus und schlimmstenfalls auch noch schuppig. Die kalte Winterluft hat der Haut meist noch den letzten Rest Feuchtigkeit aus den Poren gesaugt.

Dazu kommt, dass man im Winter oft so warm „verpackt" ist, dass man unter seiner Kleidung schwitzt. Verliert der Körper zu viel Feuchtigkeit, beginnt die Haut zu spannen oder sogar sich zu schuppen.

Schuld daran sind meist die Talgdrüsen in der Haut, die temperaturabhängig reagieren: Bei Kälte produzieren sie weniger Talg. Im Winter manchmal gar keine hauteigenen Lipide mehr. Die Hilfe muss jetzt von außen kommen – in Form von Fett und Feuchtigkeit. Der Fettanteil in der Creme übernimmt die Aufgabe fehlender Lipide. Doch nicht nur die Haut leidet unter den extremen Temperaturschwankungen, sondern auch Lippen, Hände, Nägel und Haare brauchen im Winter mehr Aufmerksamkeit und eine besondere Pflege.

Wie Sie Ihrer Haut jetzt helfen können

Typische Merkmale für trockene Haut sind eine weißliche Verfärbung, Schuppen, Rauhigkeit und häufig juckt und spannt die Haut auch noch.

Sendet die Haut solche Signale, sollten Sie Faktoren, die die trockene Haut noch zusätzlich belasten, möglichst gering halten. Vermeiden Sie deswegen zu häufiges Duschen, heiße Bäder, alkalische Seifen oder entfettende Chemikalien so weit wie möglich. Wer lieber ölt als cremt, kann nach dem Duschen oder Baden noch Olivenöl, Mandelöl, Jojobaöl oder Kokosöl au die noch feuchte Haut auftragen.

Wer seinem Gesicht im Winter einen "Frische-Kick" gönnen will, kann das schnell mit ein vier Zutaten aus dem Kühlschrank machen:

Zutaten:

Quark
Sahne oder Mich
Olivenöl
Zucker
Alle Zutaten miteinander vermischen und für 10-15 Minuten im Gesicht einwirken lassen. Mit feuchtem Tuch abwischen.

Lichtschutzfaktor ist auch im Winter wichtig

Weil sich in der sonnenärmeren Jahreszeit auch die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht, sollten Sie jedenfalls im Gesicht darauf achten, Pflegeprodukte mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor zu verwenden. Für die tägliche Hautreinigung empfehlen sich rückfettende Reinigungsprodukte wie eine Reinigungsmilch oder -creme oder hydrophile Reinigungsöle. Die laugen die Haut weniger aus.

Im Winter besser auf Peelings verzichten

Wer Peelings mag, sollte im Winter äußerst sparsam damit umgehen, und – wenn überhaupt – sie nur abends verwenden und danach ein reichhaltiges Nachtpflegepräparat auftragen. Wer seiner Haut einen extra Feuchtigkeitskick geben will, versorgt seine Haut mit einer Feuchtigkeitsampulle unter der Nachtcreme. Damit „tanken“ Sie Ihre Haut auf und sorgen damit für eine ausgleichende Feuchtigkeitsbalance.

Pflegende Lippenbekenntnisse im Winter

Die Lippen haben nur eine dünne Hornschicht und produzieren kein eigenes Fett. Deswegen werden sie auch im Winter schnell rau oder sogar wund.

Gehaltvolle Lippenpflegepräparate mit hochwertigen pflanzlichen Fetten und Wachsen (z.B. Bienenwachs, Shea- oder Kakaobutter, Jojobaöl, Candelilla- und Carnauba-Wachs) schützen die Lippen vor dem Austrocknen. Wer im Schnee spazieren geht oder Ski fährt, sollte eine Lippenpflege mit hohem Lichtschutzfaktor benutzen. Brennen die Lippen bereits, sollten Sie sie die auf keinen Fall mit Speichel befeuchten – das trocknet sie nur noch weiter aus. Schnelle natürliche Hilfe bietet dagegen ein Tropfen Honig oder eine Spur Butter auf den Lippen. Kündigt sich ein Herpes an, hilft z.B. Teebaumbalsam.

Sorgen Sie für einen zarten Händedruck

Wer will schon trockene, gerötete oder raue Hände? Gerade im Winter freuen sich Hände über Handbäder und -packungen. Dafür eigenen sich reichhaltige Pflanzenöle. Am besten lassen sich raue Hände vermeiden, wenn Sie nach jedem Wasserkontakt eine hochwertige Handcreme auftragen und auch gut im Nagelbett einmassieren, damit die Haut um die Nägel herum nicht zu trocken wird und einreißt.

Tipp: Wer empfindliche Haut hat, sollte keine Wollhandschuhe tragen, denn die können die Haut zusätzlich irritieren. Stattdessen sollten Sie lieber gefütterte Lederhandschuhe wählen.

Wie Sie Ihr Haar verwöhnen können

Wer jetzt seinem Haar ein Haarwachs und Spitzenpflegemittel gönnt, verleiht seiner Frisur nicht nur Halt und Glanz, sondern schützt es auch vor Wind und Wetter.

Wundern Sie sich, dass Sie plötzlich Schuppen haben? Daran ist meist die trockene Heizungsluft und ein zu heißer Föhn schuld. Liquid-Hair-Produkte glätten die poröse oberste Haarschicht. Wer jedoch mehr Zeit und Pflege in sein Haar investieren will, verwöhnt sein Haar einmal die Woche mit einer Intensivkur aus Mandel-, Weizenkeim- oder Olivenöl. 30 Minuten einwirken lassen und danach wieder gründlich auswaschen. Danach das Haar nicht heiß trocknen, sondern lieber lauwarm föhnen oder lufttrocknen lassen. Gegen „fliegende“ Haare hilft dieser Tipp: Etwas Creme in den Händen verreiben und über die Haare streichen.

Übrigens: Im Durchschnitt wächst ein Haar im Monat einen Zentimeter – doch nicht im Winter! Da wächst das Haar bis zu einem halben Zentimeter weniger. Der Grund hierfür ist das verringerte Zellwachstum in der dunklen Jahreszeit. Das gleiche Phänomen lässt sich übrigens auch bei den Nägeln an Fingern und Zehen zu beobachten!

Im Studio: Prof. Dr. med. Claudia Pföhler, Fachärztin für Dermatologie