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Toilette putzen

SENDETERMIN Mi, 25.3.2020 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Endlich wieder sauber So bringen Sie Ihre Toilette zum Strahlen

Da kommen wir alle nicht drum herum: Regelmäßig die Toilette gründlich reinigen. Wir haben hier zur Orientierung ein kleines "Frische-3Mal1" für das "Stille Örtchen" zusammengefasst:

1. Soforthilfe-Effekt

  • Mehrlagiges Toilettenpapier, hilft die Finger rein zu halten. Benutztes Klopapier immer über die Toilette entsorgen.
  • Schließen Sie vor dem Spülen immer den WC-Deckel. Das verhindert, dass krankmachende Erreger mit dem Sprühnebel im Raum verteilt werden. Anschließend Spülergebnis kontrollieren und mit der Toilettenbürste etwaige Reste gleich entfernen. Deckel schließen und erneut spülen!
  • Hände waschen ist Pflicht! Laut des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit in Bonn wäscht sich schätzungsweise nur jeder dritte Toilettenbesucher wirklich richtig die Hände. Wichtig: Mindestens 30 Sekunden gründlich einseifen und unter fließendem Wasser abspülen.

2. Bürsten-Effekt

  • Eine Toilettenbürste mit kleinem Randreiniger lässt verdächtige Spuren schnell und diskret verschwinden. Durch ihren regelmäßigen Einsatz wird die Oberfläche der WC-Schüssel auch ohne teure Putzmittel effektiv vom sogenannten „Biofilm“ gereinigt. Toilettensteine und Gels, die oftmals Sauberkeit und Hygiene suggerieren aber unsere Kläranlagen belasten, werden dadurch überflüssig.
  • Weichen Sie Ihre Klobürste regelmäßig im Becken ein, während sich der WC-Reiniger in der Schüssel befindet. Beim anschließenden Spülgang wird die Bürste meist gleich mit gesäubert.
  • Stark verschmutzte Bürsten über Nacht mit wenig Vollwaschmittel oder etwas Reiniger für die Spülmaschinen (alkalische Fettschmutzlöser) einweichen. Heißes Wasser verstärkt diesen einfachen Reinigungseffekt.
  • Das Abtropfwasser aus dem Bürstenständer entfernen. Die WC-Bürste sollten Sie regelmäßig austauschen. Modelle mit einem Bürstenkopf zum Wechseln sind zwar teurer in der Anschaffung, produzieren auf lange Sicht aber weniger Müll.

3. Putz-Effekt

  • Verwenden Sie für das WC immer ein separates Tuch. Also nicht dasselbe wie für das Waschbecken. Die Farbe Rot hat sich da bewährt, denn sie signalisiert „Vorsicht“!
  • Je nach Materialeigenschaft empfiehlt sich ein Viskose- oder ein Microfaser-Tuch. Die Tücher sollten mindestens bei 60°C waschbar sein. Nach Gebrauch erstmal gut trocknen, denn Bakterien vermehren sich gern in feuchter Wärme. Lappen häufig in der Maschine waschen.
  • Verteilen Sie den WC-Reiniger wenn nötig mit Hilfe der Toilettenbürste im WC-Becken. Bürsten Sie dabei auch gründlich unter dem Rand. Unterrandbürsten helfen dabei. Anschließend lassen Sie den Reiniger einwirken, damit er seine Kalklösekraft entfalten kann.
  • Reinigen Sie danach die Toilettenbrille, den Toilettendeckel und die Toilettenschüssel von außen mit einem Badreiniger. Beachten Sie hierbei vor allem die Unterseite des Toilettensitzes.
  • Zuletzt bürsten Sie das Toilettenbecken noch einmal gründlich und spülen durch.
  • Wichtig: Eine zusätzliche Desinfektion oder der Einsatz von stark chlorhaltigen oder ätzenden Reinigern sind bei einer normalen Verschmutzung nicht notwendig.

Bad- und WC-Reiniger gibt es viele zu kaufen. Doch beachten Sie, dass sie die verschiedenen Mittel nicht unbedingt gleichzeitig zum Putzen der Toilette benutzen.

Wenn unterschiedliche Chemikalien auf einander treffen, können gefährliche Dämpfe entstehen. Verwenden Sie säurehaltige Mittel nicht zusammen mit stark alkalischen oder chlorhaltigen Rohrreinigern oder Schimmelentfernern. Es kommt zu einer heftigen chemischen Reaktion, die ätzendes Chlorgas freisetzt.

WC-Reiniger für den Haushalt enthalten meist Milch- oder Zitronensäure, Tenside und Duftstoffe. Verdickungsmittel lassen den WC-Reiniger gut und lange an senkrechten Flächen haften wodurch sich die Wirkung noch verbessert. Die WC-Keramik reagiert nicht auf Säuren. So können Sie Toilettenreiniger bei starkem Schmutz auch mehrere Stunden einwirken lassen. WC-Reiniger sind aufgrund ihrer Inhaltsstoffe in der Regel ohnehin keimtötend. Somit ist der Einsatz zusätzlicher Desinfektionsmittel im Toilettenbecken nicht erforderlich. Nur bei äußerst starken Krusten oder Urinstein sollten sie zu Profi-WC-Reiniger greifen. Diese enthalten jedoch oft gefährliche Salz-, Salpeter- oder Phosphorsäuren.

Urinstein entsteht meist, wenn das Spülen vergessen oder „eingespart“ wird, durch eine chemische Reaktion. Der in Wasser gelöste Kalk im Toilettenabflussbereich verbindet sich mit dem Urin und der Harnsäure zu einer unlöslichen Kalk-Magnesiaverbindung. Urinsteinkrusten können rasch wachsen und sind nicht selten die Ursache für verstopfte Abwasserrohre. Mit normaler Essig- oder Zitronensäure lassen sie sich nicht entfernen. Da muss ein Urinsteinlöser ran. Diese enthalten oft starke Säuren wie Salz- oder Ameisensäure.

Badreiniger sind spezialisiert auf Kalkrückstände, Seifen- und Fettreste, Wasserflecken und Rostablagerungen. Im Wesentlichen werden den sauren Produkten auf der Basis von Zitronen-, Milch- oder Essigsäure, zusätzlich Tenside beigegeben. Diese benetzen die Oberflächen und beseitigen Ablagerungen. Hilfsmittel verhindern die Korrosion von Metallen. Duft- und Farbstoffe dienen lediglich der Produktästhetik, wie Stiftung Warentest bestätigt. Badreiniger können bei allen keramischen, emaillierten, Edelstahl-, Glas- und Kunststoffoberflächen eingesetzt werden. Sie sind nicht geeignet für Holz, Acryl- und Aluminiumoberflächen, alte emaillierte Badewannen, Marmor- und Natursteine.

Generell gilt: Nicht die Menge ist entscheidend. Je höher der Grad des Schmutzes, desto mehr Zeit sollten Bad- und WC-Reiniger haben, um zu wirken.

Per Live-Schalte: Prof. Dr. Benjamin Eilts, Professor für angewandte Reinigung und Hygiene