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SENDETERMIN Mi, 5.2.2020 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

So geht's einfach! Geschirr spülen

Von Hand spülen muss nicht ewig dauern. Mit System und dem richtigen Handwerkszeug ist ein Stapel Geschirr ruckzuck weg.

Welches Spülmittel ist sinnvoll?

Bei der Auswahl eines guten Spülmittels kann man Kriterien bei den Inhaltsstoffen berücksichtigen:

  • Keine synthetischen Tenside auf Erdölbasis, sondern beispielsweise Zuckertenside oder Fettalkoholsulfate
  • Pflanzliche und mineralische Inhaltsstoffe
  • Biologisch abbaubar
  • Hautfreundlich
  • Palmölfrei
  • Verpackung aus recyceltem Material

Spülmittel selbst herstellen

Die wichtigsten Bestandteile eines handelsüblichen Mittels sind Tenside. Darüber hinaus enthalten sie meistens noch Duft- und Farbstoffe. Ein selbstgemachtes Spülmittel spart Plastik und schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Hier die Zutaten für ein ökologisches Handspülmittel:

  • 20g biologische Kernseife
  • 1 TL Natron
  • 450 ml kochendes Wasser
  • 15 Tropfen ätherisches Öl

Die Kernseife mit einer Reibe zerkleinern und mit dem kochenden Wasser übergießen. Gut rühren. Sobald sich die Seife gelöst hat, Natron hinzugeben. Sobald die Lösung abgekühlt ist, das ätherische Öl hinzugeben. In einen leeren Seifenspender umfüllen und pro Spülwasserbecken 2-3 Pumphübe verwenden. Es schäumt nicht so stark wie konventionelles Spülmittel.

Grundsätzlich gilt:

Vorsicht beim Dosieren: Viel hilft nicht viel. Übermäßiger Schaum lässt das Geschirr schlechter trocknen. Bei Verwendung von Spülkonzentraten kann es schnell zu einer Überdosierung kommen. Lieber Spülmittel im Laufe des Abwaschs nachgeben.

Moderne Spülmittel entfalten ihre Reinigungs- und Fettlösekraft bereits bei mäßig warmem Wasser. Nachspülen mit heißem Wasser ist zwar gut für die Hygiene, aber haushaltsübliche Geschirrspülmittel sind nicht gesundheitsschädlich und sorgen beim Trocknen sogar für Glanz bei Glas und Porzellan.

Tests haben gezeigt, dass Konzentrate Essensreste meist besser lösen als klassische Spülmittel.

Grundsätzlich wird empfohlen, immer Handschuhe beim Spülen zu tragen - das gelte insbesondere für Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergiker.

So geht's noch schneller

Stark verschmutzte Töpfe und Pfannen mit heißem Wasser einweichen.
Zuerst mit den weniger stark verschmutzten, feineren Dingen beginnen und sich dann zu den schmutzigeren gröberen vorarbeiten (Gläser----Geschirr----Besteck----Töpfe).
Nasses Geschirr an der Luft trocknen ist die hygienischste und zeitsparendste Methode.

Helfer beim „Handspülen“

  • Spülbürste: fürs grobe Vorspülen und zum Reinigen von Besteck und Geschirr mit kleinen Zwischenräumen
  • Edelstahlscheuerspirale: damit lässt sich auch Angebranntes in nicht beschichteten Töpfen und Pfannen und bei Backblechen gut entfernen.
  • Schwammtuch: besonders sanft zu Glas und feinem Porzellan
  • Abtropfgitter und Besteckkorb: hier kann das Geschirr hygienisch einwandfrei an der Luft trocknen
  • Geschirrtuch: möglichst aus Baumwolle mit hohem Leinenanteil. Dann bleiben keine Fussel zurück

Was muss unbedingt mit der Hand abgewaschen werden?

Einige Gegenstände sollte man aufgrund des Materials nicht in den Geschirrspüler geben und lieber von Hand spülen. Dazu gehören

  • Silberbesteck: es würde in der Maschine anlaufen.
  • Besteck und Bretter aus Holz: sie quellen bei längerem Kontakt mit Wasser, erhalten einen unansehnlichen Grauschleier und bekommen Risse.
  • Keramikgeschirr: vor allem unglasiertes Steingut würde Wasser aufnehmen und es besteht Schimmelgefahr.
  • Geschirr mit Golddekoren: die Dekore würden sich mit der Zeit lösen.
  • Teure Gläser: hohe Temperaturen und Chemie setzen den Gläsern zu.
  • Teller und Becher aus Aluminium, Kupfer, Bronze, Zinn, Messing: wird durch die Säuren und Laugen aus dem Maschinenmittel angegriffen.
  • Isolierbehälter und -kannen: die Vakuumdichtungen könnten Schaden nehmen und die Isolierfähigkeit einschränken.

Hygiene

In der Geschirrspülmaschine wird das Geschirr mit hohen Temperaturen gespült, die beim Handspülen nicht erreicht werden können. Bei Verwendung von Gummihandschuhen kann hier die Temperatur nochmals erhöht werden. Ein größeres Hygienerisiko stellen Geschirrtücher dar. Ein wöchentlicher bis hin zum täglichen Wechsel wird empfohlen. Das gilt nicht nur für die Geschirrtücher, sondern auch für Schwämme und Bürsten. Regelmäßiger Wechsel ist auch hier unbedingt notwendig, um eine Keimverschleppung zu verhindern.


Im Studio: Martina Schäfer, hauswirtschaftliche Fachberaterin aus Ostrach-Wangen.