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Küchenschrank

SENDETERMIN Mi, 22.7.2020 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Lebensmittelmotten & Co. So werden Sie Schädlinge im Haushalt schnell wieder los

Wer kennt sie nicht? Die vielen kleinen lästigen Hausgäste. Wir geben Tipps, wie Sie die Krabbeltiere draußen halten können oder schnell wieder loswerden, wenn sie sich bei Ihnen im Vorratsschrank eingenistet haben.

Motten befallen oft Getreide, Mehl, Backwaren oder Hülsenfrüchte, aber auch in Nüssen, Schokolade oder Teemischungen und Gewürzen kann man sie finden. Viele Lebensmittel sind auch in ihrer Originalverpackung nicht sicher: Denn schaffen es die Motten, ihre Eier abzulegen, können sich daraus Larven entwickeln, die sich durch die Verpackung ins Innere bohren. Dort verunreinigen sie das Nahrungsmittel mit ihrem Kot und entwickeln durch den Stoffwechsel Feuchtigkeit, die zu gesundheitlich bedenklichen Schimmelnestern führen kann.

Alle Schädlinge verlassen zum Verpuppen das Lebensmittel und suchen sich ein ungestörtes Plätzchen, zum Beispiel Ritzen oder Löcher hinter Regalböden und Schränken. Bei der Verpuppung bilden sie das typische Puppengespinst und fallen oft erst im Küchenschrank auf. Verpuppung bilden sie das typische Puppengespinst und fallen oft erst im Küchenschrank auf.

Wie werde ich Motten wieder los?

Trotz aller Vorsichts- und Hygienemaßnahmen werden die meisten Lebensmittelmotten bereits beim Einkauf der Vorräte eingeschleppt, deshalb hier wichtige Tipps zur Bekämpfung:

  • Sie sollten befallene Vorräte ganz entfernen, Vorratsschränke und -räume gründlich nach Gespinsten absuchen und reinigen.
  • Unzugängliche Ritzen, Ecken und Lochleisten können Sie zuerst absaugen und zur Abtötung von Eiern und kleineren Raupen mit dem Föhn erhitzen. Werden Puppen, Larven oder Eier übersehen, haben Sie ständig Probleme mit Neubefall.
  • Nicht sichtbar befallene Vorräte werden, wenn möglich, im Backofen bei 60°C erhitzt oder eine Woche lang eingefroren, anschließend regelmäßig kontrollieren.
  • Lockstofffallen zur Befallserkennung sind im Handel erhältlich. Es handelt sich hierbei um Klebefallen, die mit Pheromonen, einem Lockduftstoff, geschlechtsreife Männchen anlocken. Es ist aber nicht auszuschließen, dass manche Weibchen vorher schon begattet wurden. Daher können diese Fallen bestenfalls für eine Verminderung sorgen. Es ist sinnvoll, die Fallen öfter zu wechseln, als es in der Bedienungsanleitung angegeben ist.
  • In hartnäckigen Fällen hilft das Ausbringen von Nützlingen: der winzigen Mehlmottenschlupfwespe:Die Eier der Schlupfwespen sind über den Gartenfachmarkt erhältlich. Eine Serie kostet ca. 48 Euro. Sie bestellen die Nützlinge per Postkarte und bekommen dann im Abstand von zwei Wochen vier Kärtchen mit Eiern zugesandt, die Sie in Küche oder Speisekammer in unmittelbarer Nähe der gefährdeten Lebensmittel verteilen. Ein Kärtchen reicht ungefähr für ein Regalfach von einem Meter Breite aus. Die Nützlinge, die nur eine Größe von 0,4 mm haben – mit dem bloßen Auge höchstens als Punkt sichtbar - schlüpfen über einen Zeitraum von zwei Wochen. Zur Eiablage befallen sie die Motteneier, sie nutzen sie als Wirt und töten sie damit ab. Die Schlupfwespen selber, die nicht fliegen sondern krabbeln, haben nur eine Lebensdauer von sieben bis zehn Tagen.
  • Wenn Sie eine regelrechte „Mottenplage“ in Ihren Vorräten haben, sollten Sie Kontakt zu einem Schädlingsbekämpfer aufnehmen. Dort erhalten Sie fachkundige Hilfe, auch für einen eventuellen Einsatz chemischer Mittel.

Wie beuge ich richtig vor?

  • Halten Sie nicht zu viele Lebensmittel auf Vorrat, besonders während der Sommermonate. Für einen Privathaushalt rechnet man je nach Personenzahl zwei bis vier Quadratmeter Lagerungsfläche, inklusive Kühl- und Gefriereinrichtungen.
  • Achten Sie bei der Lagerung von Trockenvorräten auf eine geringe Luftfeuchtigkeit. Frischvorräte hingegen, wie z.B. Kartoffeln, sollten bei ca. 90% Luftfeuchtigkeit gelagert werden.
  • Feinmaschige Fliegengitter vor den Fenstern halten kleine Krabbeltiere ab.
  • Füllen Sie alle Trockenprodukte (z.B. Samen, Nüsse, Getreide, Schokolade, Trockenfrüchte, Gewürzpflanzen, Teemischungen) in fest verschließbare Gläser oder Kunststoffbehälter um. Selbst Produkte in Metalldosen sind vor einem Befall von außen nicht immer sicher! Es kann auch vorkommen, dass Lebensmittel bereits beim Kauf befallen sind - durch das Umfüllen wird zumindest die Ausbreitung der Schädlinge vermieden.
  • Offenes Getreide am besten in Leinen- oder Baumwollsäckchen füllen und ein bis zwei Lorbeerblätter obendrauf geben. Die Getreidevorräte sollten regelmäßig umgerührt werden.
  • Bringen Sie stark duftende Gewürzöle wie Nelke oder Lorbeer regelmäßig auf kleine Hölzchen oder Watte und verteilen Sie die Düfte zwischen den Vorräten. Stark duftende Zedernhölzer können mit Hilfe von Schmirgelpapier immer wieder aufgeraut werden und verströmen natürlichen Duft.

Reinigung der Vorratsschränke

  • Reinigen Sie Ihre Vorratsschränke oder Regale ein Mal pro Woche mit einem milden Allzweckreiniger.
  • Überprüfen Sie dabei alle Vorräte auf Schäden oder Befall.
  • Achten Sie auf eine übersichtliche Anordnung, alte Vorräte kommen immer nach vorne, neue nach hinten.
  • Verwenden Sie kein Schrankpapier, es bietet ideale Schlupfwinkel für die Verpuppung! Dasselbe gilt für nicht benötigte Lochleisten – die lassen sich leicht mit einem Klebeband abkleben.

Was kann man gegen Silberfische tun?

Silberfischchen mögen es dunkel, warm und feucht. Diese Lebensgrundlagen sollten Sie den Tieren so gut es geht entziehen.

  • Richtig lüften, das heißt mehrmals täglich Stoßlüften
  • Defekte Silikonfugen erneuern
  • Spalte zwischen Türzarge und Wand verschließen
  • Badezimmer nach dem Baden oder Duschen gut durchlüften
  • Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen
  • Nachts sollten weder Lebensmittel noch Tierfutter offen herumstehen
  • Krümel, Haare etc. abends auffegen

Diese 3 Tipps dienen der Vertreibung

  1. Duftnoten aus Lavendel, Zitrone oder Essig mögen die Tiere nicht. Wischen Sie deshalb häufig mit starken Geruchszusätzen oder stellen Sie Duftschälchen auf.
  2. Ausgehöhlte Kartoffeln auf Papier nachts auslegen. Die Tiere lieben die Stärke und sammeln sich dort. So kann man sie am Morgen nach draußen tragen.
  3. Achtung: Finger weg von Salmiak/Amoniakwasser. Das ist nicht nur für Silberfischchen ungesund!

Wichtig: Silberfischchen deuten nicht auf einen Mangel an Hygiene, sind nicht gefährlich und übertragen keine Krankheiten.

Im Studio: Bärbel Neher, Netzwerk Haushalt