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Hemden aus Leinen

SENDETERMIN Mi, 14.8.2019 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Die ideale Sommerfaser Leinen - luftig leicht und kühlend

Kleidung aus Leinen - luftig leicht und kühlend und deshalb ideal für den Sommer. Tipps zur richtigen Pflege und langen Haltbarkeit eines der ältesten Pflanzenfasern.

Warum ist Leinen eine ideale Sommerfaser?

Tücher aus Leinen

Leinenfasern können Feuchtigkeit gut aufnehmen und schnell wieder abgeben

Leinenfasern schließen kaum Luft ein und wirken dadurch kühlend. Sie können Feuchtigkeit gut aufnehmen, aber auch schnell wieder abgeben und es entsteht Verdunstungskälte. Diese angenehme Trageeigenschaft zeichnet sie vor allem für leichte Oberbekleidung im Sommer aus, ist aber ideal für Bettwäsche oder Handtücher. Leinen besitzt die größte Nassfestigkeit aller Fasern und ist extrem strapazierfähig. Weil sie ständig Feuchtigkeit enthält, lädt sie sich nicht statisch auf.

So pflegen Sie Leinen richtig:

Waschen: Leinen können Sie grundsätzlich kochen. Bei Färbungen sollten die Hinweise beachtet werden. Für weiße Teile empfiehlt sich eine Waschtemperatur von 60°C, bunte Textilien und Leinenstricksachen lassen sich bei 40°C waschen. Bei höheren Temperaturen können die Teile einlaufen. Das feuchte Lagern sollte gemieden werden, da Stockflecken entstehen können. Befüllen Sie die Waschtrommel nur halb und waschen Sie mit viel Wasser, damit die Leinenfaser quellen kann. Sie knittert dann nicht so stark. Wählen Sie einen kurzen Schonwaschgang, der nur ganz leicht anschleudert, denn lange Waschdauer strapaziert die Fasern. Tipp: Sie können die Kleidung grundsätzlich vor dem Waschen einweichen. Dann quillt die Faser im Wasser auf und bricht beim Waschen nicht durch die mechanische Beanspruchung in der Waschtrommel. Das verhindert das Knittern.

Eine Frau gibt Waschmittel in die Waschmaschine

Ein Feinwaschmittel ohne optische Aufheller ist empfehlenswert

Waschmittel: Es empfiehlt sich Feinwaschmittel ohne optische Aufheller zu verwenden, da Naturfasern nach häufigem Waschen heller werden. Bei heller Bettwäsche kann aus hygienischen Gründen eine Oxibleiche zugegeben werden.

Trocknen: Vor dem Trocknen sollte der Leinenstoff in Form gestreckt und ganz normal aufgehängt werden. Kleider, Blusen und Jacken möglichst auf Kleiderbügel. Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie sie nicht im Wäschetrockner trocknen. Tipp: Ist nach dem sanften Schleudern noch zu viel Feuchtigkeit vorhanden, kann man diese einfach und schonend entfernen: Legen Sie das Kleidungsstück auf ein großes, saugfähiges Tuch (Molton, Bettlaken, Badehandtuch) und rollen Sie es mit dem Tuch zusammen zu einer dicken „Wurst“ auf. Die kann man jetzt kräftig wringen, ohne dass dem teuren Stück etwas passiert. Das Wasser wird durch das Wringen aus dem Kleidungsstück in das Tuch gepresst. Das Wringen können Sie beliebig oft wiederholen, jedes Mal mit trockenen Tüchern, bis die Restfeuchte zufriedenstellend ist.

Ein Bügeleisen

Die Leinentextilien vor dem Bügeln nicht ganz trocknen lassen

Bügeln: Trockene Hitze schadet der Leinenfaser! Lassen Sie die Teile nie ganz abtrocknen, da es einfacher ist, eine durch und durch feuchte Faser zu bügeln als sie nur mit Dampf oberflächlich zu befeuchten. Leinen kann dann bei 220°C gebügelt werden. Stellen Sie für das Leinenbügeln das Bügelbrett eine Stufe niedriger, dann können Sie leichter mit mehr Druck bügeln. Helle Leinenstoffe zunächst von links, dann für mehr Glanz von rechts bügeln. Der Glanz entsteht, wenn die abstehenden Faserhärchen glatt gepresst werden. Dunkle Leinenstoffe nur von links bügeln, da es beim Handbügeln immer zu ungleichmäßigen Glanzstellen kommt.

Tipp: Ein traditionelles Hilfsmittel für die Leinenbüglerei ist Krauseminzewasser. Mit einem Tuch aufgetragen oder mit einem Sprühkopf fein aufgesprüht, ermöglicht es das Glattbügeln von starken Falten weil die Krauseminze die Faserhärchen aufrichtet und damit eine Vereinheitlichung der Stoffstruktur erzielt.

Im Studio: Bärbel Neher, Netzwerk Haushalt