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Weiße und schwarze Bürste

SENDETERMIN Mi, 18.9.2019 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Haushalt Bürsten für den Haushalt

Bürsten sind praktische kleine Haushaltshelfer und können richtig eingesetzt, die Hausarbeit an vielen Stellen erleichtern. Wir stellen eine sinnvolle Grundausstattung aber auch Spezialbürsten vor, schauen auf nachhaltige Materialien und geben Tipps für den hygienischen Einsatz.

Kleine Materialkunde

Borstenerzeugnisse – Naturborsten oder Kunststoffborsten?
Borstenerzeugnisse werden aus Natur- oder Kunststoffmaterialien maschinell oder in Handeinzug hergestellt. Für den Handeinzug werden heute nur noch hochwertigste Naturmaterialien verarbeitet. Bürsten entfernen nur lose aufliegenden oder auf der Oberfläche haftenden Schmutz. Eingedrungenen Schmutz können sie nicht entfernen.

Tipp: Arbeiten Sie immer nur mit so viel Druck, dass sich die Borste nicht verbiegt, sonst fällt der Schmutz wieder heraus. Angefeuchtete Bürsten arbeiten schonender, weil die mechanische Wirkung etwas abgefedert wird.

Bürstenkörper
Bürstenrücken oder Bürstenkörper sind aus Holz, Zelluloid oder verschiedenen Kunststoffen. Zum Einsatz kommen hauptsächlich Buche, Eiche, Birnbaum, Esche, oder – vor allem in der Körperpflege – Olivenholz. Je nach Zweck werden die Hölzer entweder unbehandelt weiterverarbeitet, geölt oder gewachst. Für Haar- und Kleiderbürsten wird der einfache Holzkörper gerne mit einer Auflage aus Edelholz oder sogar Silber verkleidet.

Tipp: Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Bürste gut in der Hand liegt oder der Stiel ergonomisch geformt ist, das erleichtert das Arbeiten. Bürstenkörper in geschwungener S-Form ermöglichen eine leichte Reinigung von Ecken und Kanten.

Bürstenbesatz
Kunststoffe wie Polyamid, Polypropen oder Polyester sind widerstandfähiger gegen Abrieb als Naturborsten. Kunststoffborsten werden gerne zu preisgünstigen Haushalts- und Spülbürsten verarbeitet, weil diese aus hygienischen Gründen häufig ausgetauscht werden. Schrubber und Haushaltsbürsten aus Kunststoff lösen grobe Verschmutzungen und sind sehr strapazierfähig.

Sie verfilzen und verrotten nicht durch Nässe oder Chemikalien, können im trockenen Einsatz aber Kratzer verursachen. Sie sind in verschiedenen Härtegraden erhältlich und oft gemischt verarbeitet. In der Anschaffung sind sie oft preiswerter, allerdings oftmals nicht so langlebig, weil sie sich in der Form verändern.

Naturborsten aus Pflanzen oder Tierhaaren verändern sich beim Arbeiten im Nassbereich durch Quellung. Sie trocknen wesentlich langsamer als Kunststoffborsten und entwickeln in feuchtem Zustand einen gewissen Eigengeruch. Sie sind weicher als Kunststoffborsten und werden deshalb gerne für empfindlichen Untergrund eingesetzt. Damit man lange Zeit Freude an ihnen hat benötigen sie sorgfältige Pflege. Eine Bürste aus hochwertigem Naturmaterial ist dann aber nahezu unverwüstlich.

Pflanzenfasern sind zum Beispiel Fibre aus der Agave, Arenga aus der Zuckerpalme, Kokos aus der Kokosnuss, Fasern der Fächerpalme oder der Weinpalme oder Reiswurzel. Diese Borsten sind bruchfeste Fasern in unterschiedlicher Zähigkeit. Sie eignen sich für alle trockenen Flächen im Innen- und Außenbereich. Arenga lässt sich außerdem auch gut auf feuchten Böden zum Beispiel als sehr strapazierfähiger Schrubberbürste einsetzen. Fibre ist sehr hygienisch, Hitze- und säurebeständig und hat ein hohes Wiederaufrichtvermögen. Es eignet sich bestens als Material für Spülbürsten und überall dort, wo es auf Hitzebeständigkeit ankommt.

Tierhaare sind sehr elastisch, haltbar und glänzend, allerdings auch teurer in der Anschaffung aber bei guter Pflege extrem langlebig. Von den Tierhaaren wird
Rosshaar wird am meisten verarbeitet. Hier verwendet man Haare der Mähne und Schweifhaar von Pferden. Die kräftigen Schweifhaare der Pferde eignen sich gut für die Herstellung von Spinnenfegern, Besen und Handfegern. Die weichen Haare aus der Mähne sind für die Herstellung von Staubbürsten sowie Schuh-Glanzbürsten ideal.

Einzelne Hersteller verwenden auch Schweineborsten. Borsten sind an den Haarwurzeln wesentlich dicker und somit härter als an den Spitzen, so dass man je nach Bedarf harte oder weiche Bürsten fertigt. Der untere, härteste Teil der Borsten findet als erster Schnitt hauptsächlich für Haar-, Kleider- und Nagelbürsten Verwendung, zweiter und dritter Schnitt für Massage-, Bade-, Scheuer- und Schuhbürsten.

Ziegenhaar oder Lammfell sind sehr hochwertige Naturprodukte, die besonders weich sind. Sie eignen sich durch die statischen Eigenschaften besonders für alle Arten von Staubfegern, hochwertigen Maniküre- und Puderbürsten und als Babybürsten. Sehr gut sind feine Computerbürsten zur Reinigung von Tastatur und Bildschirm. Hier ist es ein großer Vorteil, dass Ziegenhaar sich nicht statisch auflädt.

Bürsten mit Kautschukbesatz eigen sich in angefeuchtetem Zustand sehr gut, um Fusseln, Haare oder Schuppen von Kleidung abzubürsten. Sie entfernen auch Tierhaare und eignen sich in der größeren Variante auch als Polsterbürste.

Eine Auswahl nützlicher Bürsten

Küche

  • Spülbürste mit Wechselkopf
  • Flaschenbürste mit festem oder biegsamem Stiel für Gläser, Vasen und Flaschen
  • Gemüsebürste mit weichen und harten Borsten
  • Topfbürste mit Messingdraht
  • Milchschaumschlauchbürste - auch für andere schmale Gefäße sinnvoll

Badezimmer

  • Toilettenbürste mit Wechselkopf
  • Haarfangbürste -- hält Abflüsse frei
  • Rasierpinsel und Zahnbürste

Haus- und Textilpflege

  • Staubbürste aus Lammfell - spart jede Menge Staubtücher
  • Schrubberbürste für grobe Verschmutzungen, zur Reinigung von Gartenmöbeln oder Terrassen- oder Balkonplatten
  • Heizkörperflachbürste
  • Kleiderbürste
  • Flusenbürste für Kleidung und Polster

Was man nicht unbedingt haben muss

  • Bücherbürste - Ziegenhaar eignet sich aber auch zum ausbürsten empfindlicher Textilien z.B. Kaschmirpullis oder für elektronische Geräte, weil es den Staub bindet ohne zu kratzen
  • Klettverschlussbürste - säubert Klettverschlüsse schnell und effizient

Expertin im Studio: Bärbel Neher, Netzwerk Haushalt