Bitte warten...
Zuckerwürfel und Buchstabenwürfel, die das Wort Diabetes ergeben.

SENDETERMIN Mi, 13.11.2019 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Gesundheit Volkskrankheit Diabetes

Die Zahlen sind alarmierend: Weltweit leiden mehr als 194 Millionen Menschen an Diabetes mellitus, der sogenannten „Zucker-Krankheit“, Tendenz steigend. Diabetes zählt zu den großen „Volkskrankheiten“, allein in Deutschland gibt es 6,7 Millionen diagnostizierte Fälle. Doch die Dunkelziffer ist hoch.

Die häufigste Form: Diabetes Typ II

Die häufigste Form, die meist bei Erwachsenen vorkommt, ist der Diabetes Typ II, früher „ Alters-Zucker“ genannt. Er macht sich meist erst nach dem 40. Lebensjahr bemerkbar. Auslöser sind oft Übergewicht, fettreiche Kost und Bewegungsmangel. Vermutlich die Hälfte der Typ II Diabetiker weiß noch nichts von ihrer Erkrankung, da anfangs meist keine Beschwerden auftreten. Wichtig beim Diabetes ist, dass er früh erkannt und behandelt wird.

Übrigens, das Gute an der modernen Diabetes-Therapie: Man muss nicht mehr auf alles Süße verzichten. Denn heute passt sich die Therapie dem Essen an und nicht umgekehrt. Allerdings müssen Diabetiker rechnen können und verantwortungsbewusst mit ihrer Krankheit umgehen. Dann kann man heute den Alters-Diabetes gut in den Griff bekommen.


Mehr Bewegung

Senioren fahren Fahrrad

Bewegung hilft gegen Alzheimer

  • Viel bewegen, nicht nur die durchschnittlichen 700 Meter am Tag gehen, sondern gezielt täglich 30 – 60 Minuten laufen.
  • Statt mit dem Auto mit dem Fahrrad fahren. Sport treiben- in der Gruppe geht’s oft besser.
  • Sportart mit leichter bis mittlerer Belastung wählen, z.B. Nordic Walking!

Ansonsten: Wer in die Risikogruppe fällt, sollte unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Ein Blutzucker-Test in der Apotheke kann ersten Aufschluss geben, wenn dieser positiv ist, dann sollte man sofort einen Arzt-Termin vereinbaren oder gleich beim Hausarzt „Check-up ab 35“ machen lassen.

So sollten sich Diabetiker ernähren

Der wissenschaftliche Fortschritt zeigt, dass sich eine ausgewogene, vollwertige aber kalorienbewusste Mischkost bewährt und nicht wie zuvor angenommen, dass ein generelles Zuckerverbot die Diabetikertherapie verbessert.

Das bedeutet:

  • Viel Gemüse und Obst essen, aber nur zwei Portionen Obst am Tag, denn darin steckt sehr viel Zucker.
  • Vollkornbrot, statt Weißbrot ist zu bevorzugen, denn dieses lässt den Blutzuckerspiegel nicht so rasch ansteigen.
  • Auf den Fettgehalt der Lebensmittel achten, denn bei Diabetes ist auch der Fett- und Eiweißstoffwechsel gestört. Somit mageres Fleisch und fettarme Milchprodukte (1,5% Milch oder 30% Fett i. Tr. Käse) bevorzugen.
  • Wertvolle Öle wie Rapsöl, Olivenöl oder Leinsamenöl anstelle von Schmalz oder Palmin einsetzen.

In Maßen erlaubt sind Knabbereien, Süßes, fette Wurst und fetter Käse. Alkohol sollte nur mit einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit eingenommen werden, sonst ist die Gefahr hoch, eine Unterzuckerung zu bekommen.

Um den Blutzucker konstant zu halten, sollten die Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag verteilt werden, dieses können bis zu sechs Mahlzeiten am Tag sein.
Trinken darf ein Diabetiker alle ungesüßten Getränke wie Tee, Kaffee, Mineralwässer, light-Limonade oder Gemüsesäfte. Der Einsatz von Zucker ist in bestimmten Maßnahmen erlaubt: < 10kcal% des Gesamtenergiebedarfs (bei 1800 kcal wären dass 180kcal Zucker = 45 g Haushaltszucker), im Rahmen einer Mahlzeit die Eiweiß und Fett enthält nicht in purer Form.

Kohlenhydrat-Austauscheinheiten (BE/KHE) sind für Typ-2 -Diabetiker mit Übergewicht irrelevant. Diese machen Sinn für insulinbehandelte Diabetiker (Typ-1-Diabetiker). BE und KHE sind nicht als Berechnungseinheit, sondern als Schätzeinheit anzusehen. Eine BE bzw. KHE entspricht ca.10-12g Kohlenhydrate.

Experte im Studio: Prof. Daniel König, Diabetologe

Eine Auswahl von DIABETES-Links im Internet: