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Im Sprechzimmer: Kritischer Blick eines Arztes auf eine erzählende Patientin

SENDETERMIN Di, 23.7.2019 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Gut vorbereitet So klappt das Gespräch mit dem Arzt

Das Arzt-Patienten-Verhältnis ist kompliziert. Begegnungen auf Augenhöhe wären schön, sind aber selten. Wie Patienten dennoch das Beste aus dem Arztbesuch machen, erklärt Kai Buchalla.

Ganz wichtig! Die richtige Vorbereitung

Am besten erstellen Sie sich eine richtige Checkliste mit allen Fragen, die Sie an den Arzt haben, die dann im Gespräch durchgegangen werden können. Wichtig ist auch, Vorbefunde und Dokumente mitzubringen, z.B. Laborwerte, Röntgenbilder, Impfausweis und Medikationsplan. Das ist immer dann wichtig, wenn eine Arzt zum ersten Mal besucht wird.

Eine ausführliche Checklisten gibt es bei der Patienten Universität Hannover

Leitfaden für ein gutes Patienten-Arzt Gespräch

  1. Der Arzt sollte immer als erstes überprüfen, welchen Wissensstand der Patient hat und dann – daran angepasst – das jeweilige Problem besprechen.
  2. Am Ende des Gesprächs sollte sich der Arzt vergewissern, dass der Patient alles verstanden hat.

Achten Sie bei einem Gespräch darauf, dass Sie Ihre Fragen losgeworden. Den Arzt immer direkt ansprechen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben!

Am Ende des Gesprächs alles noch einmal zusammenfassen

Es kann hilfreich sein, als Patient am Ende noch einmal kurz mit eigenen Worten zu wiederholen, was man aus dem Gespräch mitgenommen hat. Dadurch können Missverständnisse frühzeitig ausgeräumt werden!

Darf der Patient das Gespräch dokumentieren?

Als Patientin/Patient haben Sie das Recht sich während des Gespräches Notizen zu machen. Darüber hinaus ist der Arzt dazu verpflichtet, das Gespräch, sowie sämtliche Untersuchungen, genau zu dokumentieren. Laut §630g BGB hat jeder Patient das Recht auf Einsichtnahme in seine Patientenakte. Dies kann vom Arzt lediglich dann verweigert werden, wenn durch die Einsichtnahme die Genesung gefährdet ist. Für eine Kopie kann der Arzt max. 0,50 Euro pro kopierter Seite verlangen.

Bei schweren Diagnosen ruhig mehrere Termin vereinbaren

Ist der Patient nicht mehr aufnahmefähig, sollte er dies dem Arzt mitteilen und auch keine Scheu haben, seine Gefühle zu zeigen. Kein Arzt verlangt von seinen Patienten, dass alles heroisch und ohne Gefühle ertragen wird. Wenn Sie nicht mehr aufnahmefähig sind, um einen weiteren Termin bitten um sich zu sammeln und zu sortieren. Man benötigt oft mehrere Gesprächstermine, um ein gesundheitliches Thema ganz zu verstehen. Das ist normal!

Probleme bei der Medikamentenverordnung

Oft verordnen unterschiedliche Ärzte für einen Patienten Medikamente. Also z.B. der Hausarzt und danach der Neurologe. Bei Fragen zu den Medikamenten ist dann oft unklar, an wen sich der Patient halten soll: den Apotheker, den Hausarzt oder muss er den Facharzt nochmal aufsuchen? Zuständig ist eigentlich immer der Arzt, der die letzte Verordnung macht!

Tipp: Gute Informationen zur Gesundheit findet man z.B. bei der Unabhängigen Patientenberatung oder bei www.gesundheitsinformation.de

Experte im Studio: Kai Buchalla, Unabhängige Patientenberatung Deutschland