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Ganz Ohr – Die weite Welt des Hörens

SENDETERMIN Mi, 30.10.2019 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Richtig hören Schwerhörigkeit vorbeugen

Hören ermöglicht uns die Umwelt vollständig zu erfassen, uns zu orientieren, mit unseren Mitmenschen zu kommunizieren. Wer schlecht hört, fühlt sich gehemmt, sogar ausgeschlossen. Die Ursachen sind vielfältig.

Zusammenspiel Ohr – Gehirn

Unser Gehirn erbringt in lauten Situationen Höchstleistungen, um Geräusche zu entschlüsseln. Während des Hörprozesses leistet es mehr Arbeit als die Ohren. Wer nur eine leichte Hörminderung hat, kann sich oftmals nach Besuchen lauter Orte sehr erschöpft fühlen, weil das Gehirn auf „Höchsttouren“ läuft. Der sensible Ablauf des Hörens im Ohr und in den Nervenbahnen des Gehirns kann auf vielfältige Weise gestört werden. Oft genügt schon ein dicker Ohrschmalzpfropf, um die Weiterleitung der Schallsignale zu behindern und eine vorübergehende Schwerhörigkeit auszulösen. Aber es gibt auch eine Vielzahl ernstzunehmender Ursachen.

Mögliche Ursachen

Hörstörungen können sich durch äußere oder innere Einflüsse entwickeln, sie können aber auch angeboren sein. Je nach Ursache kann sie plötzlich auftreten und wieder verschwinden. Häufig setzt sie schleichend ein, wird mit der Zeit stärker und führt zu einem dauernden Hörproblem. Art und Form, wie Schwerhörigkeit sich äußert, geben zusammen mit anderen Begleitsymptomen schon Hinweise auf mögliche Auslöser.

Ohren zuhalten

Ein kontinuierlicher Lärmpegel von 85 Dezibel führt zu einem Hörschaden

Unsere Ohren sind empfindliche Organe, die es zu schützen gilt. Durch Vermeidung von übermäßigem Lärm können wir Hörverlust vorbeugen. Je intensiver und länger man sich lauten Geräuschen aussetzt, umso größer ist die Gefahr das Gehör zu schädigen. Ein kontinuierlicher Lärmpegel von 85 dB führt zu einem Hörschaden. Diese Lautstärke entspricht dichtem Straßenverkehr. Ein Presslufthammer erzeugt einen Geräuschpegel von ca. 100 dB und in Rockkonzerten werden 110-120 dB erreicht. Diese Tonintensität kann auch problemlos in Kopfhörern erzeugt werden. Auch verunreinigtes Wasser kann Ohrenentzündungen auslösen, die letztlich zu einem Hörschaden führen können. Weitere Risikofaktoren, die zu einer Hörminderung führen können, sind Schmerzmittel und Diabetes.

Besser einen Hörtest zu viel

Hörgerät

Das Tragen eines Hörgeräts kann den Hörverlust beheben

Haben Sie Hörprobleme? Dann sollten Sie einen Hörtest machen lassen. Sie selbst können nicht feststellen, ob es an Erschöpfung oder Stress liegt. Da sich der Gehörsinn oft langsam verschlechtert, tritt eine Gewöhnung an die verminderte Hörfähigkeit ein. Deshalb ist die Wahrnehmung der Hörminderung sehr subjektiv. Ein Hörtest beim Ohrenarzt weist einen vorhandenen Hörverlust nach. Auf Grund der Diagnose entscheidet der Arzt über die weitere Behandlung oder ob ein Hörgerät angebracht ist. Ein Hörverlust kann häufig durch die richtige Behandlung oder durch das Tragen eines geeigneten Hörsystems behoben werden.

Ohren richtig säubern

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So geht´s sanft

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Finger weg von Wattestäbchen.

Finger weg von Wattestäbchen.

Ohrmuschel mit einem Waschlappen und etwas lauwarmen Wasser reinigen.

Beim Duschen etwas Wasser in die Ohren laufen lassen, danach abtrocknen.

Ist die Haut der Ohrmuscheln trocken, helfen ein paar Tropfen Babyöl.

Fremdkörper im Ohr und Ohrenschmalzpfropfen sollten immer von einem Arzt entfernt werden.

Im Studio: Prof. Dr. med. Frank Riedel, Facharzt für HNO