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Eine Arzt erklärt einer Frau ein Röntgenbild.

SENDETERMIN Mi, 16.10.2019 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Knochenschwund Osteoporose - was kann ich tun?

Es gibt Möglichkeiten dem fortschreitenden Knochenschwund aktiv entgegen zu wirken und damit Knochenbrüche im Alltag zu vermeiden. Bewegung, Ernährung und medikamentöse Therapie sind die drei Säulen zur erfolgreichen Behandlung.

Osteoporose ist eine weit verbreitete Krankheit, von der in unserer älter werdenden Gesellschaft immer mehr Menschen betroffen sind. Der Knochenschwund bleibt oft über Jahre hinweg unbemerkt und geht einher mit einer erhöhten Gefahr für Knochenbrüche. Typisch sind Oberschenkelhalsbrüche, Brüche von Rückenwirbeln, Armknochen und Handgelenken.

Mit verantwortlich für Osteoporose sind:

  • eine mangelnde Aufnahme und Verwertung von Kalzium
    Nahaufnahme vom schwammigem Knochengewebe von Osteoporose betroffen.

    Schwammiges Knochengewebe

  • um Kalzium verwerten zu können, braucht der Körper Vitamin D – das durch genussvolles Sonnenbaden oder möglichst viel Aufenthalt an der frischen Luft in der Haut gebildet wird
  • Kieselsäuremangel
  • Übersäuerung des Gewebes durch falsche Ernährung, Dauerstress, Schlafmangel, Lärm, Leistungsdruck, Umweltgifte
  • zu wenig Bewegung
  • die Geschlechtshormone Östrogen (bremst den natürlichen Knochenabbau) und Testosteron oder Progesteron (u.a. zuständig für den Knochenaufbau) stabilisieren den Calciumhaushalt, sind aber im Alter in geringeren Mengen vorhanden.
  • wichtig sind auch intakte Nebenschilddrüsen: Sie produzierten die Hormone Parathormon und Kalzitonin, die den Kalziumspiegel im Blut konstant halten.

Bewegung stärkt die Knochensubstanz

Senioren fahren Fahrrad

Bewegung hilft gegen Alzheimer

Den Skelettaufbau können Sie durch Sport und Bewegung ankurbeln. Knochen brauchen Belastung, um den regelmäßigen Knochen Auf- und Abbau zu regulieren. Als besonders günstig gelten sanfte und andauernde Bewegungen, die den Körper nicht überfordern. Zum Beispiel Laufen, Gehen, Rad fahren, Tanzen, Schwimmen, Gymnastik oder ein spezielles Fitnesstraining. Auch jedes Muskeltraining ist zugleich Knochentraining, hält gleichzeitig Herz und Kreislauf fit und tut der Seele gut.

Ernährung

Bei richtiger Ernährung kann Knochenmasse wieder aufgebaut werden! Wenn die Lebensbedürfnisse unseres Körpers erfüllt werden, besitzt er ein erstaunliches Regenerationsvermögen. Es ist nicht wichtig, viel Milchprodukte zu sich zu nehmen, da Milchprodukte im Körper zu Säuren abgebaut werden. Um diese Säuren zu neutralisieren, greift der Körper auf die (basischen) Kalzium- und Magnesiumvorräte (aus den Knochen) zurück. Dadurch werden die Knochen schleichend entmineralisiert. Naturjoghurt wird nur in geringem Maße zu Säuren abgebaut. Wenn wir ihn anreichern mit Gartenkräutern wie Dill und Petersilie, die eine hohe Kalziumdichte haben, ist er geeignet für die kleine Mahlzeit zwischendurch.

Reife Früchte, Gemüse, grüne Blattsalate, Kartoffeln und Kräuter sind der Milch in der Kalziumdichte (= Menge Kalzium pro Kalorie) überlegen und liefern dem Körper außerdem die so wichtigen Basen. Außer Kalzium braucht der Knochenstoffwechsel noch Kieselsäure (Silizium), Kalium (für die Muskeln), Vitamin C, B6, K, Folsäure und Karotin – alles enthalten in pflanzlichen Nahrungsmitteln und Kräutern aus dem Garten oder von der Wiese.

Kalzium und Vitamin D

Reicht die Aufnahme von Kalzium und Vitamin D durch sportliche Aktivitäten und ausgewogener Ernährung nicht, so werden Kombi-Produkte aus Kalzium und
Vitamin D empfohlen.

Frühzeitig vorbeugen

Veranlagung und Lebensstil spielen eine Rolle, aber auch Arzneien können den Knochenschwund begünstigen. Patienten, die Rheumamittel oder Kortison über längere Zeit einnehmen, sind gefährdet. Je früher eine Osteoporose erkannt wird, desto erfolgversprechender ist die Therapie. Durch frühzeitiges Eingreifen kann der Abbau gestoppt und die Knochendichte sogar mittelfristig wieder in einen altersentsprechenden Zustand gebracht werden.

Im Studio: Dr. med. Jens Knak, Orthopäde