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Verschiedene Kakteen und Sukkulenten

SENDETERMIN Mi, 1.4.2020 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Winterharte Kakteen Kakteen fürs Freie

Viel Sonne, wenig Wasser und einige Schaufeln mineralisches Substrat – das reicht schon für eine Kakteenkolonie vor der eigenen Haustür. Ideal auch für den Südbalkon. Viel Freude mit winterharten Kakteen, verspricht uns Gärtnermeister Matthias Uhlig.

Jetzt ist eine gute Zeit für den Start einer solchen Bepflanzung. Eine nach Süden geneigte leichte Hanglage ermöglicht nicht nur optimale Sonneneinstrahlung, sie sorgt auch für ungehindertes Ablaufen von überschüssigem Wasser. Das Substrat muss auch gut durchlässig sein, damit es in der regenreichen Jahreszeit nicht zu Staunässe und dadurch zu Fäulnisschäden kommt.

Bepflanzung

Für eine gemischte Bepflanzung eignen sich winterharte Kakteen und Sukkulente sowie Agaven und Yucca. Für Gruppen, die ohne Regenschutz wachsen, ist eine gute Drainage mit einer 10 bis 15 cm dicken Schicht aus zerschlagenen Tonscherben oder grobem Schotter notwendig. Auf diese Drainageschicht können Sie größere Steine setzen, die zum einen als Wärmespeicher dienen und zum anderen der Anlage Gestalt verleihen. Nachdem die Solitärsteine ihren Platz gefunden haben, können Sie die Zwischenräume mit der eigentlichen Kakteenerde auffüllen.
Die Mischungen können aus zu gleichen Teilen Bims-, Lava- und Granitgrus, mittelfeinem Basaltsplitt, zerstoßenen Blähtonkugeln, einem mittelfeinen Sand-Kies-Gemisch und handelsüblicher Kakteen - und Gartenerde bestehen.

Pflege

Die winterharten Kakteen sind zwar pflegeleicht, aber ohne Pflege verwildern die Pflanzen nach wenigen Jahren. Eine Grillzange und ein langes Messer sind zum Entfernen von Unkraut und zu langen Trieben ein hilfreiches Werkzeug. Wenn Sie die winterharten Kakteen ohne Regenschutz kultivieren ist das Gießen überflüssig, ebenso das Düngen. Wenn Sie dennoch ihre Pflanzen düngen möchten, um ein rascheres Wachstum und mehr Blüten zu erzielen, dann müssen Sie im Juli bereits damit aufhören. Die Triebe, die nicht ausreichend Zeit zum Ausreifen hatten, werden die Fröste nicht schadlos überstehen. Außer Schnecken machen sich kaum Schädlinge bemerkbar.

Ursprüngliche Heimat der winterharten Kakteen

Ihre enorme Anpassungsfähigkeit hat es den Individuen der Kakteenfamilien ermöglicht die unterschiedlichsten klimatischen Lebensräume in Nord-, Mittel- und Südamerika zu besiedeln. Obwohl der amerikanische Kontinent als Heimat der Kakteen gilt, sind mittlerweile einige Arten auch auf anderen Kontinenten etabliert. Die überwiegende Zahl der winterharten Kakteen stammt jedoch aus den nordamerikanischen Regionen.

In der Gegend um New York wurden vermutlich die ersten winterharten Kakteen gesammelt. Ein Stuttgarter kultivierte sie um 1850 für viele Jahre erfolgreich. Bereits um die Jahrhundertwende führten Gärtnereien mehrere winterharte Opuntien- und Echinocereus-Arten. Durch die Kriegswirren gingen viele Pflanzen und Sammlerschriften verloren. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Interesse an winterharten Kakteen wieder neu. Spezialgärtnereien praktizieren auch das Versenden der Pflanzen.

Experte: Matthias Uhlig, Gärtnermeister aus Kernen