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Weihnachtsbäume Wie finde ich den richtigen Baum?

Für welchen Christbaum man sich auch entscheidet, lange frisch halten sollte er schon. Wichtig ist vor allem vorzeitiges Nadeln zu verhindern. Doch welche Baumart eignet sich besonders gut als Christbaum?

Weihnachtsbaum

Weihnachtsbaum

Der in Deutschland beliebteste Weihnachtsbaum ist die Nordmanntanne. Sie hat einen durchgehenden Stamm und regelmäßige Ast-Etagen, die auch für Wachskerzen ausreichend groß sind, und dunkelgrüne Nadeln mit bläulicher Unterseite. Nordmanntannen sind lange haltbar und verströmen einen herrlichen Tannenduft. Allerdings sind Nordmanntannen nicht gerade günstig.

Edeltannen punkten mit bläulich schimmernden, weichen und dicht stehenden Nadeln. Die Bäume sind manchmal etwas schief gewachsen, deshalb sind regelmäßige Kerzen-Etagen kaum möglich. Aber die Edeltannen duften herrlich nach Wald, haben kräftige Zweige und sind nadelfest. Deshalb wird ihr Grün auch gerne für Gestecke verwendet. Wermutstropfen ist auch hier der hohe Preis.

Fichten sind die preiswertesten Bäume unter den Weihnachtsbäumen. Sie sind schön dicht, aber oft unregelmäßig gewachsen mit tiefgrünen Nadeln, die je nach Sorte ins Bläuliche changieren. Aber im warmen Zimmer fallen die pieksenden Nadeln leider schnell ab, daher bleiben Fichten häufig nur kurze Zeit stehen.

Die Blaufichte hat zwar sehr stachelige Nadeln, dafür fallen sie aber nicht so schnell ab.

Wussten Sie, dass der Weihnachtsbaum im Elsass entstanden ist, dass dänische Gentechniker die perfekte Nordmanntanne entwickeln und dass ein durchschnittlicher Weihnachtsbaum fast 200.000 Nadeln trägt? Übrigens 2013 wurde ca. 30 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft.

Kauftipps

Frische Bäume kaufen: Im Idealfall wird ihr Weihnachtsbaum erst kurz vor Weihnachten geschlagen werden, so dass er frisch ist und Sie ihn nicht mehr lange lagern müssen. Viele Forstämter bieten die Möglichkeit, Christbäume selbst zu schlagen oder verkaufen zu einem bestimmten Termin frisch geschlagene Weihnachtsbäume.

Umweltbewusste Käufer erkundigen sich ohnehin nach der Herkunft der Bäume und bevorzugen solche aus der Region (kurze Wege!). Bäume, die auf Märkten und an der Straße verkauft werden, sind manchmal schon sehr zeitig geschlagen worden und haben unter Umständen bereits einen längeren Transport hinter sich.

Wenn echte Wachskerzen am Baum brennen sollen, müssen die Äste stabil und vor allem nicht zu dicht gewachsen sein, damit sich durch die Hitze der Flammen nichts entzünden kann.

Gefleckte Nadeln an den Zweigen oder gelblich verfärbte Nadeln im Inneren deuten auf einen kranken Baum hin - solche Bäume lieber stehen lassen, denn sie nadeln schnell.
Bäume mit Doppeltrieb oder krummer Spitze kommen nicht in Frage.

Je heller die Schnittfläche am Stamm ist, desto frischer ist der Baum. Frische Weihnachtsbäume haben einen typischen Baumduft, oft noch fest verschlossene Zapfen an den Zweigen und aus der Schnittfläche tropfendes Harz. Greifen Sie mit der Hand fest um einen Zweig und ziehen die Hand dann langsam ab. Ist der Baum frisch, riecht die Hand nach Harz und fühlt sich klebrig an.

Wer sicher gehen möchte, dass er sich zum Fest keine Pestizide ins Haus holt, sollte nach dem Einsatz von Pflanzenschutz und Düngemitteln fragen. Bäume aus ökologisch bewirtschafteten Weihnachtsbaumkulturen sind auch am FSC-, Naturland- oder Bioland-Siegel zu erkennen.

Lagerung und Pflege

Traktor in der Tannenbaumschonung

Traktor bei der Tannenernte.

Grundsätzlich gilt: Je frischer ein Baum, desto höher ist der Feuchtigkeitsgehalt seiner Zweige. Lagern Sie den Baum bis zum Gebrauch möglichst im Freien. Schauen Sie sich die Schnittstelle des Baumes genau an und achten Sie beim Kauf darauf, dass gerade im unteren Bereich nicht schon viele Zweige ausgetrocknet sind und braune Nadeln haben.

Lagern Sie den Baum kühl: Christbäume sollten kühl gelagert werden und genügend Wasser bekommen. Am besten stellt man den Baum (noch im Verpackungsnetz) in den Garten oder auf den Balkon in einen Eimer mit Wasser. Geeignet ist hier ein windgeschützter, schattiger Platz. Auch eine kühle Garage oder ein Gartenschuppen sind brauchbare „"Zwischenlager". Kühle (Vorrats-)Keller halten den Tannenbaum ebenfalls frisch, jedoch sind die Kellerräume der meisten Häuser heute zu warm und daher wenig geeignet Besteht jedoch keine andere Möglichkeit, sollte der Baum wenigstens regelmäßig mit Wasser besprüht werden.

Wenn Sie den Baum im Freien bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hatten, sollten Sie ihn auf keinen Fall direkt ins gut geheizte Wohnzimmer mit über 20° C Raumtemperatur stellen! Besser ist es, ihn ein oder zwei Tage in einen kühlen Raum (Z.B. Garage oder Keller) zu stellen, damit er sich akklimatisieren kann.

Ein Baum mit Wurzelballen im Topf lässt sich durch regelmäßiges Gießen auch sehr gut frisch halten. Gefällte Bäume sollten Sie deshalb in einen Weihnachtsbaumständer stellen, in den Sie Wasser einfüllen können. Es gibt hier sogar Ständer, die die Füllanzeige per Signalton melden, damit Sie nicht zu viel Wasser einfüllen. Um ein schnelles austrocknen zu vermeiden sollten Sie den Baum möglichst weit weg von Heizkörper oder Kamin aufstellen.

Tipp: Besprühen Sie den Baum öfter mal von oben bis unten mit Wasser. So erhalten die Zweige auch Feuchtigkeit von außen.

Achtung: Trockene Bäume brennen wie Zunder weil sie regelrecht explodieren können.

Experte im Studio: Volker Heß, Gärtnermeister