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Schottergarten mit Pflanzen

SENDETERMIN Mo, 27.7.2020 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Garten Warum Schottergärten in der Kritik sind

Bei Schottergärten scheiden sich die Geister. Manche finden sie pflegeleicht, für andere sind es sogar "Gärten des Grauens". Baden-Württemberg verbietet sie nun mit einem neuen Gesetz zur Förderung des Artenschutzes komplett. Alte Gärten müssen sogar zurückgebaut werden.

Vielleicht wird Baden-Württemberg mit der Gesetzesänderung ja sogar bundesweites Vorbild, glauben manche. Seit letzter Woche ist eine Gesetzesänderung beschlossene Sache, die nur Schottergärten erlaubt, die vor Mitte der 90er Jahre entstanden sind. Alle jüngeren müssen beseitigt werden. Mit der Gesetzesänderung wird eine Interpretationslücke, was als Schottergarten anzusehen ist, in der Landesbauordnung geschlossen. Auch in Rheinland-Pfalz gibt Bestrebungen, Schottergärten zu reduzieren. Die Initiative unter dem Motto „Entsteint Euch!“ will Alternativen aufzeigen und argumentiert auch mit der eigenen Gesundheit.

Darum sind die reinen Steingärten in der Kritik:

Umwelt: Der Aufbau gleicht einer versiegelten Fläche, weil unter den Steinen eine Folie verlegt wird. Das bedeutet: Sowohl im Boden als auch darüber ist kein Leben mehr. Es wird auch kein Feinstaub gebunden oder Sauerstoff produziert.

Kleinklima: Die Steinflächen heizen sich jetzt im Sommer unheimlich auf. So werden extreme Sommer noch extremer und nachts kühlt es rund um das Haus deutlich weniger ab. Das bedeutet für die Bewohner Stress. Mit Wärmekameras werden Temperaturen gemessen, die doppelt so hoch liegen wie auf begrünten Flächen.

Pflege: Diese Gärten sind zwar am Anfang pflegeleicht. Aber durch Blätter und feine Erde, die angeweht wird, verdrecken die Flächen und es bildet sich Humus. Dann wachsen auch wieder kleine Pflanzen - sprich Unkraut.

Psychologie: In der Psychologie sind die Farben gut erforscht. Nicht die Farbe Grau entspannt das Auge und den Geist am meisten, sondern Grün!

Was ist die Alternative?

Auch mit Pflanzen kann man einen pflegeleichten Vorgarten haben. Der Haupttrick besteht darin, die Fläche dicht zu bepflanzen. Eine alte Gärtnerregel lautet: Wo eine Kulturpflanze wächst, kann kein Unkraut gedeihen. Wer dann noch insektenfreundliche Stauden auswählt, oder partiell eine Blühmischung aussäht, hat sowohl etwas für kühlere Nächte und als auch für mehr Artenvielfalt getan.

Im Garten: Werner Ollig, Gartenakademie Rheinland-Pfalz