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SENDETERMIN Di, 31.3.2020 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

So geht es giftfrei Garten ohne Schneckenkorn

Vielen gilt sie als einer der gefräßigsten Schädlinge, denen man im Garten begegnet. Beliebtes Mittel: Schneckenkorn. Das Bundesamt für Lebensmittel und Verbraucher listet jedes Jahr auf, wieviel Chemie im Garten eingesetzt wird. Gegen Schnecken werden im Jahr in den Hausgärten sage und schreibe über 1000 Tonnen Gegenmittel eingesetzt! Es gibt aber Alternativen.

Nicht alle Schnecken sind eine Plage

Zunächst einmal: Schnecke ist nicht gleich Schnecke. Aber mit Schneckenkorn werden alle getötet. Die eingeschleppte Spanische Wegschnecke ist die einzige, die wirklich Probleme macht. Sie ist ein richtiger Vielfraß und zieht sich auch im Sommer nicht zurück, weil sie auch hohe Temperaturen verträgt. Außerdem schmeckt sie keinem der potentiellen Fressfeinden: zu schleimig, zu bitter - selbst für den Igel. Guter Gegner der Spanischen Wegschnecke ist eine andere Nacktschnecke: der Schlegel. Der frisst nämlich die Gelege der Spanischen Wegschnecke. Alle Gehäuse-Schnecken sind vergleichsweise harmlos und tolerierbar.

Darum ist Schneckenkorn nicht gut

Vielen gilt sie als einer der gefräßigsten Schädlinge, denen man im Garten begegnet. Beliebtes Mittel: Schneckenkorn. Das Bundesamt für Lebensmittel und Verbraucher listet jedes Jahr auf, wieviel Chemie im Garten eingesetzt wird. Gegen Schnecken werden im Jahr in den Hausgärten sage und schreibe über 1000 Tonnen Gegenmittel eingesetzt! Es gibt aber Alternativen: Es vergiftet die Schnecken und zwar auch die harmlosen und geschützten Arten. Die Weinbergschnecke etwa steht unter Naturschutz. Die vergifteten Tiere können von anderen gefressen werden, etwa vom Igel. Auch Eidechsen können sich mal vertun und Schneckenkorn fressen. Außerdem wird der Gartenboden unnötig belastet.

Fünf effektive Alternativen

Schneckenzaun: Nicht günstig, aber wirksam. Den Winkel des Edelstahlzauns kann keine Schnecke überwinden, daher schützt der Schneckenzaun ein abgestecktes Beet, etwas das für Gemüse. Wichtig: dafür sorgen, dass auch im Innern des Beetes keine Schnecke ihren Hunger stillt.

Kupferband: Das mag die Schnecke nicht überqueren, Kupfer ist ihr sehr unangenehm. Man bringt es um gefährdete Pflanzen oder Beete an. Unangenehm sind Schnecken auch breite Streifen mit Sägemehl oder Asche, aber nur solange sie trocken sind und es nicht geregnet hat.

Moosbrühe: Effektiv und günstig. Moos etwa vom Vertikutieren des Rasens verwenden. Einfach zehn Handvoll Moos drei Tage in fünf Liter Wasser legen. Dann abseihen und unverdünnt um gefährdete Pflanzen gießen. Moos ist so wirksam, dass es auch als Extrakt zu kaufen ist.

Selbstgemachte Köder: Hergestellt aus 200g Weizenkleie und 50g Katzen- oder Hundeleckerlis. Die Leckerlis werden in Wasser gequellt und dann mit der Kleie gemischt. Pro Quadratmeter zwei Häufchen platzieren und dann die Schnecken absammeln.

Alte Bretter als Versteck: Etwas mühsame Methode, denn ums Absammeln kommt man nicht drum herum. Die abgesammelten Schnecken dann möglichst weit entfernt vom eigenen und anderen Gärten wieder aussetzen. Funktioniert auch mit nassen Tüchern oder Rhabarberblättern.