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Rutenhirse

SENDETERMIN Mo, 6.7.2020 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Ziergräser Rutenhirse - ein erstaunlich vielseitiges Ziergras

Jedes Jahr rücken die Staudengärtner eine Pflanze ins Rampenlicht als "Staude des Jahres". Dieses Jahr ist die Wahl auf ein Ziergras gefallen. Die Rutenhirse ist ein unglaublich vielfältiges Ziergras fürs sonnige Staudenbeet.

Viele, sehr unterschiedliche Sorten

Es gibt Sorten mit bis zu 1,80 m Höhe, aber auch kleine kompakte Sorten, die nur 50 - 70 cm hoch werden. Das Farbspektrum des Laubs reicht von grün, bis rötlich - und sogar bläulich und silbern schimmernde Sorten gibt es. Die Sorte "Northwind" beispielsweise wird unglaubliche ein Meter achtzig hoch und kann im Sommer sogar als Sichtschutzhecke dienen. Die Farbe der sehr schmalen Blätter ist blau-grün, die Blütenrispen sind filigran, cremefarben und erscheinen von Juli bis September. Zum Finale im Herbst gibt es noch eine goldgelbe Herbstfärbung.

Ein echter Sortenklassiker ist "Hänse Herms". Diese Rutenhirse wird 70 – 100 cm hoch und eignet sich wunderbar als Solitärpflanze – man kann sie also als einzelnen Blickfang einsetzen. Sie zeigt bereits ab Anfang September eine leuchtend rote Laubfärbung, bis zu den ersten stärkeren Frösten.

Einen völlig anderen Charakter hat die Sorte "Heavy Metal". Sie wird ungefähr einen Meter hoch und hat tatsächlich eine metallisch – blaugrüne Färbung und dazu silberne Blütenschleier. Sie wächst ganz aufrecht und verändert im Herbst die Farbe nicht.

Zukunftstauglich da trockenheitsresistent

Idealerweise wachsen alle Sorten der Rutenhirse in der vollen Sonne. Sie sind sehr hitzeverträglich und vertragen auch Trockenperioden gut. Dieses Ziergras kann also dem Klimawandel trotzen und wird sich in Zukunft als Bereicherung des Gartens bewähren können.

Pflegeleicht und schön zugleich

An den Boden stellen die Rutenhirsen keine besonderen Ansprüche: Der kann sandig oder lehmig oder humos sein - nur Staunässe und starke Verdichtungen mögen sie nicht! Was noch ein Vorteil ist: Rutenhirsen wachsen in Horsten – das heißt, sie wuchern nicht grenzenlos wie z.B. manche Bambussorten. Alle Rutenhirsen bilden schöne Kontraste zu Blattpflanzen und Blütenstauden im gemischten Staudenbeet. Geeignete Pflanzpartner sind Schafgarben, Buntwurzeln, hoher Rittersporn oder Phlox. Die Rutenhirse bildet hier sozusagen die bewegte Kulisse für die Blütenstars.

Wenig Pflegemaßnahmen

Im Frühjahr taucht im Staudenbeet oft die Frage auf, ob - und wie weit - man Ziergräser wie Seggen, Chinaschilf oder eben die Rutenhirse zurückschneiden sollte. Die Antwort ist ziemlich einfach: Diese sommergrünen Ziergräser werden nach Ende des Winters zusammen mit dem Rasen geschnitten - und zwar radikal bis auf 10 cm, um dem neuen Grün Platz zu schaffen. Eine zurückhaltende Düngung reicht, um die Pflanze vital zu halten.

Im Garten: Volker Kugel, Leiter des Blühenden Barock Ludwigsburg