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reife Kirschen am Ast mit Blättern

SENDETERMIN Di, 6.8.2019 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Heiß und trocken Obstgehölze in Zeiten des Klimawandels

Obst im eigenen Garten – das macht für viele den Reiz des Gärtnerns aus. Aber: Die Sommer werden insgesamt heißer und trockener und nicht alle traditionellen Obstsorten kommen damit richtig gut klar. Was ist nun zu beachten?

Die Auswirkung der heißen Sommer und trockenen Jahre sind vielfältig: Die Obstblüte ist vielfach um mehrere Wochen früher, der Druck durch Schädlinge nimmt zu, es bildet sich mehr Zucker im Obst und mediterrane Sorten können plötzlich auch bei uns angebaut werden. Es gibt also positive und negative Aspekte.

Tipps gegen Hitze und Trockenheit

  • Eine Baumscheibe anlegen: gerade junge Bäume müssen in den ersten Jahren gegossen werden, bis die Wurzeln tief genug reichen. Mit einer Baumscheibe dringt das Regenwasser besser ins Erdreich und kommt nicht dem Rasen zu Gute, sondern dem Baum.
  • mit einem Grubber wird die Erde gelockert

    Lockern mit dem Grubber

    Erde lockern: Das Harken der Erde nach dem Regen oder Gießen verhindert, dass die Feuchtigkeit nach oben zieht und verdunstet (keine Kapillarwirkung). So bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden.
  • Beschatten: Bei extremer Hitze können Früchte Sonnenbrand bekommen. Eine Möglichkeit bei kleinen Bäumen und Sträuchern: sie können beschattet werden. Im Profianbau werden Hagelschutznetze gespannt, um Schatten zu produzieren, im Hausgarten kann man dem (noch) kleinen Baum auch mal einen Sonnenschirm hinstellen.

Drei Strategien bei Neupflanzungen

  1. Mehr Steinobst pflanzen: Anders als beim Kernobst ist das Steinobst schon im Juli und August erntereif. So kann der Baum sich in heißen Sommern schon früher zurückziehen. Ist es sehr heiß, werfen viele Bäume ihr Laub schon im Spätsommer ab – bei abgeschlossener Ernte ist das nicht so tragisch.
  2. Ein Feigenbaum.

    Feigenbäume lieben die Wärme ganz besonders

    Wärmeliebende Obstsorten: Feigen, Granatäpfel, Mandeln können immer nördlicher angebaut werden. Ein später Frost kann in höheren Lagen Verluste bringen, an ausgeglichenen Standorten gibt es aber immer mehr Erfolge.
  3. Etagenbepflanzung: Eine sehr alte Methode, bei der der Trick darin besteht, dass ein robuster Baum, empfindliche Sträucher beschattet. Gerade Beerenobst (wie Himbeeren und Brombeeren) verträgt auch schattigere Standorte.

Im Garten: Werner Ollig, Gartenakademie Rheinland-Pfalz