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Honigbiene fliegt auf eine Blume zu

SENDETERMIN Mo, 13.5.2019 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Rettet die Insekten Erdnistende Wildbienen im Garten fördern

Die Zahl der Insekten ist in den letzten 30 Jahren dramatisch zurück gegangen. Bis zu 75% weniger Bienen, Käfer, Schmetterlinge gibt es. Auch bei den Wildbienen, die eine enorme Bestäubungsleistung haben und daher sehr bedeutend für die Landwirtschaft sind, gehen die Arten und die Populationen pro Art stark zurück. Der weitaus größte Teil der Wildbienen nistet in der Erde. Genau dieser Lebensraum ist aber besonders bedroht.

Förderung der Nistplätze im Boden

Über 50% der Wildbienenarten nisten nicht Totholz, Röhren oder Stängeln, sondern im Boden. Aber Brachen werden bebaut, offene Flächen bepflanzt, die Landschaft insgesamt ausgeräumt und zu viel Dünger und bienenschädliche Pestizide in der Landwirtschaft verwendet. Besonders wertvoll für den Wildbienenschutz sind daher Projekte, die erdnistenden Wildbienen einen Platz geben.

Das brauchen Sie dafür:

  • Holzbiene sitzt auf Blüten des Blauregens

    Die Wildbiene freut sich über heimische Blühpflanzen.

    einen naturnahen Garten mit vielen, möglichst heimischen Blühpflanzen
  • in sonniges, trockenes Plätzchen im Garten mit einer Fläche von mindestens einem halben Quadratmeter, besser mehr
  • entsprechend für die Fläche ungewaschenen Natursand (kein rieselnder Spielsand)
  • Natursteine, um das Areal einzufassen und zu verhindern, dass humusreiche Erde in den Sand geschwemmt wird

Arbeitsanleitung

  1. Zunächst das Areal von Pflanzen befreien und mit Natursteinen einfassen. Wichtig ist, dass Wasser gut abfließen kann.
  2. Der Untergrund kann leicht ausgehoben werden. Die Sandhöhe soll am Ende mindestens 30cm haben. Möglich ist auch eine Schicht von 50cm, denn manche Wildbienenarten graben sehr tief, bevor sie Nistkammern anlegen.
  3. Den Sand in leicht feuchtem Zustand Schicht für Schicht einfüllen, dabei immer wieder andrücken, so dass er einigermaßen dicht verfüllt ist. In trockenem Zustand soll der Sand mit dem Fingernagel leicht abzukratzen sein.
  4. Die Oberfläche so modellieren, dass keine Pfützen entstehen können.
  5. Zur Dekoration können bei größeren Flächen Totholz und Natursteine eingebaut werden.

Pflege der Sandfläche

Besonders im Frühjahr werden auch neue Flächen gerne und zügig angenommen. In der Regel ist Sand als Untergrund für Pflanzen sehr unattraktiv. Geht dennoch die ein oder andere Saat auf, diese vorsichtig entfernen. Unbedingt vermeiden, dass dabei die Sandschichten aufgerissen werden.

Tipp für die Beschaffung des richtigen Sandes

Ungewaschenen Natursand bekommen Sie nicht im Handel, sondern direkt am Baggersee. Den Betreiber am besten ansprechen und erklären, was Sie brauchen. Auch

Herz aus Sand, von zwei Händen gebildet

Ungewaschenen Natursand bekommen Sie direkt am Baggersee.

manche Bauunternehmen verwenden solchen Sand als „Kabelsand“ (in der Erde werden Kabel in einem Sandbett verlegt). Der Sand muss Lehm enthalten, also ungewaschen sein. Meist ist er nicht grau, sondern hat eine ockergelbe Farbe. Im leicht feuchten Zustand soll er sich zu einer Wurst formen lassen können, nach festerem Anstoßen aber zerbröckeln. Im trockenen Zustand können Sie ihn mit dem Fingernagel leicht abkratzen.

Im Garten: Carsten Weber, Naturschützer