Bitte warten...
Junge Frau, braunhaarig, mit Strohhut riecht an Rosenbündel auf Arm, im Garten

SENDETERMIN Mo, 20.5.2019 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Stärkung für die Pflanze Rosen pflegen ganz ohne Chemie

Rosen gelten als besonders empfindlich und pflegeintensiv. Ohne Spritzen geht hier eigentlich nichts, denkt man. Aber das stimmt gar nicht, sagt zumindest Heiko Hübscher, Leiter des Rosengartens Zweibrücken. Wenn Sie nur auf ein paar Dinge achten, dann können Sie Ihre Rosen auch ohne Chemie im Garten haben.

Immer mehr Hobbygärtner wollen auf Gifte in ihrem Garten verzichten. Statt Pflanzenschutzmittel bieten sich dann Pflanzenstärkungsmittel an. Damit werden Krankheiten und Befall nicht abgetötet, sondern die Rosen (und andere Pflanzen) werden vorbeugend so robust gemacht, dass Probleme erst gar nicht oder nur vermindert auftreten.

Tees, Brühe oder Aufguss?

Aus Brennnesseln oder Ackerschachtelhalm lassen sich solche Mittel durchaus selber machen. Zu kaufen gibt es verschiedene Präparate in flüssiger Form oder als getrocknete Zutaten. Je nach dem soll dann eine Brühe, ein Tee oder ein Aufguss gemacht werden. Damit kein Hobbygärtner durcheinander kommt:

Tee: Pflanzensubstanzen werden mit heißem Wasser übergossen, dann ziehen lassen.

Brühe: Die pflanzlichen Stoffe werden in Wasser gekocht.

Aufguss: Die Pflanzenteile mit kaltem Wasser übergießen und ziehen lassen.

Jauche: Über mehrere Wochen vergären die Pflanzenteile in einem Behälter. Überreste abfiltern und dann ins Gießwasser mischen.

Pflanzenstärkung über den Boden

Über das Gießwasser gelangen die stärkenden Substanzen an die Wurzeln und werden von der Pflanze aufgenommen: Robustheit und Vitalität sind die Folge. Zu kaufen gibt es auch so genannte effektive Mikroorganismen, also positive Organismen, die von den Pflanzen aufgenommen werden oder sich schützend um ihre Wurzeln legen. Auch wenn Rosen einen leichten Pilzbefall haben, kann ihnen diese Form der Unterstützung helfen, besser durch die Krankheitsphase zu kommen und sich danach wieder zu erneuern.

Pflanzenstärkung über das Blatt

Auch über das Blatt nimmt die Pflanze die Wirkstoffe auf. Stark verdünnt werden sie versprüht. Manche Kräuter haben antibiotische Wirkung und helfen so direkt auf die Pflanze ein. Ackerschachtelhalmbrühe enthält beispielsweise viel Kieselsäure und kann bei Sternrußtau regelmäßig auf die Rosenblätter gesprüht werden. Gegen Blattläuse kann ein stark verdünnter Brennesselauszug helfen. Es bereitet natürlich etwas Mühe, die Mittel vorzubereiten. Der Lohn aber ist ein giftfreier Garten, den man rundum genießen kann.

Experte im Studio: Heiko Hübscher, Leiter Rosengarten Zweibrücken