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Smartphone, Google

SENDETERMIN Di, 11.6.2019 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Surfen im Netz Was weiß Google über mich?

Es fängt harmlos an. Google schlägt mir auf dem Smartphone vor, schon jetzt zur Arbeit zu starten, es sei gerade viel Verkehr. Beim Besuch im Restaurant kommt dann die Aufforderung von Google, das Essen zu bewerten. Viele finden sowas gut, andere sind irritiert. Woher weiß Google das alles? Und was lässt sich dagegen tun?

Standortverlauf: Die meisten Daten gewinnt Google dadurch, dass es aufzeichnet, wann ich wohin gehe. Auch wenn ich keine Navigation mit Google Maps mache, verfolgt Google meinen Weg. Das Handy liegt über Nacht und wird nicht bewegt, das dürfte das Zuhause sein. Morgens wird es bewegt, liegt dann wieder stundenlang an einem Ort. Das dürfte die Arbeitsstelle sein. Mit jedem Tag wird das Bewegungsprofil schärfer.

Suche und finde: Wenn wir mit unserem Google-Konto angemeldet sind und wir suchen mit Google Chrome, dann bekommt Google mit, was wir suchen. Jede Suche wird aufgezeichnet und ausgewertet. Ziel ist, uns passende Werbung einblenden zu können.

Datensammlung: Google bietet einen bunten Strauß an weiteren Anwendungen, um an weitere Daten von uns zu kommen. Beispiel Gmail, das Google-E-Mail-System. Alle E-Mails werden mitgelesen und auf Schlüsselworte untersucht. Unsere Kontakte sind dort ebenso gespeichert wie unsere Dokumente. Beispiel Fotos. Google weiß anhand der Daten wann und wo das Foto aufgenommen wurde, welche Kamera benutzt wurde. Viele Fotos, die nicht am Heimatort geknipst wurden, lassen vielleicht auf den Urlaubsort schließen.

Auswertung: Wenn wir über Google ein Restaurant suchen und uns dann mit Google Maps dorthin navigieren lassen, weiß Google das wir dort sind. Nach einer gewissen Zeit kommt dann die freundliche Bitte, das Restaurant doch zu bewerten. Das ist nützlich für andere Gäste, aber auch für Google, denn gespeichert wird dort auch, dass wir italienisches Essen lieben.

Kontrollzentrum: Erschreckend ist, bei Google nachzuschauen, was alles von mir dort gespeichert ist. Das lässt sich auf einem Android-Smartphone in den Einstellungen - Konto - Google aufrufen. Wer dann unter "Datenschutz und Personalisierung" auf „Meine Aktivitäten“ klickt, wird feststellen, mit Datenschutz hat das nichts zu tun. Alle Suchanfragen, welche Apps wie oft benutzt wurden, welche installiert wurden, welche Region ich in Google Maps angesehen habe oder welche Artikel ich gelesen habe.

Alternativen schwer zu finden: Google macht es uns leicht, unsere Daten preiszugeben. Wir bekommen einen echten Nutzen als Gegenwert. Und die Konkurrenz ist

lange nicht so gut, die Alternativen sind rar gesät. Wenigstens beim Suchen können wir die Daten bei uns behalten. Die Suchmaschine startpage.com sucht zwar im selben Datenbestand wie Google, übermittelt aber keine persönlichen Daten. Der Standortzugriff sollte immer dann ausgeschaltet werden, wenn keine Navigation benötigt wird. Und dann alles, was nicht gebraucht wird, bei den Einstellungen im Google Konto ausschalten.

Konsequent wäre - Schluss damit: Wer ein Android-Smartphone hat, wird an Google nicht vorbeikommen. Das Gerät lässt sich vernünftig nur mit einem Google-Konto betreiben, ohne dieses lassen sich keine Apps aus dem Play Store herunterladen. Aber wir können zum Beispiel bei Google den Standortverlauf ausschalten und auf dem Smartphone den Zugriff auf unsere Standortdaten abschalten, wenn wir kein Navi brauchen. Wir können den Datensammlern nicht entkommen. Aber wir können es ihnen möglichst schwer machen und damit möglichst viel Kontrolle über unsere Daten behalten.

Im Studio: Andreas Reinhardt, Multimedia Fachjournalist

aus der Sendung vom

Di, 11.6.2019 | 16:05 Uhr

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