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Glossar Strauß- und Besenwirtschaften

Welche Begriffe gibt‘s?

  • Besenwirtschaft, kurz Besen oder Besa
  • Straußwirtschaft, kurz Strauße oder Straußi
  • Rädlewirtschaft, kurz Rädle
  • Kranzwirtschaft

Woher kommt die Tradition?

Eine Legende sagt, dass bereits Karls der Große im Jahr 812 Winzern den Betrieb von "Kranzwirtschaften" erlaubt haben soll. Das ist allerdings nicht wirklich nachweisbar. Sicher ist: Die Tradition, den eigenen Wein auf dem Hof ausschenken zu dürfen, gibt es schon sehr lange. Früher haben die Winzer oft einfach Tische in ihr Wohnzimmer gestellt und dort Gäste empfangen. Das findet sich inzwischen allerdings nicht mehr.

Welche Bestimmungen gibt es?

Tübingen, Besenwirtschaft

Tübingen, Besenwirtschaft

Wer ohne eine Gaststätten-Konzession seinen selbsterzeugten Wein ausschenken möchte, muss sich an einige Regelungen halten. Diese weichen von Bundesland zu Bundesland leicht ab. Hier die wichtigsten für den Südwesten:

  • Es dürfen nur einfach zubereitete Speisen angeboten werden.
  • Es darf maximal an 120 Tagen im Jahr geöffnet werden, maximal in zwei getrennten Zeitabschnitten.
  • Der Ausschank darf nur in Räumen stattfinden, die am Ort des Weinbaubetriebs gelegen sind. In Baden-Württemberg darf eine Straußwirtschaft außerdem maximal 40 Sitzplätze haben.

Da viele Winzer sich an diese Beschränkungen nicht (mehr) halten wollen, beantragen sie eine Gaststättenkonzession, die sie den gleichen Rechten und Pflichten unterwirft, wie eine normale Gaststätte. Es gibt also Straußwirtschaften, die das ganze Jahr geöffnet und ein Speise- und Getränkeangebot wie ein normales Lokal haben. Strauß- oder Besenwirtschaft nennen sie sich trotzdem gern – denn allein der Name lockt Gäste an.

Was gibt es zu trinken?

Früher wurde in Straußwirtschaften oft Fasswein im Henkelglas ausgeschenkt. Das gibt es natürlich noch immer. In den meisten Lokalen wird aber auch Flaschenwein im Stielglas angeboten. Aber eins ist klar: Der Wein ist der eigene. Es wird nicht zugekauft. Bei den antialkoholischen Getränken steht der Traubensaft im Mittelpunkt. Manche Straußwirtschaften bieten inzwischen aber auch Cola und Limo an.

Was gibt es zu essen?

Die traditionelle Straußwirtschaft bietet vor allem Brotzeit-Teller an, viele auch Bratwürste mit Kraut oder andere einfache Speisen. In Straußwirtschaften mit Gaststätten-Konzession wird häufig zusätzlich regionale Hausmannskost angeboten.

Was ist das Besondere?

Das Besondere an Straußwirtschaften ist die entspannte Atmosphäre. Wer gerne einen Tisch für sich hat und nicht angesprochen werden will, ist in den meisten "Straußen", falsch. Die Gäste sitzen oft dicht gedrängt an einem Tisch zusammen. Und je mehr Schoppen Wein über die Theke gingen, umso zünftiger geht's zu.