Bitte warten...

SENDETERMIN Mi, 11.9.2019 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Freizeit Hausnotrufsysteme

In Deutschland gibt es mehr als 750.000 Hausnotruf-Kunden, so die Initiative Hausnotruf. Das ist ein Verbund aus bundesweit tätigen Hausnotrufanbiertern und Herstellern von Hausnotrufgeräten, unter anderem DRK, Malteser, Johanniter-Unfall-Hilfe, Sonotel etc.

Wann kann ein Hausnotruf nötig sein?

  • Sie leben alleine in einer Wohnung.
  • Sie haben Angst auszurutschen und sich etwas zu brechen.
  • Sie sind gehbehindert.
  • Sie hatten schon einmal einen Schwächeanfall.
  • Ihre Augen oder Ihr Gehör werden immer schlechter.
  • Sie hatten eine große Operation, deren Folgen Sie beeinträchtigen.
  • Sie hatten schon einmal einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
  • Sie leiden unter einer chronischen Krankheit, die einen schweren Anfall zur Folge haben kann: beispielsweise Asthma, Diabetes oder Epilepsie.

Wie funktioniert ein Hausnotrufsystem?

Das Hausnotrufsystem besteht aus einer zentralen Basisstation und einem Handsender mit einem Notrufknopf, den die Senioren stets bei sich tragen können. Den Handsender gibt es in Form von Brosche, Armband oder Kette und er ist in der Regel zudem wasserfest, so dass man damit auch baden oder duschen kann.
Was passiert, wenn ich den Notruf auslöse?

Ein alleinlebender Hausnotruf-Nutzer ist zum Beispiel gestürzt und kann nicht selbstständig aufstehen.

  1. Er löst den Hausnotruf über das Notruf-Armband aus. Der Knopfdruck aktiviert per Funkkontakt zur Basisstation die Verbindung zur Notrufzentrale. Dort geht der Notruf ein.
  2. Über die Freisprecheinrichtung der Basisstation wird ein Sprechkontakt mit der Notrufzentrale hergestellt. Die Zentrale ist rund um die Uhr besetzt.
  3. Der Mitarbeiter in der Notrufzentrale sieht dann auf seinem Bildschirm die hinterlegten Daten des Hausnotruf-Nutzers, etwa Adresse und Zugang zur Wohnung, Gesundheitszustand und Vorerkrankungen, Kontaktdaten von Angehörigen, verordnete Medikamente oder individuell vereinbarte Hilfepläne.
  4. Da der Nutzer über Schmerzen klagt, alarmiert der Mitarbeiter in der Notrufzentrale den Rettungsdienst.
  5. Der Rettungsdienst trifft innerhalb weniger Minuten beim Nutzer ein und leistet erste Hilfe.

Welche Anschlussvoraussetzungen sind für ein Hausnotrufsystem notwendig?

  1. einen Festnetzanschluss Telefon oder einen GSM / Mobilfunkvertrag mit einer weiteren SIM-Karte (Hausnotruf mit GSM Mobilfunk = Hausnotruf ohne Telefonanschluss Festnetz)
  2. Eine freie Stromsteckdose (in de Nähe der Telefondose) für den Betrieb der Basisstation Hausnotruf.

Was kostet ein Hausnotruf?

Hausnotrufsysteme sind unterschiedlich teuer – die Preise variieren abhängig von Region, System, Installation und Vertragslaufzeiten.
Die Kosten liegen zwischen 15 und 50 Euro monatlich. Hinzu kommen einmalige Anschlusskosten von bis zu 80 Euro.
Höhere Kosten können durch Notfalleinsätze, Schlüsselaufbewahrung und andere Zusatzleistungen entstehen. Sie werden bei jedem Anbieter sehr unterschiedlich berechnet.

Im Studio: Michael Böttcher, Notfallsanitäter, DRK Südpfalz