Bitte warten...
Betrug

SENDETERMIN Do, 10.1.2019 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Falsche Polizisten So gehen Sie nicht in die Falle

Es ist ein perfider Trick, der immer größeren Schaden anrichtet und immer mehr Menschen in den Ruin treibt: Kriminelle geben sich als Polizisten aus und bewegen ihre Opfer dazu, ihnen ihr gesamtes Erspartes auszuhändigen.

Falsche Polizisten am Telefon

Wie gehen die Täter vor?

  • Die falschen Polizisten rufen in aller Regel von einem Call-Center im Ausland aus an. Häufig erscheint dabei die Nummer 110 oder die örtliche Vorwahl in Kombination mit der 110 auf dem Display.
  • Die Betrüger sprechen ohne Akzent, zum Teil sogar im Dialekt der Gegend, in der sie anrufen. Sie erzählen meistens, dass die Polizei gerade eine Einbruchbande geschnappt hat, die eine Liste mit weiteren Einbruch-Zielen bei sich trägt. Die Adresse des Angerufenen würde auf dieser Liste ganz oben stehen.
  • Durch geschickte Fragen oder Aussagen versuchen die Täter herauszufinden, ob das Opfer Geld oder Wertgegenstände zuhause hat. Zum Beispiel behaupten die Betrüger, dass auf der Liste angegeben sei, dass das Opfer einen hohen Geldbetrag (z.B. 10.000 Euro) zuhause habe. Die Hoffnung ist, dass das Opfer widerspricht, dabei aber Auskunft gibt, ob etwas zu holen ist.
  • Falls sich herausstellt, dass kein Geld im Haus ist, behaupten die falschen Polizisten, dass das Geld auf der Bank nicht sicher sei, da der Bankangestellte Teil der Verbrecherbande sei. Es müsse dringend abgehoben werden.
  • Anschließend wird das Opfer aufgefordert, das Geld zu verpacken und einem Boten zu übergeben, damit es an einen sicheren Platz gebracht werden kann oder auf Fingerabdrücke bzw. Falschgeld überprüft werden.
  • Die Täter rufen in aller Regel sehr oft an, terrorisieren die Opfer teilweise mit Anrufen, halten Gespräche über Stunden am Laufen. Dabei gehen sie in ihrer Argumentation sehr geschickt und perfide vor.

So verhalten Sie sich richtig:

  • Wenn bei Ihnen auf dem Display des Telefons "110", nehmen Sie das Telefonat am besten erst gar nicht an. Verständigen Sie die örtliche Polizei.
  • Falls Sie abgehoben haben, legen Sie wieder auf. Verständigen Sie auch in diesem Fall die örtliche Polizei.
  • Falls der Anrufer anbietet, sie mit der Polizei zu verbinden, lehnen Sie dies ab, legen Sie auf und suchen Sie sich selbst die Nummer der Polizei heraus. Sie landen sonst wieder im Call-Center der Betrüger.
  • Geben Sie niemals Information über Ihr Vermögen oder vorhandene Wertgegenstände am Telefon heraus.

Falsche Polizisten an der Haustür

Wie gehen die Täter vor?

Außer per Anruf versuchen manche Betrüger, ihre Opfer an der Haustüre zu überrumpeln. Sie erzählen eine ähnliche Geschichte wie die Täter am Telefon oder sagen, sie müssten von der Wohnung des Opfers aus einen Tatort beobachten. In der Regel sind die Täter in diesem Fall zu zweit. Ein Täter lenkt das Opfer ab, der andere sucht nach wertvollem Diebesgut. Auch in diesem Fall kann es sein, dass die Täter versuchen, das Opfer dazu zu bewegen, Bargeld oder Schmuck herauszugeben.

So verhalten Sie sich richtig:

Falls Menschen in Polizeiuniform bei Ihnen klingeln, lassen Sie sich in jedem Fall den Dienstausweis zeigen und schauen Sie ihn genau an.

Rufen Sie bei dem geringsten Zweifel die örtliche Polizeidienststelle an. Lassen Sie die Uniformierten in dieser Zeit vor der geschlossenen Wohnungs- oder Haustür warten.

Wichtige Informationen der Polizei:
1. Die Polizei ruft niemals von der 110 an. Die 110 ist eine reine Notrufnummer.
2. Die Polizei würde nie fragen, ob Sie Wertsachen oder Geld zu Hause haben oder Sie gar
3. Die Polizei bittet nicht um Geldbeträge.
4. Übergeben Sie niemals Geld an Unbekannte!
5. Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung!

Experte im Studio: Joachim Bossek, Kriminalhauptkommissar aus Ludwigshafen