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Blick auf das Wutachtal

SENDETERMIN Fr, 5.7.2019 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Hier ist es schön Die Wutachschlucht

Die Wutachschlucht im Hochschwarzwald rund um Bonndorf ist der "Canyon" Baden-Württembergs. Hohe Felsen, enge Wanderwege und mitten drin der Fluss - eine scheinbar unberührte Natur. Unser Reporter Marius Zimmermann hat sich diese ganz besondere Gegend genauer angeschaut.

Mitten im Hochschwarzwald zwischen dem Feldberg und dem Eichberg liegt die Wutachschlucht. Über rund 30 Kilometern hat sich hier ein Fluss seinen Weg durch die Felsen gesucht. Entstanden ist eine einzigartige und vielseitige Landschaft: mal wild und eng, mal sanft und weit. Die Wutach hat eben viele Gesichter. Schon zu früheren Zeiten war die Schlucht wegen ihrer Unüberwindbarkeit gefürchtet. Viele Einheimischen bezeichnen sie deshalb auch als "grüne Hölle". Auch heute durchqueren nur wenige Straßen die Schlucht, allerdings ist sie heute durch einige Wanderwege gut erschlossen.

Unser Reporter Marius Zimmermann trifft hier auf einen Mann, der sich besonders gut auskennt: Wutach-Ranger Martin Schwenninger. Seit mittlerweile über 10 Jahren ist dieses Gebiet sein Revier. Eine seiner Lieblingsstellen ist ein Wasserfall in der Lotenbachklamm. An dieser engen Stelle der Wutachschlucht sind schon einige Bäume im Domino-Effekt in die Tiefe gestürzt. "Man könnte die Bäume nun aufräumen und verkaufen, aber wir lassen sie bewusst dort unten liegen, wie sie umgekippt sind. Das soll wieder Natur pur werden", erklärt er. Und vielleicht ist es genau das, was die Wutachschlucht ausmacht – diese unbändige fast unordentlich wirkende Natur, die sich selbst überlassen wird und dabei ihren ganz eigenen Charme entwickelt.

Im Gegensatz zur Enge in der Lotenbachklamm, weitet sich bei Bad Boll plötzlich das Tal. Hier war früher eine bekannte Kuranlage. An diese Zeit erinnert heute nur noch eine kleine Kapelle. In Bad Boll taucht unser Reporter in eine mystisch wirkende Umgebung ein: mit Moos bewachsene Bäume, Flechten, Farn und verschiedene Wasserpflanzen. "Wenn ich hier am späten Abend lang laufe, es so langsam dunkel wird und noch ein Kauz oder ein Uhu schreit, dann komme ich mir manchmal vor wie bei Harry Potter", erzählt Schwenninger.

Die Wutachschlucht ist ein wahres Paradies für viele verschiedene bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wegen ihrer Ursprünglichkeit wurde sie bereits 1939 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Sie zählt damit zu den ältesten Naturschutzgebieten Baden-Württembergs. Als so genanntes "Natura 2000-Gebiet" steht sie inzwischen auch unter europäischem Schutz.

Gutes Schuhwerk ist in der gesamten Schlucht übrigens gefragt. Die Wege sind nicht nur eng, sondern auch teilweise anspruchsvoll und rutschig. "Deshalb und zum Schutz der Natur bitte immer auf den Wegen bleiben", rät der Wutach-Ranger. So ganz ungefährlich ist es hier nicht, denn vor allem im Winter und Frühjahr lösen sich hin und wieder Gesteinsbrocken aus den Felsen. "Die Wutach lebt", schmunzelt Martin Schwenninger, "und genau das macht meinen Arbeitsplatz ja auch so interessant."

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Ein Blick ins Wutachtal

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Blick auf das Wutachtal

Blick auf das Wutachtal

gebrochener Baumstamm

Grüne Hölle

Moos und Farne

Schmetterling auf Blüte

Seitlicher Blick in die Wutach

Wasserfall

Wutach Fluss

Wer auch Lust auf einen Besuch in der Wutachschlucht hat

aus der Sendung vom

Fr, 5.7.2019 | 17:05 Uhr

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