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SENDETERMIN Do, 30.1.2020 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Das sollten Sie beachten Ein Haustier aus dem Tierheim

Wer sich für ein Tier aus dem Tierheim entscheidet, sollte vorher einige Dinge bedenken. Beispielsweise, dass man mit dem Tier eine „Lebensgemeinschaft“ eingeht, die sich oftmals bei Hunden oder Katzen über 12, 15 oder sogar über 20 Jahre erstreckt. Deswegen sollten Sie sich vor bewusst machen, dass Ihr neuer Mitbewohner Sie für eine lange Zeit begleiten und auf Sie angewiesen sein wird.

Welches Tier passt zu mir?

Mensch und Tier müssen zusammenpassen – auch was Ihren Charakter und Ihren Tagesablauf betrifft. Überlegen Sie, welcher Hund am besten in Ihrem Alltag zurechtkommen wird z.B. ist ein sensibler Hund nichts für eine Familie mit Kleinkindern. Je nachdem ob Sie eher ruhig, sportlich, aktiv, tagsüber abwesend oder viel mit dem Auto unterwegs sind, muss auch Ihr Haustier damit zurechtkommen. 

Deswegen dürfen Sie das Tier auch nicht gleich beim ersten Besuch im Tierheim gleich mit nach Hause nehmen, sondern es gibt eine Kennenlernphase, ob Sie mit Ihrem Wunschtier harmonieren.

Seriöse Tierheime prüfen Ihre Halterqualitäten sehr genau. Beispielsweise indem Probetage vereinbart werden. Sollten Sie nach einer mehrwöchigen Probezeit merken, dass die Eingewöhnung nicht funktioniert, dürfen Sie das Tier auch wieder zurückbringen.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Ein Tier hat Hunger und muss schlimmstenfalls im Lauf seines Lebens auch einmal zum Arzt. Kalkulieren Sie das in Ihre Entscheidung mit ein: Futter, der Tierarzt, eventuell Vermittlungsgebühren, Hundeschule, Zubehör wie Leinen, Hundekorb, Katzenbox sowie z.B. Heu oder Spezialfutter für Kleintiere können im Lauf des Lebens schnell auf mehrere tausend Euro ansteigen.

Entscheiden Sie sich deswegen nur für ein Tier, wenn Sie es sich finanziell auf leisten können und schlimmstenfalls auch den Tierarzt zahlen können, wenn das Tier schwer krank wird.

Außerdem verlangen viele Tierheime auch eine Schutzgebühr, bevor es Ihnen das Tier mitgibt.

Wenn mein Vermieter keine Tiere mag?

In vielen Mietverträgen steht, dass nur Kleintiere gehalten werden dürfen oder Hunden explizit die Erlaubnis des Vermieters eingeholt werden muss. Dazu kommt, dass sich auch nicht jeder Nachbar über einen bellenden Hund oder eine freilaufende Katze freut. Lesen Sie also zuvor Ihren Mietvertrag oder die Hausordnung durch und klären Sie rechtzeitig mit Ihrem Vermieter bzw. dem Umfeld ab, ob Ihr neuer Mitbewohner erwünscht ist.

Testen Sie erst einmal, ob ein Familienmitglied unter einer Tierhaar-Allergie leidet, bevor das Tier ins Haus kommt!

Denken Sie daran, dass z.B. Hunde einen Auslauf brauchen und nicht den ganzen Tag in einer kleinen Wohnung oder den Zwinger verbringen will. Auch eine Katze, die Freigänge gewohnt ist, will nicht plötzlich nur noch in der Wohnung leben.

Die ersten Tage mit dem neuen Haustier

Der erste Tag mit dem Haustier ist nicht nur für Sie, sondern auch für das Tier neu und aufregend. Deswegen: Lassen Sie das Tier erst einmal in Ruhe in seinem neuen Zuhause ankommen. Zu viele Menschen wie z.B. Freunde, die den neuen Hund sehen möchten, sollten Sie auf später vertrösten!

Gerade, wenn es schon andere Tiere im Haus gibt, braucht der Neuankömmling Zeit alleine und auch Zeit, sich erst einmal einzugewöhnen.

Im Studio: Dr. Heike Karpenstein, Tierärztin