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SENDETERMIN Fr, 21.6.2019 | 16:05 Uhr | SWR Fernsehen

Ein Herz für Insekten Bienenhotel

Martina Lammel hat ein Herz für Bienen und zeigt, wie man ihnen ein Hotel bauen kann.

Die Grundlage für das Insektenhotel ist eine stabile Box, mind. 15 cm tief, aus unbehandeltem Holz. Wir verwenden eine Burgunderkiste und ergänzen ein Regendach aus passenden Holzbrettern.

Die Kiste schützt die Brutplätze vor Nässe und Witterung und sollte sich deshalb an einem sonnigen, geschützten Platz befinden und in Richtung Süden oder Süd-Osten ausgerichtet sein.

Darin werden die Elemente so eng eingebaut, dass sie von Vögeln nicht herausgezogen werden können oder gar herausfallen. Ebenso ist darauf zu achten, dass die Kiste gut um lüftet ist, damit keine Feuchtigkeit hineinziehen kann, was Schimmelbefall begünstigt.

1) Hohle Pflanzenstängel

Material

  • Bambus
  • Schilfrohr
  • Bio-Strohhalme

1. Die Röhren in Abschnitte zersägen, die Pflanzenknoten bilden dabei die hinteren Verschlüsse der Niströhren. Offene Stücke kann man mit Lehm oder Bio-Watte verschließen. Den vorderen Anschnitt mit Schleifpapier gut glätten und abrunden.

2. Grobe Inhalte der Röhren mit einer Feile oder einer langen Schraube entfernen. Dann mit Pfeifenputzern oder einer kleinen Bürste die Gänge schön sauber ausputzen, denn die Insekten nehmen nur Gänge an, in denen ihre Flügel nicht verletzt werden können.

Tipp: Zusätzlich kann man markhaltige Stängel mit einem ø von ca. 10 mm, ca. 50 cm lang, einzeln und senkrecht platzieren, nicht waagerecht!

2) Totholz vom Obstbaum

Manche Arten möchten ihre Nester lieber selbst bauen. Bietet man Stücke von trockenem und teilweise verwittertem Totoholz an, kann man die Insekten beim Bau beobachten. Auch hier ist es wichtig, die Brutstellen trocken zu halten.

1. Trockenes, gut abgelagertes Hartholz mit sauberen Bohrungen von 3 bis 8 mm versehen. Der Bohrer muss scharf sein und sollte das Holz nicht ankohlen.

2. Gebohrt wird immer in die Rindenseite, nicht in die Jahresringe. Der Abstand zwischen den Löchern sollte mindestens 2 cm betragen, den Bohrwinkel immer tendenziell eher etwas schräg nach oben, so kann kein Wasser hineinlaufen. Die Rückseite der Bohrungen muss geschlossen bleiben.

3. Die Eingänge glattschleifen, Bohrmehl gut ausklopfen und Löcher säubern.

Esche und Eiche ist am besten geeignet, die meisten Obsthölzer sind auch gut. Am besten in einer Sägerei fragen.

3) Lehmwand

Manche Bienenarten bauen ihre Nistplätze in lehmigen Sand-Steilwänden. Auch hier gibt es Tipps, das zu beobachten, bietet man das geeignete Material an. Die perfekte Mischung von Lehm und Sand hängt stark von der Art des Lehms ab und auch Sand hat unterschiedliche Eigenschaften. Deshalb ist es empfehlenswert, eine Probe herzustellen:

1. Lehm und Sand im Verhältnis 1:1 mischen und trocknen lassen. Das Material sollte mit dem Fingernagel noch abkratzbar, jedoch formstabil sein und nicht rissig werden.

2. Einen Klotz formen und wie beim Holz mit Löchern versehen, diese können hier mit einem Stab gemacht werden. Ebenfalls leicht nach oben geneigt, damit kein Regenwasser hineinlaufen kann.

Tipp: Bieten Sie beides an, sowohl vorgeformte Löcher als auch die DIY-Bohrwand für Bienen!

Tipp: Steine als Rastplatz: Flache Steine eng liegend übereinanderschichten. Diese können Wärme speichern und dienen als Behausung für die Nacht oder als Rastplatz. Als Nisthilfe werden die Steine eher nicht angenommen.


Expertin im Studio: Martina Lammel, Designerin