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Markus Bundt und und Michael Ecker beim Graben

SENDETERMIN Fr, 26.4.2019 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Hier ist es schön Auf Schatzsuche beim Archäologen

Einmal einen ganz besonderen alten Schatz finden! Davon träumt nicht nur jeder Archäologe, sondern auch Markus Bundt. Er hat sich deshalb auf den Weg zu einer ganz besonderen Ausgrabungsstätte gemacht. Die liegt mitten auf der deutsch-französischen Grenze in Bliesbruck-Reinheim.

Selbst einmal Graben und auf Schatzsuche gehen – das können Besucher unter Anleitung eines Archäologen im Kulturpark Bliesbruck-Reinheim. Die Ausgrabungsstätte liegt ganz im Süden des Saarlandes, mitten auf der französischen Grenze. Dass hier sowohl keltische, als auch römische Funde aus den ersten Jahrhunderten zu finden sind, ist etwas ganz besonderes. "Das liegt wahrscheinlich daran, dass das Gelände hier nicht bebaut wurde und dadurch alles recht gut erhalten geblieben ist", erklärt Michael Ecker. Er ist Ausgrabungsleiter im Kulturpark.

Highlight auf deutscher Seite des Archäologieparks ist das Fürstinnengrab. Es wurde Mitte der 50er Jahre zufällig bei Baggerarbeiten entdeckt. Anhand der Grabbeilagen gehen die Archäologen davon aus, dass es sich um eine wohlhabende und einflussreiche Frau gehandelt haben muss. "Von der Frau selbst ist leider nichts übrig geblieben. Wir wissen weder ihre Größe, noch ihr Alter", erklärt Archäologe Michael Ecker. Wer sie also genau war und was ihre Stellung in der Gesellschaft war, bleibt bis heute ein Geheimnis.

Wer als Besucher hierher kommt, hat ein Gelände von 90 Hektar Fläche vor sich, das sind etwa 100 Fußballfelder. Auf deutscher Seite befindet sich neben dem Fürstinnengrab die Anlage einer früheren Villa. Auf französischer Seite ist eine frühere römische Siedlung zu bestaunen. 2000 bis 3000 Handwerker und Kaufmänner haben hier wohl einmal gelebt. Aufgrund einer großen Thermenanlage gehen die Archäologen davon aus, dass die Menschen hier früher recht wohlhabend waren.

Auch wenn Archäologen nicht alle Geschichten der Vergangenheit ans Licht bringen können, das Forschen und Ergründen ist genau das, was Michael Ecker an seinem Job liebt. "Wir versuchen die Geschichte zu rekonstruieren – das hat etwas kriminalistisches und ist immer wieder spannend, weil es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt", schwärmt er.