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SENDETERMIN Do, 19.9.2019 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Was das Glas zum Geschmack beiträgt Welches Glas zu welchem Wein?

Das richtige Glas ist ein wichtiger Beitrag zum Weingenuss. Es entscheidet mit darüber, wohin genau der Wein im Mund gelenkt wird - wir schmecken verschiedene Nuancen ja in verschiedenen Regionen der Mundhöhle. Tatsächlich schmeckt der gleiche Wein in verschiedenen Gläsern sehr unterschiedlich!

Grundsätzliches

Ein ordentliches Weinglas ist nicht zu dickwandig, möglichst ohne Wulst am oberen Rand, es hat einen Stil, der nicht zu dick und lang genug ist, um das Glas da anzufassen und es hat einen ausreichend breiten Fuß, um sicheren Stand zu gewährleisten. Der Kelch ist so groß, dass er nur zu einem Teil (max. 1/3 bei Rotwein, ½ bei Weißwein – zum Probieren deutlich weniger) gefüllt werden muss.

Vor allem ist es aus Klarglas, nicht gefärbt, um die Farbe des Weins zur Geltung kommen zu lassen. So wenig wie Kaffee aus Pappbechern schmeckt oder Weizenbier aus der Sektflöte, so wenig schmeckt ein guter Wein aus dem Tonbecher. Soviel rustikaler Charme ist bestenfalls einem Landwein beim Picknick zuzumuten.

Genormte Probiergläser

Wer eine breite Palette an Wein probieren will, ohne sich auf Spezialgläser einzulassen, dem ist mit genormten Probiergläsern geholfen. Standard in Deutschland war lange das Sensus-Glas (entwickelt vom Deutschen Weininstitut und der Deutschen Landwirtschaft-Gesellschaft). In Frankreich ist das INAO-Probierglas verbreitet, es ist für heutige Vorstellungen aber sehr klein. Wein-Freaks schwören oft auch auf ein Becherglas mit Fingerlöchern, das unter dem schönen Namen „Impitoyable“ (Gnadenlos, Unerbittlich) bekannt ist und im Ruch steht, vor allem die Fehler der Weine hervorzuheben.

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Rotweingläser
sehen aus wie eine große Ausgabe des letztgenannten Weißweinglases (Tulpenform), wenn daraus tanninstarke Rotweine getrunken werden sollen (Bordeaux, internationale Cabernet Sauvignons, Rioja, Chianti.).
Eher kugelige große Gläser sind den sehr schweren Rotweinen vorbehalten. (Barolo-Typus)
Tanninarme Rote vom Typ eines deutschen Spätburgunders auch eines Gamays (Beaujolais) werden aus bauchigen Gläsern mit weiter Öffnung (und möglicherweise einem nach außen gestülpten Rand – auch hier als Säurespoiler) genossen.

Rotweingläser
sehen aus wie eine große Ausgabe des letztgenannten Weißweinglases (Tulpenform), wenn daraus tanninstarke Rotweine getrunken werden sollen (Bordeaux, internationale Cabernet Sauvignons, Rioja, Chianti.).
Eher kugelige große Gläser sind den sehr schweren Rotweinen vorbehalten. (Barolo-Typus)
Tanninarme Rote vom Typ eines deutschen Spätburgunders auch eines Gamays (Beaujolais) werden aus bauchigen Gläsern mit weiter Öffnung (und möglicherweise einem nach außen gestülpten Rand – auch hier als Säurespoiler) genossen.

Weißweingläser
haben einen schmalen, kleineren Kelch - sehr schlank und am oberen Rand ein wenig nach außen gestülpt, wenn sie für junge, säurebetonte Weine ausgelegt sind, etwas bauchiger und nach oben enger, wenn sie voluminösere Tropfen zur Geltung bringen sollen (Tulpenform). Im ersten Fall lüpft der „Säurespoiler“ den Wein direkt mittig auf die Zungenspitze. Damit werden Süße und Frische betont. Die Weine schmecken weniger sauer. Umgekehrt bringt ein breiter Rand den Wein eher auf die Zungenseiten und damit schmecken säurearme Weine frischer.

Sektgläser
sollten wie eine hochgezogene und schlanke Version eines Weißweinglases aussehen. Allzu schlanke Flöten lassen ihnen keinen Platz sich zu entfalten und die antiquierten Sektschalen sind Mord für die Kohlensäure. Am Grund kann ein kleiner rauer Punkt eingraviert sein, das führt zu einem feinen Perlen (Mousseux).

Roségläser
sind nur mittelgroß und leicht eingezogen oben.

Ganz praktisch

wer nicht soviel in Gläser investieren will, dem ist mit einem Weißweinglas für kräftige Weißweine geholfen, aus dem schmecken auch Rosés - dazu noch ein Rotweinglas, je nach Vorliebe das für fruchtige, tanninarme oder das für tanninreiche. Das genügt für die Praxis. Wer in einem Weinanbaugebiet wohnt: die Winzer nutzen mittlerweile sehr schöne Gläser auch für Weinverkostungen. Fragen Sie, ob Sie welche abkaufen können.

aus der Sendung vom

Do, 19.9.2019 | 17:05 Uhr

SWR Fernsehen

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