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Ein gegrillter Tofu-Burg auf einem Brötchen mit Tomaten, Zwiebeln und Salat.

SENDETERMIN Mo, 4.11.2019 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Hype um ein Veggieprodukt Wie gut sind vegane Burger?

Beyond Meat, Incredible Burger oder Next Level Burger – sie alle haben hippe englische Namen und machen der echten Burgerbulette aus Fleisch Konkurrenz. Aber: Die veganen Bugerpatties finden auch bei Fleischessern großen Anklang. 

Es überrascht wenig, dass Vegetarier und Veganer die Burgeralternativen besonders schätzen. In einer Umfrage haben mehr als 90 % den Beyond Burger als tolle Sache eingestuft. Aber auch Wenig-Fleischesser kamen mit überwältigender Mehrheit zu diesem Ergebnis: 82 %. Wer sehr viel Fleisch isst, ist da zwar skeptischer, aber immerhin jeder 5. aus dieser Gruppe wünscht sich mehr dieser Fleischersatzprodukte.

Bugerpatties sind ideal, um Fleischliebhabern fleischlose Alternativen schmackhaft zu machen. Denn die ausgeklügelte Konsistenz- und Geschmackgebung von Hamburgern lassen das Fleisch nicht im Mittelpunkt des Gerichts stehen, so wie es beim klassischen Steak der Fall ist.

Dazu kommt noch, dass es seit kurzem vegane Burger gibt, die sehr nah dran sind an der Fleischbulette. Wir müssen uns also bei unserer Geschmackserwartung nicht umstellen. Und das ist entscheidend für die Akzeptanz.

Vegane Burgerbuletten im Detail

Pflanzliches Eiweiß ist ihr Hauptbestandteil. Das stammt meist aus Soja, das mit viel Druck und Hitze in eine hackfleischähnliche Konsistenz verarbeitet wird (Extrusion) Dieses Eiweiß wird gekonnt aufbereitet und aromatisiert, damit sich ein Fleischerlebnis einstellt.

  1. Beyond Meat (USA) 4,99 Euro, Next Level Burger (Cloppenburg) 1,99 Euro – bei Lidl
  2. Vegane Mühlenburger, Typ Rind von Rügenwalder Mühle, 2,99 – verschiedene Supermärkte
  3. Wonderburger (Fleischhersteller Ponnath), 2.49 Euro – Aldi Süd
  4. Incredible Burger von Garden Gourmet (Nestlé-Tochter), 3,49 Euro – Rewe und edeka
Next LevelMühlenburgerWonderburgerIncredible
Schäumt beim Braten
Aussehen und
Geschmack
Wie Fleisch

Wie geformte Paste,
trocken, fest

Wie Fleischwie Fleisch,
sehr würzig
Kcal/100 g229169178183
Fett14,5 g10 g9,5 g9,2 g
Eiweiß17,914 g15 g17 g
Protein-
Herkunft
9 % Erbsen
7,4 % Weizen
3,8 % Soja
16 % Soja
5<Weizengluten
19 % Soja19 % Soja
5 % Weizen
andere ZutatenWasser,
Champignons (Dose),
Kokosnussfett,
Rapsöl,
Sojamehl,
Gewürze,
Emulgator,
Methylcellulose,
Salz, Aromen,
Erbsenstärke,
Hefeextrakt,
Bambusfaser,
Rote-Bete,
2 Konservierungsstoffe,
Raucharoma
Wasser, Rapsöl,
Zwiebeln, Salz,
Brantweinessig,
Methylcellulose,
Aroma,
Weizenstärke,
Rote-Bete-Saft,
Karotte,
Rettich
Wasser,
Kokosöl,
Aromen,
Maisstärke,
Methylcellulose,
Salz,
Dextrose,
Rohsamenschalen,
Inulin,
Rote-Bete-
Konzentrat
Wasser,
Rapsöl,
Kokosnussöl,
Methylcellulose,
Branntweinessig,
Aromen,
Knoblauchpulver,
Saftkonzentrate:
Rote bete,
Karotten,
Paprika, Salz,
Gerstenmalzextrakt,
Pfeffer,
Spirulinakonzentrat
Zutaten-Zahl19131316

• Methylcellulose ist ein Verdickungsmittel (Hauptbestandteil von Tapetenkleister, löst sich in kaltem Wasser auf)
• Rote Bete für den Fleischsafteffekt
• Das verarbeitete Soja ist nicht gentechnisch verändert. Das müsste deklariert sein.

Rindfleischburger: 249 kcal, 20 g Fett, 16 g Eiweiß,
Zutaten: Rindfleisch, Salz.

Umwelt und Gesundheit

Vegane Burgerbuletten bringen keine gesundheitlichen Vorteile. Sie haben ähnlich viele Kalorien und reichlich Zusatzstoffe bzw. Zutaten.  

Trotzdem sind sie offenbar umweltfreundlicher. Einmal, weil die veganen Buletten trotz des hohen Verabeitungsgrades und der vielen Zutaten Ressourcen schonen: für ein Kilo Rindfleisch gehen fast 10 Kilo Soja drauf. Und außerdem verursacht die pflanzliche Basis deutlich weniger Treibhausgase. Nach Aussagen der Hersteller mehr als 80 Prozent weniger.

Dazu kommt noch der ethische Aspekt der Tierhaltung, dem mit den veganen Burgern Rechnung getragen wird.

TIPP: Rindfleischpatties können super gegrillt werden, werden also ganz ohne zusätzliches Fett schön kross mit Röstaromen. Das klappt mit den veganen Alternativen nur bedingt, obwohl sie es versprechen. Die müssen mit zusätzlichem Öl in der Pfanne gebrutzelt werden oder werden für den Grill vorher besser mit Öl eingepinselt.

Im Studio: Sabine Schütze, SWR Redaktion Umwelt und Ernährung

aus der Sendung vom

Mo, 4.11.2019 | 17:05 Uhr

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