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Mit einem Löffel, losen Kaffeebohnen und einer Tasse Kaffee wurde der Spruch "I love coffee".

SENDETERMIN Mo, 25.11.2019 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Nie aus der Mode Kaffee

Kaffee ist für viele ein Muss am Morgen. Im Schnitt trinkt jeder von uns 164 Liter im Jahr. Grund genug, ihn etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Gesundheitlich ist Kaffee längst fein raus: er entzieht Gewohnheitstrinkern keine Flüssigkeit. Nur diejenigen, die Kaffee selten genießen, müssen mit einer leicht entwässernden Wirkung rechnen. Ansonsten zählt der braune Muntermacher zur Flüssigkeitsbilanz dazu.

Nach dem Essen regt Kaffee die Produktion der Magensäure und des Gallensekrets an. Das fördert eine gute Verdauung. Und auch das Koffein hat Vorteile: es hilft bei Kopfschmerz- und Migräneattacken, denn Kaffee fördert die Durchblutung. Außerdem senkt er für verschiedene Krebsarten das Risiko, so amerikanische Studien.

ABER: Sehr heißer Kaffee fördert Speiseröhrenkrebs. Wer Flüssiges bei Temperaturen von etwa 60 Grad trinkt, hat ein um 90 Prozent höheres Risiko, an einem Tumor in der Speiseröhre zu erkranken - und zwar, wenn man regelmäßig zu heiß isst oder trinkt. Die Hitze verletzt die Speiseröhre, was offenbar entzündliche Prozesse auslöst und die DNA-Reparaturen beeinträchtigt.

Welcher Kaffee für wen?

Wer einen empfindlichen Magen hat, greift besser zu Espresso, weil diese Bohnen stärker und länger geröstet sind. Das zerstört Säuren und andere magenreizende Substanzen. Außerdem wird Espresso mit Dampfdruck gemacht.

Das Pulver hat kürzer Kontakt mit dem Wasser als beim Filterkaffe. Das sorgt dafür, dass weniger Gerbstoffe herausgelöst werden.

Cholesterinpatienten wird Filterkaffee empfohlen, weil beim Filtern die Kaffeeöle hängen bleiben.

Kaffeepreise für Verbraucher

Mit Kapseln lässt sich am meisten verdienen. Hier sind die Gewinne am höchsten.

  • 1 Pfund Kapsel-Kaffee kostet bis zu 30 Euro
  • 1 Pfund Pads-Kaffee kostet etwa 7 Euro
  • 1 Pfund Kaffeebohnen gibt es für 5 Euro
  • 1 Pfund gemahlener Kaffee ist schon ab 4 Euro zu kriegen


 

Kaffee – empfindliche Pflanzen

Rund 1000 Aromastoffe sorgen dafür, dass Kaffee zum Geschmackserlebnis wird. 100 Prozent Arabica steht auf den meisten Kaffeepackungen. Sie ist die wichtigste Kaffeeart und macht über 60 Prozent des Welthandels aus.

Arabica gilt als die Bohne mit dem feineren Aroma, hat einen fruchtig-milden Geschmack. Es gibt sie aber genau wie die zweite wichtige Kaffeeart Robusta in vielen verschiedenen Sorten und Qualitäten. Robusta ist etwas bitterer und gilt als weniger vollmundig. Arabica enthält nur halb so viel Koffein wie Robusta. Robusta wird von den Kaffeebauern geschätzt, weil sie widerstandsfähiger ist und schneller reift.

Doch 60 Prozent der wilden Kaffeesorten sind bedroht, sterben aus. Damit wird das Züchten von neuen Sorten, die dem Klimawandel gewachsen sind, außerordentlich schwierig. Australien testet derzeit entsprechende Sorten und könnte zum Anbauland Nummer eins werden, weil es dort noch keine Kaffee-Schädlinge und –Krankheiten gibt.

Doch der Klimawandel bedroht die Existenz etlicher Kaffeebauern. Experten warnen, dass mehr als die Hälfte der Anbauflächen für Kaffee aufgrund des Klimawandels nicht mehr geeignet sein werden, denn: Die Kaffeepflanze ist empfindlich, braucht stabile Temperaturen und Niederschläge. Zu viel von beidem verursacht Kaffeeblattrost. Ein Problem, das in Mittelamerika um sich greift. Außerdem wandert der Kaffeekirschenkäfer in höhere Lagen ab. Wegen des Schädlings haben in Costa Rica erste Bauern den Kaffeeanbau aufgegeben und sind auf das Geschäft mit Orangen umgestiegen.

Kaffee könnte zukünftig also zum echten Luxusgut werden. Fest steht jedenfalls, dass die derzeitig günstigen Preise nicht mehr lange zu halten sein werden. Sie gehen ohnehin zumeist auf Kosten der Produzenten, unter anderem, weil das wertschöpfende Rösten und verpacken erst in Europa geschieht. Damit bleibt nur ein Bruchteil des Geldes für Kaffee in den Anbaubauländern selbst hängen.

TIPP: Kaufen Sie Fairtrade-Kaffee. Im gut sortierten Fairtrade-Handel und ausgewählten Supermärkten finden sich einzelne Kaffeesorten, die komplett im Anbauland verarbeitet werden (etwa Solino, El Puente und GEPA-Kaffee).

Nur im Bio-Anbau ist der Einsatz hochgiftiger Pestizide ausgeschlossen.


Im Studio: Sabrina Dürr, Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin

aus der Sendung vom

Mo, 25.11.2019 | 17:05 Uhr

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