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Äpfel liegen auf einem Tisch.

SENDETERMIN Mo, 3.9.2018 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

Gut zu wissen So gesund ist der Apfel

Äpfel sind der Deutschen liebstes Obst. Rund 17 Kilo Äpfel isst jeder Bundesbürger im Jahr. Warum diese knackige Obstsorte als eines der besten natürlichen Heilmittel gilt, erfahren Sie von Ernährungsberater Sven Bach.

Auf den ersten Blick sind die Vitamin- und Mineralstoffmengen des Apfel einfach nur Durchschnitt. Andere Obstsorten können da mehr bieten. Trotzdem ist der Apfel eines der besten natürlichen Heilmittel, die wir kennen. Denn keine Frucht kommt Durchfall und Darmentzündungen besser bei. Das hat zwei Gründe: die Gerbstoffe im Apfel wirken entzündungshemmend. Und die Pektine verdicken den Darminhalt, ohne zu Verstopfungen zu führen. Sie sind sogenannte Ballaststoffe und ideal für eine gute Verdauung.

"An apple a day..."

Wer täglich mindestens einen Apfel isst, der senkt seinen Blutdruck und verbessert die Cholesterinwerte. Das Apfelpektin bindet nämlich die Gallensäuren und verhindert damit, dass das schädliche LDL-Cholesterin gebildet werden kann. Die Werte sinken. Die Werte des guten HDL-Cholesterins dagegen steigen an. Ein Apfel enthält rund ein Milligramm Eisen und liefert gleich noch das Vitamin C mit, damit das Eisen auch gut von unserem Körper aufgenommen werden kann.

Äpfel machen nicht nur gesund, sie machen auch satt. Und wieder ist das Pektin dafür verantwortlich. Denn der Ballaststoff hält den Blutzuckerspiegel länger auf einem Niveau. Und solange der nicht in den Keller fällt, gibt es kein Hungergefühl. Dazu kommt, dass ein großer Apfel nur rund 60 Kilokalorien hat. Das heißt, er macht nicht dick. Im Gegenteil: Wer täglich mehrere Äpfel isst, nimmt sogar ab. Denn weil er so gut sättigt, isst man weniger.

Geschälter Apfel mit Aufschrift 70 % Vitamine

Gesunder Apfel

Wichtig dabei: Schale mitessen. Denn die eben erwähnten gesunden Inhaltsstoffe des Apfel stecken in und direkt unter der Schale.

Das Wachs auf der Schale

Fast alle Apfelsorten bilden eine mehr oder weniger ausgeprägte natürliche Wachsschicht aus - diese bewahrt das Obst vor dem Austrocknen und ist ein Schutz gegen Insektenbefall – Jonagold und Granny Smith haben eine starke Wachsproduktion, die Schale ist dann fettig und glatt. Die Sorte Boskoop z. B. hat eine sehr geringe eigene Wachsproduktion. In Deutschland werden Äpfel nicht zusätzlich gewachst, für Bio-Ware ist dies auch nicht zugelassen. In einigen Fällen sind Import- Äpfel zusätzlich gewachst mit Bienenwachs, Candelillawachs, Carnaubawachs oder Schellack. Dies muss ausgewiesen werden, die Äpfel werden dann mit dem Zusatz "gewachst" verkauft.

Den Apfel vor dem Verzehr einfach waschen und abreiben, das ist ausreichend.

Verschiedene Sorten

Im Südwesten werden rund 15 verschiedene Apfelsorten angebaut. Auf den Streuobstwiesen findet man aber auch noch alte, unbekanntere Sorten. Golden Delicious, Gala und Idared sind die mengenmäßig die beliebtesten Sorten in Deutschland gefolgt von Red Delicious, Shampion und Jonagold.

Säuerlich-kräftige Apfelsorten wie Boskoop und Braeburn werden immer weniger nachgefragt, weil mehr Menschen die süßeren Sorten vorziehen. Dabei sind die kräftigen Sorten für Kuchen etwa die besten.

Fuji ist übrigens der meistangebaute Apfel der Welt. Die japanische Züchtung sieht gut aus und schmeckt süß.

Verwendungsmöglichkeiten der Äpfel außer dem Direktverzehr

In Gemüsesalaten wie Fenchel, Karotte oder Sellerie schmecken die Äpfel, klein geschnitten oder geraspelt mit einem Süß-sauren Joghurtdressing, hervorragend. Auch in Kombination mit Schafs- oder Ziegenkäse und in gekochter Form im Rotkohl sind Äpfel leckere Aromaspender. Im morgendlichen Müsli dürfen die ballaststoffreichen Früchte auch nicht fehlen. Hier werden auch oft getrocknete Apfelringe eingearbeitet. Apfelchutney ist leicht selbst hergestellt und bietet eine leckere Abrundung für viele Fleisch und Fischgerichte.

Äpfel richtig lagern

Bei Raumtemperatur hält sich ein Apfel bis zu zwei Wochen. Dabei verliert er schnell Wasser und wird schrumpelig. Idealer ist deshalb die Lagerung im Kühlschrank und zwar im Plastikbeutel mit ein paar wenigen Luftlöchern. Im Gemüsefach halten Äpfel dann maximal vier Monate durch.

Die Löcher im Beutel sorgen dafür, dass das Reifegas abziehen kann und der Apfel langsamer weiterreift. Äpfel sollte man immer getrennt von anderem Obst aufbewahren, da sie Ethylen ausscheiden. Denn das lässt auch anderes Obst schneller verderben.

Rezept für einen Apfel-Karotten-Walnuss-Salat:

Rezept für 4 Personen

Zubereitungszeit:
15 Minuten
Nährwert:
Pro Portion: Kcal: 527; KJ: 2207; E: 12 g; Fett:42 g; KH: 24 g

Einkaufsliste:


5ELApfelessig
50mlnaturtrüber Apfelsaft
etwasSalz
etwasPfeffer
4ELWalnussöl
1ELHonig
100gWalnüsse
3Äpfel (Golden Delicious)
350gKarotten
100gBergkäse

Zubereitung:

1. Apfelessig und Apfelsaft mit Salz und Pfeffer verrühren, sodass sich das Salz gut im Essig löst. Walnussöl und Honig hinzufügen und unterrühren. Walnüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Öl leicht rösten – danach in die Marinade geben.

2. Währenddessen die Äpfel und Karotten reinigen. Bei den Äpfeln das Kerngehäuse entfernen. Karotten grob raspeln und die Äpfel halbieren, vierteln und aus den Vierteln dünne Spalten schneiden.

3. Den Bergkäse, je nach Vorliebe, in grobe Streifen raspeln oder in feine Würfel schneiden. Alle Zutaten in einer großen Schüssel mit der Marinade vermengen.

Im Studio: Sven Bach, Ernährungsberater aus Horb

aus der Sendung vom

Mo, 3.9.2018 | 17:05 Uhr

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