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Weinbelüfter

SENDETERMIN Do, 18.10.2018 | 17:05 Uhr | SWR Fernsehen

So kaufen Sie einen guten Wein ein 15 Tipps für den Weinkauf im Supermarkt

Es ist nicht leicht, im Supermarkt ohne Beratung einen guten Wein zu erkennen. Deswegen landen viele Weine, die auf gut Glück gekauft wurden, zuhause schnell im Abfluss.

Wichtiger als alle Faustregeln ist jedoch stets Ihr eigener Geschmack. Probieren geht bekanntlich über studieren.

Hier unsere Tipps

1. Der Preis
Eine gute Flasche Wein muss nicht teuer sein. Doch auch zu günstig sollte er nicht verkauft werden. Kostet die Flasche unter 4 Euro, sollten Sie an der Qualität zweifeln. 

2. Auszeichnungen 
Auf die kleinen goldenen, silbernen oder bronzefarbenen Aufkleber, die den Wein als von Experten gut getesteten Tropfen auszeichnen, dürfen Sie sich verlassen. Schließlich hat schonmal jemand den Wein für gut befunden. Allerdings können Sie darauf achten, von wann die Auszeichnungen, Test und Bewertungen sind. Veraltete Empfehlungen helfen Ihnen nicht weiter.

3. Prüfnummern
Auf deutschen Weinen ist auf dem Etikett eine Amtliche Prüfnummer (AP-Nr.) vermerkt. Sie beweist, dass der Wein sensorisch in Ordnung ist. 

4. Das Alter
Die Amtliche Prüfnummer auf dem Etikett gibt außerdem Auskunft über das Alter des Weines. Die letzten beiden Ziffern der AP-Nr. geben das Jahr der Abfüllung an. Steht dort zum Beispiel "14" bei einem Weißwein, ist dieser schon drei Jahre alt.
Greifen Sie lieber zu jungen Jahrgängen. Rotweine aus dem Supermarkt sollten nicht älter als 4 Jahre sein, Weißweine lassen Sie ab einem Alter von 3 Jahren im Regal stehen. 

5. Die Herstellerangaben
Achten Sie beim Etikett stets auf die Herstellerangabe. Gute Winzer haben verständlicherweise ein hohes Interesse daran, dass ihr Name mit der Qualität des Weins in Verbindung gebracht wird. Weine ohne Herstellerangabe sind häufig Massenware oder stammen aus einer Überproduktion. Allerdings ist nicht allgemein gültig, dass Weine ohne konkrete Herstellerangabe minderwertig sind oder schlecht schmecken. Sie sollten beim Kauf jedoch eine gesunde Vorsicht walten lassen. 

6. Bekannte Markennamen

Namen von Künstlern sowie von großen Weinherstellern sind kein Garant für herausragende Qualität. Nur weil der Name eines Prominenten drauf steht, heißt das noch lange nicht, dass es sich dabei um ein großes Gewächs handelt.

7. In Griffweite 
Die Weine in den untersten Regalreihen sollten Sie lieber stehen lassen. Die Ladenhüter gehören in den seltensten Fällen zu den Spitzenweinen. Flaschen in Griffweite sind die bessere Wahl. 

8. Präsentation des Weines
Wird der Wein lieblos hingestellt? Steht er womöglich unter permanenter, greller Beleuchtung? Sind die Flaschen angestaubt? Dann lieber stehen lassen.

9. Der Verschluss 
Der Glaube, dass nur Billigweine einen Schraubverschluss haben, ist längst überholt. Neben den Naturkorken haben sich alternative Verschlussmethoden etabliert. Auch teure Weine setzen auf Schraub- oder Glasverschlüsse. Flaschen mit Schraubverschluss sind praktisch, wenn Sie mal keinen Korkenzieher dabei haben, zum Beispiel beim Picknick. 

10. Verschnitt
Das Gerücht, dass die Winzer in einem "Verschnitt" die Weine zusammenkippen ist weit hergeholt. Beim Cuvée spielen die einzelnen Rebsorten eine entscheidende Rolle für den ausgewogenen Geschmack eines Weines. Auch Verschnitte können deswegen edle Tropfen sein. 

11. Enthält Sulfite
Lassen Sie sich nicht von diesem Hinweis auf dem Etikett abschrecken. Sulfite bedeutet Schwefel. Er stabilisiert den Wein und sorgt dafür, dass er nicht oxidiert. Derzeit gibt es kaum Wein ohne Sulfite. Viele andere Lebensmittel enthalten Sulfite in deutlich höheren Konzentrationen. 

12. Bio
Der Begriff "Bio" ist kein Qualitätsmerkmal aus dem sich ableiten lässt, dass ein Wein besonders gut schmeckt. Letztendlich ist es lediglich ein Hinweis auf einen biologischen Anbau der Trauben.

13. Großeinkauf 
Alle Fakten sprechen für den Wein und er ist sogar im Sonderangebot? Widerstehen Sie trotzdem der Verlockung sofort einen ganzen Karton zu kaufen. Testen Sie zuerst eine Flasche. Schließlich ist jeder Wein auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Rotwein

53 Prozent der Fläche waren in Baden-Württemberg 2016 mit Rotwein-Sorten bepflanzt

14. Trinktemperatur
Bei vielen Weinen aus dem Supermarkt finden Sie die passende Temperatur auf dem Rückenetikett.
Als Faustregel gilt: Perl- und Schaumweine schmecken am besten zwischen 6° und 8°C. Trockene Weißweine sollten zwischen 8° und 12°C (je nach Rebsorte und Reife) ins Glas kommen, halbtrockene und süße Weißweine schmecken gut bei bis zu 14°C. Roséweine munden (je nach Rebsorte zwischen 9° und 12°C am besten. Rotweine (je nach Rebsorte und Reife) solltest Du zwischen und 14° und 18°C genießen.

15. = der wichtigste Tipp
Seien Sie mutig beim Weinkauf und finden Sie heraus, welche Weine Ihnen besonders gut gefallen. Haben Sie Spaß am Entdecken und Probieren. Das macht nicht nur Spaß, sondern erweitert den eigenen geschmacklichen Horizont. Nur Sie allein entscheiden, welcher Wein Ihnen am besten schmeckt!

Experte im Studio: Werner Eckert, SWR Redaktion Umwelt und Ernährung

aus der Sendung vom

Do, 18.10.2018 | 17:05 Uhr

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