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SENDETERMIN Mi, 30.11.2016 | 23:25 Uhr | SWR Fernsehen

Junger Dokumentarfilm 2016 Im Biblischen Zoo von Jerusalem

Der Film erzählt Geschichten über das Miteinander von Menschen und Tieren im "Biblischen Zoo", einem Ort der friedlichen Begegnung in der geteilten Stadt Jerusalem. Er wirft die Frage nach Möglichkeiten und Grenzen des Zusammenlebens in einer konfliktbeladenen Region auf.

"Normales" Nebeneinander in einer spannungsreichen Stadt

Jerusalem bei Nacht. Die Straßen sind wie leergefegt und alles wirkt friedlich. Eine lange, hohe Grenzmauer mit Stacheldraht schlängelt sich durch das erleuchtete Stadtbild und zeugt vom Gegenteil. Der Tag bricht an und im "Biblischen Zoo" von Jerusalem werden Giraffen, Elefanten und andere Tiere in ihr Freilaufgehege entlassen, so wie jeden Morgen. Menschen unterschiedlicher ethnischer und religiöser Gruppen arbeiten hier zusammen oder treffen als Besucher aufeinander. Was an vielen anderen Orten der Welt Normalität ist, ist hier, wo Gewalt und Krieg immer wieder ausbrechen, eine Ausnahme.

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Junger Dokumentarfilm 2016

Geschichten über Menschen und Tiere

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Eingangsschild des Biblischen Zoos in Jerusalem

Eingangsschild des Biblischen Zoos in Jerusalem

Der Biblische Zoo von Jerusalem inmitten der Stadt neben einem Checkpoint zum Autonomiegebiet

Eine Gruppe  Thoraschüler vor dem Krokodilterrarium im Biblischen Zoo

Ein Thoraschüler im Streichelzoo des Biblischen Zoos

Eine jüdische Kindergruppe bestaunt die Schimpansin „Naama“

Tilman Holzhauer (Kamera) während Dreharbeiten im Biblischen Zoo mit einer jüdischen Kindergruppe vor den Krokodilen

Eine jüdische Kindergruppe Auge in Auge mit einer Lachtaube im Biblischen Zoo von Jerusalem

Das Besucherzentrum im Biblischen Zoo von Jerusalem in Form der Arche Noah

Eine muslimische Mädchengruppe vor dem Löwengehege im Biblischen Zoo

Muslimische und jüdische Kinder im Biblischen Zoo von Jerusalem

Der in Ostjerusalem gebürtige Pfleger Rushdi Alian im Pausenraum der Pflanzenfresserabteilung

Rushdi Alian schickt das Nashorn „Karmi'el“ auf das Afrika-Gelände des Zoos, welches sich Nashörner, Zebras, Giraffen, Strausse und Antilopen teilen

Mensch und Tier treffen sich im Biblischen Zoo

Gilad Moshe und Rushdi Alian, der eine Jude, der andere Moslem, pflegen gemeinsam das Nashorn „Schalom“

Gilad Moshe und Rushdi Alian, der eine Jude, der andere Moslem, gemeinsam nach Dreharbeiten vor dem Afrikagelände

Rushdi Alian mit drei jungen Zoovolontären während einer Verschnaufpause im Afrikagelände des Biblischen Zoos

Im Giraffenhaus des Biblischen Zoos

Shachar Kara und Ammar Obaidat instruieren den Auszubildenen der Elefantenabteilung

Freundschaftsbande: Den jüdischen Shachar Kara und muslimischen Ammar Obaidat verbindet mehr als die Arbeit

Freundschaftsbande: Den jüdischen Shachar Kara und muslimischen Ammar Obaidat verbindet mehr als die Arbeit

Shachar Kara und Ammar Obaidat mit Almog Cohen im Pausenraum im Elefantenhaus

Ammar Obaidat aus Ostjerusalem ist der Chef der Elefantenabteilung

Hyam Miller in seinem Wohnviertel. Der jüdische gebürtige Kanadier läuft seit acht Jahren jeden Tag eine „Power Walking“ Runde durch den Zoo

Für die Instandhaltung des Zoos arbeiten hauptsächlich Muslime. Eine Taube ziert das schwere Eingangstor zu den Werkstätten

Mohammed und Mahmud machen das Dach des Tropenhauses des Biblischen Zoos winterdicht- so grenzenlos frei sind die beiden Zoomitarbeiter in ihrem Alltag in Jerusalem nicht immer

Die Dämmerung erreicht Jerusalem, die Heilige Stadt der Mauern und Zäune

Im Afrikagelände des Biblischen Zoos, Simon Peter (Tonmeister) und Tilman Holzhauer (Kamera) während Dreharbeiten

Adriana Espinal (Tonmeisterin) und Tilman Holzhauer (Kamera) im Elefantenhaus

In der Vorproduktion lernt Katharina Waisburd (Regie) auch die Giraffen kennen

Adriana Espinal  (Tonmeisterin) nimmt während des Mittagsgebets im Peacforest den Gesang vieler Muezzins auf

Tilman Holzhauer (Kamera) und „Rio“ die Giraffe

Simon Peter (Tonmeister) im nächtlichen Jerusalem bei der Vorbereitung für eine Dolby Surround Aufnahme

Auf nächtlicher Locationsuche für geeignete Wände für die Animationsanteile: eine winzige Synagoge in Westjerusalem

Das Filmteam des ersten Drehblocks (von rechts nach links: Katharina Waisburd (Regie), Denise Neustadt (Koautorin und Producerin), Tilman Holzhauer (Kamera) und Adriana Espinal (Tonmeisterin)

Die Autorin Katharina Waisburg

Aus einer anderen Kultur und einer andere Politik - aber gemeinsam im Elefantenkäfig

Shachar ist Israeli jemenitischer Abstammung und jüdischen Glaubens, Ammar muslimischer Israeli aus einem der stark kontrollierten Viertel Ost-Jerusalems. Die beiden arbeiten zusammen im Elefantengehege. Rushdi, der aus dem vorwiegend arabischen Viertel Beit Safafa kommt, und Gilad, ein jüdischer, israelischer Familienvater, sind für die Nashörner verantwortlich. Ihr kultureller Hintergrund und ihre politischen Ansichten könnten unterschiedlicher kaum sein, aber sie verbindet ihre Arbeit und ihre Liebe zu den Tieren. Der Umgang mit den großen Dickhäutern erfordert Teamarbeit und gegenseitiges Vertrauen. Ammar und Shachar, Gilad und Rushdi haben ein freundschaftliches Verhältnis zueinander entwickelt. Von den politischen und gesellschaftlichen Spannungen in Israel ist im "Biblischen Zoo" von Jerusalem kaum etwas zu spüren.

Zoo als Mikrokosmos der von Konflikten gebeutelten Stadt Jerusalem

Der Film zeigt, wie sehr sich die Wünsche, Träume und Hoffnungen der Männer gleichen, unabhängig von ihrer ethnischen und religiösen Herkunft. Jeder von ihnen sehnt sich nach Freiheit und einer Welt ohne Grenzen. Ab und zu prallen ihre unterschiedlichen Lebensrealitäten jedoch aufeinander. Dann entpuppt sich der Zoo als Mikrokosmos der von Konflikten gebeutelten Stadt Jerusalem: Wenn Gilad sich beispielsweise für einen achtsameren Umgang mit der Natur ausspricht, der Tieren wie den Damhirschen mehr Freiraum im Stadtgebiet lässt, bringt er seinen palästinensischen Kollegen und Familienvater Isham gegen sich auf. Wenn schon kaum Platz zum Leben für sie als palästinensische Familie bliebe, wie könne es da mehr Platz zum Leben für die Tiere geben? Die Vielfalt der Besucher zeigt ebenfalls, dass dieser Zoo ein Treffpunkt für Menschen ist, die draußen in der Stadt getrennt voneinander in gegensätzlichen Welten leben.

Geschichten über Menschen und Tiere

Der Film "Im Biblischen Zoo von Jerusalem" erzählt Geschichten über Menschen und Tiere im "Biblischen Zoo", einem Ort der friedlichen Begegnung in der geteilten Stadt Jerusalem. Die Regisseurin Katharina Waisburd wirft in ihrem Film die Frage nach Möglichkeiten und Grenzen des Zusammenlebens unterschiedlicher ethnischer und religiöser Gruppen auf. "Im Biblischen Zoo von Jerusalem" ist auch ein Film über die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Sendung vom

Mi, 30.11.2016 | 23:25 Uhr

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