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SENDETERMIN Do, 14.11.2019 | 23:45 Uhr | SWR Fernsehen

Junger Dokumentarfilm über Aktivistinnen #widerstand

Der Film »#widerstand« von Britta Schoening porträtiert drei junge politische Aktivistinnen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie stellen zwar die gleichen Fragen nach Heimat und Herkunft, nach Verändern und Bewahren, aber ihre Antworten darauf sind radikal entgegengesetzt.

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JUNGER DOKUMENTARFILM "#Widerstand"

Unterschiedliche Perspektiven der Aktivistinnen

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Helene und ihr bester Freund Ali aus Afghanistan verteidigen auf einer Demo das besetzte Hotel City Plaza, eine selbstorganisierte Flüchtlingsunterkunft in Athen.

Helene und ihr bester Freund Ali aus Afghanistan verteidigen auf einer Demo das besetzte Hotel City Plaza, eine selbstorganisierte Flüchtlingsunterkunft in Athen.

Helene zündet am Ende der Demo in Athen, gegen die geplante Räumung der besetzten Häuser, ein Bengalo an.

Dreharbeiten auf der Demo gegen die Räumung der besetzten Häuser vor dem Ministerium in Athen mit Regisseurin Britta Schoening, Protagonistin Helene, Kameramann Pierre Castillo Bernad und Tonmann Simon Peter.

Helene demonstriert zusammen mit anderen Bewohnern des City Plazas, darunter vielen Kindern, gegen die Räumung des besetzten Hotels.

Ali, Helene und Rebecca unterhalten sich auf dem Akropolishügel in Athen über die Situation von Geflüchteten in Griechenland.

Protagonistin Helene und andere Aktivisten malen Banner auf dem Dach vom besetzten Hotel City Plaza in Athen, die Regisseurin Britta Schoening ist zur Recherche anwesend.

Helene malt zusammen mit einer anderen Aktivistin eine symbolische Mauer im Hinterhof vom City Plaza Hotel in Athen.

Ingrid läuft beim Fackelzug von der „Identitären Bewegung Österreich" mit ihrer Fackel in der ersten Reihe.

Ingrid und Marlis malen im Keller der „Identitären Bewegung Österreich“ Banner für den Fackelzug und freuen sich über die „Krisenzeit", in der sie leben.

Aïcha und Ilhan, die beiden Regionalleiter von "i,Slam" Berlin, im i,Slam Headquarter.

Team bei Dreharbeiten vom Poetry Slam: Sebastian Katzer, Stefanie Reinhard, Britta Schoening und Simon Peter (von links nach rechts).

Helene, 18, lebt solidarisch mit 400 Geflüchteten im besetzten Hotel City Plaza in Athen zusammen und will ein Zeichen gegen die Grenzschließungen in Europa setzen. Ihre Überzeugung: »Widerstand ist für mich zwingend notwendig in der Welt, in der wir gerade leben«. Ingrid, 24, ist Anhängerin der neurechten »Identitären Bewegung« in Wien und gegen »Masseneinwanderung und Islamisierung« aktiv: »Widerstand bedeutet für mich (…), sich für das Eigene einzusetzen und die Identität zu verteidigen«. Aïcha, 18, aus Berlin, ist Poetry Slammerin beim muslimischen Verein »i,Slam« und stellt sich in ihren Texten der Diskriminierung, die zu ihrem Alltag gehört. Ihre Motivation: »Im Endeffekt geht es darum, Menschen zu berühren und sie zum Nachdenken anzuregen und bestenfalls, dass sie sich ändern. [...] Wut auf Wut war noch nie eine Lösung.« Der Begriff Widerstand wird in der Welt dieser jungen Frauen jeweils neu besetzt. In den sozialen Medien wird der gleiche Hashtag – nämlich #widerstand – benutzt, um unterschiedlichste Ideale zu verbreiten. Auch die Methoden des Aktivismus haben sich hier verändert und sind nicht mehr eindeutig in »links« oder »rechts« einzuordnen. »Wir lernen von Linken«, gibt Ingrid zu, die eine Kochshow auf YouTube mit dem Namen »European Kitchen« hat und erklärt: »Das Handy in unserer Tasche ist die größte Waffe in diesem Infokrieg«. Die Entscheidung, das Thema Widerstand anhand von Protagonistinnen zu erzählen, entstand aus der Beobachtung heraus, dass sich gerade Frauen auffällig als Aktivistinnen und Vorreiterinnen neuer Ideen inszenieren. Der Kampf gegen Sexismus und Unterdrückung von Helene und Aïcha auf der einen Seite begegnet hier einer »back to the kitchen«-Mentalität, die Ingrid auf der anderen Seite propagiert. »#widerstand« ist die Bestandsaufnahme einer jungen Generation von Aktivistinnen und zeichnet ein spezifisches Bild der europäischen »Krise«. Der Dokumentarfilm stellt drei Standpunkte einander gegenüber und führt drei Blickwinkel zusammen, die parallel im Europa von heute existieren. Gleichzeitig ist der Film ein Aufruf für das offene Streitgespräch in einer Gesellschaft, in der die Fronten verhärtet sind und die in einer konfusen Kombination aus Sprachlosigkeit und enthemmtem Hass feststeckt. »#widerstand« feierte seine Weltpremiere bei den 52. Internationalen Hofer Filmtagen 2018, war für den Hofer Dokumentarfilmpreis »GRANIT« nominiert und erhielt eine »Lobende Erwähnung« der Jury. Festivalteilnahmen: This Human World Film Festival in Wien, Wettbewerb »Up & Coming«, HoF Filmtage Rendezvous und #oF Next.

Ein Film von Britta Schoening

Sendung vom

Do, 14.11.2019 | 23:45 Uhr

SWR Fernsehen