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Maria 2.0 Zwischen Zustimmung und Zurückhaltung

Die deutschen Bistümer reagieren sehr unterschiedlich auf die Proteste der katholischen Fraueninitiative "Maria 2.0". Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den 27 katholischen Bistümern. Mit der Streikaktion "Mario 2.0" fordern katholische Frauen in ganz Deutschland, Reformen innerhalb der Kirche.

Aktion Maria 2.0 in Neuhausen bei Stuttgart

Katholische Frauen mit einer Aktion zu "Maria 2.0" in Neuhausen bei Stuttgart

Viele zeigen sich zurückhaltend oder gar ablehnend, einige wenige begrüßen den Kirchenstreik ausdrücklich. Das ergab eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den 27 deutschen Diözesen, die zur Deutschen Bischofskonferenz gehören. Auf die Anfrage haben 24 Bistümer geantwortet. Während des Streiks wollen katholische Frauen keine Kirche betreten und ihre Ehrenämter ruhen lassen.

Ablehnung

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann kritisierte die Bewegung. "Ich kann die Ungeduld vieler Frauen verstehen. Ich sage aber offen, dass ich diese Streikaufrufe, diese

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann

Streikaktionen nicht für hilfreich halte", sagte Ackermann in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Trier. Ackermann zeigte sich offen für Frauen als Diakoninnen, sofern sich zeige, dass es in der frühen Geschichte der Kirche schon das Diakonat der Frau gegeben habe. Die Aktion "Maria 2.0" trifft auch beim Aachener Bischof Helmut Dieser auf Kritik. Er könne das Format "geistlich und theologisch" nicht nachvollziehen. Diese Form des Protests führe zu einer Polarisierung, sagte der Bischof. Auch im Bistum Dresden-Meißen stößt der Streik auf Unverständnis. Auch der Regensburger Bischof Rudolf Vorderholzer hatte die Forderung der Frauen eine Absage erteilt.


3:28 min

Mehr Info

Bilanz "Maria 2.0"

Pazarkaya, Utku

Bundesweit haben sich mehrere Tausend Frauen am Kirchenstreik „Maria 2.0“ beteiligt. Acht Tage lang wollen katholische Frauen kein Gotteshaus betreten und ihre ehrenamtliche Arbeit einschränken. Der Schwerpunkte der Proteste, die noch bis morgen andauern, liegt in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg. Utku Pazarkaya mit Reaktionen


Verständnis für die Aktion

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode begrüßte die Aktion ausdrücklich, ebenso wie sein niedersächsischer Amtskollege aus Hildesheim, Heiner Wilmer. "Dahinter steckt eine ganz tiefe Verletzung, dass sie sich in der Kirche nicht so angenommen fühlen, wie es ihrem Einsatz entspricht", sagte Bode. Rund ein halbes Dutzend der befragten Diözesen, darunter Essen, Würzburg, Mainz und Hamburg, äußerten laut epd Verständnis für die Anliegen der Frauen.

Frust verständlich

Mann mit Brille steht vor einem Kruzifix

Erzbischof Stephan Burger

"Mir ist es ein wichtiges Anliegen dass die aktive und verantwortliche Präsenz von Frauen in der Kirche weiter vorankommt", sagte der Freiburger Erzbischof Stephan Burger. Er verstehe die Enttäuschung und den Frust. Aufgrund der bisherigen lehramtlichen Entscheidungen sei es nicht möglich, dass Frauen zu kirchlichen Weiheämtern zugelassen werden.

Keine Stellungnahmen

Einige Bistümer, darunter Münster, Limburg, wollten sich nicht zu der Initiative äußern. Stattdessen verwiesen sie darauf, dass die Vollversammlung der Bischöfe im Frühjahr in Lingen den "synodalen Weg" beschlossen habe, der alle Themen der Initiative aufgreife.

Auswirkungen

Die Auswirkungen des Streiks sind regional unterschiedlich, wie die Umfrage ergab. Viele Bistümer haben zudem keinen genauen Überblick darüber, in welchen Kirchengemeinden in ihrem Bezirk gestreikt wird. Von den Streiks sind neben dem Bistum Münster (Nordrhein-Westfalen) unter anderem die Bistümer Limburg (Hessen), Mainz und Speyer (beide Rheinland-Pfalz) betroffen.

Aktion Maria 2.0 in Neuhausen bei Stuttgart

Katholische Frauen mit Forderungen

Aktionsbereiche

Zum Beispiel legen die Frauen nach Angaben der Initiatorinnen ihre ehrenamtliche Mitarbeit in der Kommunionsvorbereitung, Flüchtlingsarbeit oder als Lektorinnen im Gottesdienst nieder. In einigen Gemeinden bleiben die Gemeindebibliothek und die Kleiderkammer geschlossen und der Seniorenkreis fällt aus.