Bitte warten...

Migrationsbericht / Asylstatistik Zahl der Asylanträge sinkt um 16 Prozent

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland Asyl beantragen, sinkt weiter. Im vergangenen Jahr haben 185.853 Menschen Asylanträge gestellt. Das sind 16 Prozent weniger als im Jahr 2017.

Zieht man die rund 24.000 Folgeanträge ab, ergibt sich eine Zahl von knapp 162.000 neuen Schutzsuchenden. Hauptherkunftsländer waren erneut Syrien, der Irak und Afghanistan. 2017 hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) noch 198.317 Erstanträge gezählt, für 2016 rund 280.000 und für 2015 rund 890.000 Asylsuchende.

Integrationskurs für Asylbewerber

Integrationskurs für Flüchtlinge

Integration ist wichtig

"Die Politik hat die Dinge im Laufe der letzten Jahre bis heute geordnet", Bundesinnenminister Horst Seehofer. Im Koalitionsvertrag wurde von jährlich 180.000 bis 220.000 Menschen als "Korridor" für den Zuzug Schutzsuchender vereinbart. Die getroffenen politischen Maßnahmen hätten durchaus die gewünschte Wirkung, sagte Seehofer weiter. Die Ordnung sei hergestellt, klare Regeln würden vollzogen. Allerdings sei man noch nicht am Ziel. "Wir müssen noch viel leisten, bei der Integration, wir müssen noch Einiges leisten bei der Steuerung des Migrationsgeschehens", so Seehofer. Weniger Personal beim BAMF komme daher nicht infrage, auch wenn die Flüchtlingszahlen jetzt sänken.

Gründe für den Rückgang

Als wesentliche Faktoren für den Rückgang der Flüchtlingszahlen nannte Seehofer das Abkommen der EU mit der Türkei, die Schließung der Balkanroute für Flüchtlinge und Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze.

Überwiegend aus Europa

Bundesinnenminister Horst Seehofer und BAMF-Chef Hans-Eckard Sommer stellten auch den neuesten Migrationsbericht der Bundesregierung für die Jahre 2016 und 2017 vor. Danach ist die gesamte Zuwanderung nach Deutschland rückläufig. Stellt man Zu- und Fortzüge gegenüber, liegt das Wanderungsplus für 2017 bei rund 400.000 Menschen. (500Tsd. im Jahr 2016.) Nach jetzigem Stand habe sich dieser Trend auch im Jahr 2018 fortgesetzt, so Seehofer. Zwei Drittel aller Zuwanderer kamen 2017 aus europäischen Staaten (inklusive EU, Russische Föderation und die Türkei). Allein die EU- Bürger stellten im Jahr 2017 50,2 Prozent aller Zuzüge nach Deutschland. "Die Zuwanderung nach Deutschland ist wieder mehrheitlich europäisch und sie gilt zunehmend dem Studium und der Erwerbstätigkeit", sagte Sommer.

Familiennachzug

Das Kontingent für den Familiennachzug zu subsidiär geschützten Flüchtlingen in Deutschland ist für das Jahr 2018 nicht ausgeschöpft worden. Wie das Bundesinnenministerium vor kurzem mitteilte, wurden bis Ende vergangenen Jahres 2.600 Visa erteilt und 3.260 Anträge auf Familiennachzug wurden demnach bewilligt. Es standen 5.000 Plätze zur Verfügung. Mit Inkrafttreten der Neuregelung für subsidiär geschützte Flüchtlinge ab August 2018, beträgt das Kontingent 1.000 Personen pro Monat.

Abgelehnte Anträge

Im vergangenen Jahr wurden knapp 35 Prozent aller Asylanträge abgelehnt. Anderweitig erledigt haben sich rund 30 Prozent der Anträge, zum Beispiel durch eine Zuweisung in ein anderes EU-Land nach dem sogenannten Dublin-Verfahren oder weil der Antrag zurückgezogen wurde.

Migrationshintergrund

Im Jahr 2017 lebten in Deutschland nach Angaben des Mikrozensus rund 19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das ist beinahe jede vierte Person (23,6 Prozent). Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt.

Mehr zum Thema im WWW: